Er war schuld am Unfall

Spektakulärer Crash: Strafe für Perez

Felipe Massa, Sergio Perez
+
Die Formel-1-Autos von Felipe Massa und Sergio Perez waren nach dem Crash ordentlich demoliert. Die Fahrer blieben unverletzt.

Montréal - Felipe Massa und Sergio Perez schockten beim Großen Preis von Kanada mit einem spektakulären Crash. Inzwischen steht fest: Beiden geht es gut. Doch Perez kommt nicht ungeschoren davon.

Die beiden Formel-1-Piloten Felipe Massa und Sergio Perez haben ihren spektakulären Zusammenstoß beim Großen Preis von Kanada wohlbehalten überstanden. Dies teilte der Automobilweltverband kurz nach dem Rennen am Sonntag in Montréal mit. Massa und Perez konnten selbst aus ihren Wagen aussteigen und wurden daraufhin im Ärztezentrum am Grand-Prix-Kurs untersucht. Die Ergebnisse waren „durchweg positiv“. Als reine Vorsichtsmaßnahme wurden beide Piloten für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus Sacré Coeur gebracht. Williams-Pilot Massa und Force-India-Fahrer Perez konnten den Angaben zufolge umgehend wieder entlassen werden.

Der Brasilianer Massa veröffentlichte noch aus dem Krankenhaus ein Foto von sich über den Kurznachrichtendienst Twitter, auf dem er auf einer Trage liegend zu sehen ist. Als Zeichen, dass alles mit ihm in Ordnung sei, reckte er den Daumen der linken Hand in die Höhe. „Danke Gott, dass du mich beschützt hast. Mir geht's gut“, schrieb der Mann aus Sao Paulo später. Massa und Perez hatten sich mit ihren Autos kurz vor Rennende bei Tempo 300 touchiert und waren danach in die Boxenmauer gekracht.

Der Crash wird für Perez allerdings nicht ohne Folgen bleiben: Er wird bei der Startaufstellung des kommenden Rennens in Österreich (22. Juni) um fünf Positionen nach hinten versetzt. „Er muss noch viel lernen“, kritisierte Massa, der selber Erfahrung mit schweren Unfällen gemacht hat. „Fünf Plätze Strafe sind nicht genug.“

Formel-1-Kollege Max Chilton (England), der auch einen Unfall verursachte (mit Jules Bianchi aus Frankreich), verliert ebenfalls drei Startplätze. Das entschieden die Rennkommissare nach dem Großen Preis von Kanada am Sonntag.

Daniel Ricciardo kann seinen Sieg noch gar nicht fassen

Grund zur Freude hatte unterdessen Daniel Ricciardo, der von den beiden Unfällen profitierte und schließlich als Erster über die Ziellinie fuhr. Nach seinem Last-Minute-Erfolg beim Großen Preis von Kanada jubelte der Australier in den Armen seines Red-Bull-Teamkollegen Sebastian Vettel. Fassen konnte der 24-Jährige aus Perth seinen überraschenden Gipfelsturm in Montréal aber zunächst nicht. „Es ist ein bisschen surreal. Ich werde Zeit brauchen, bis ich das verarbeitet habe“, sagte Ricciardo, der in der Schlussphase noch an WM-Spitzenreiter Nico Rosberg vorbeizog. „Ich werde diesen Moment genießen. Es ist ein Moment, den ich bewahren sollte.“ Lob gab es vom Stallgefährten. „Das ist sein Tag“, zollte Vettel seinem neuen Teamkollegen Respekt.

Ricciardo ist erst der vierte Australier, der einen Formel-1-Lauf gewinnen konnte. „Er ist ein ausgezeichnetes Rennen gefahren“, lobte Teamchef Christian Horner. „Schon seitdem er bei uns angefangen hat, ist er phänomenal.“ Ricciardo hatte erst auf den letzten Kilometern des dramatischen Rennens am Sonntag Mercedes-Pilot Rosberg abgefangen, weil dieser mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Vettel sicherte sich mit einem weiteren späten Überholmanöver Platz drei. Der Titelverteidiger hatte noch riesiges Glück, als ihn nach einem Zusammenstoß der Williams von Felipe Massa verfehlte.

Vettel frustriert über seine "Gurke", der die Power fehlt

„Dass auf der Geraden mit unserer Gurke nix geht, ist natürlich frustrierend. Die Power fehlt gerade an einem Tag wie heute, wo der Sieg in Reichweite war“, haderte Vettel mit seinem erst zweiten Podium in dieser Saison. Rosberg hingegen baute trotz Benzinsorgen, Leistungsverlust am Motor und Bremsproblemen seine WM-Führung aus, da Teamkollege Lewis Hamilton schon nach 48 von 70 Runden wegen eines Bremsschadens ausschied. Mit nun 140 Punkten liegt Rosberg im Klassement 22 Zähler vor dem Briten.

Dabei hatte lange alles auf einen Langweiler hingedeutet. Bis zur Hälfte des Grand Prix hatte das Mercedes-Duo nach zuletzt fünf Doppel-Erfolgen in Serie klar dominiert. Dann aber tauchten die Probleme an ihren Wagen auf. „Das war ein harter Kampf vom Anfang bis zum Schluss“, resümierte Rosberg.

dpa/sid

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Freispruch für Rosberg: Formel-1-Spitzenreiter behält Pole Position
Freispruch für Rosberg: Formel-1-Spitzenreiter behält Pole Position
Rosbergs Psychotrick: "Hatte beste Saison aller Fahrer"
Rosbergs Psychotrick: "Hatte beste Saison aller Fahrer"
Hamilton hat "keinen Sinn für Psychospiele"
Hamilton hat "keinen Sinn für Psychospiele"
Hamilton Schnellster im Auftakttraining von Ungarn
Hamilton Schnellster im Auftakttraining von Ungarn

Kommentare