Nach Reifenplatzer beim Grand Prix in Spa-Francorchamps

Vettel und Rosberg schießen gegen Reifenhersteller

+
Sebastian Vettel ist viermaliger Formel-1-Weltmeister.

Spa-Francorchamps - Sebastian Vettels Ausraster nach seinem Reifenplatzer in Spa überschattete Lewis Hamiltons nächsten Sieg auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung.

Sieger Lewis Hamilton und Nico Rosberg feierten den nächsten Doppelerfolg der Silberpfeile, doch für den großen Aufreger sorgte Sebastian Vettel mit einem denkwürdigen Ausraster. Der Ferrari-Pilot ging nach einem über weite Strecken ereignislosen Großen Preis von Belgien wegen seines Reifenplatzers kurz vor Schluss an die Decke.

„Da fühlt man sich verarscht“, tobte der viermalige Weltmeister am RTL-Mikro - nach seiner heftigen Kritik an Reifenhersteller Pirelli wird das Rennen noch ein Nachspiel haben. „Ich muss aufpassen, was ich sage. Wenn das 200 Meter früher passiert, knall“ ich mit 300 km/h in die Wand„, schimpfte Vettel nach dem 900. Rennen der Scuderia: "Es muss mal gesagt werden: Die Qualität der Reifen ist miserabel, das geht jetzt schon seit Jahren so, das kann nicht sein. Ich weiß nicht, worauf wir warten.“

Nach der heftigen Kritik von Sebastian Vettel aufgrund der geplatzten Reifen in Spa hat Ausrüster Pirelli die Schuld von sich gewiesen und erneut einen unsachgemäßen Umgang des Ferrari-Teams mit den Pneus nahegelegt. Schon im November 2013 habe Pirelli gefordert, für jeden Reifensatz eine maximale Rundenzahl festzuschreiben, teilte das Unternehmen am Montag mit: „Diese Forderung wurde zurückgewiesen.“

Der Antrag sah demnach eine Maximaldistanz vor, die für die härteren Reifen 50 Prozent der Renndistanz entspricht, für die weichen Reifen waren 30 Prozent vorgesehen. „Wären diese Bedingungen in Spa angewendet worden, wäre die Nutzung der Medium-Reifen auf 22 Runden beschränkt gewesen“, teilte Pirelli mit.

Vettel hatte sich nach einem schwachen Qualifying und dem Start von Rang acht an einer Ein-Stopp-Strategie versucht, Pirelli hatte zuvor zwei oder drei Stopps empfohlen. In der vorletzten Runde platzte der rechte Hinterreifen an Vettels Ferrari, der auf diesem Satz 28 Runden absolviert hatte. „Die Ansage von Pirelli war, dass der Reifen 40 Runden lang hält, und wir hatten glaube ich knapp 30 drauf“, sagte Vettel, der zum Zeitpunkt des Schadens auf Rang drei lag, bei RTL.

Pirellis Motorsportchef Paul Hembery widersprach. Man habe zwar angedeutet, dass die Reifen grundsätzlich bis zu 40 Runden halten könnten, dies sei jedoch keine Garantie: „Es hängt vom Auto ab, von den Rennbedingungen, von der Rennsituation. Die anderen Teams haben es ganz anders gemacht, mit zwei oder drei Stopps. Das zeigt, was der Großteil dachte.“

Mercedes-Pilot Nico Rosberg, dem am Wochenende in Belgien wie bei Vettel der rechte Hinterreifen bei höchstem Tempo plötzlich gerissen war, gab Vettel Rückhalt. „Es kann nicht sein, dass die Reifen so ohne Vorwarnung platzen“, kritisierte er in einer Video-Botschaft und forderte Nachbesserungen. „Wir müssen da Sicherheit reinbringen.“

dpa/ sid

auch interessant

Meistgelesen

Formel 1: McLaren dementiert Apple-Übernahmeangebot
Formel 1: McLaren dementiert Apple-Übernahmeangebot
Geht Nico Rosbergs Siegesserie in Malaysia weiter?
Geht Nico Rosbergs Siegesserie in Malaysia weiter?
Formel-1-Rennen in Brasilien: Veranstalter verärgert
Formel-1-Rennen in Brasilien: Veranstalter verärgert
Nach bisher durchwachsener Saison: Vettel kämpft um Ferraris Ehre
Nach bisher durchwachsener Saison: Vettel kämpft um Ferraris Ehre

Kommentare