Seb kämpft, Kimi bremst

Vettels Problem im eigenen Team

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Sebastian Vettel.

Silverstone - Sebastian Vettel und Ferrari haben bei der Jagd auf Mercedes viel Luft nach oben - zum echten Problem entwickelt sich dabei auch Teamkollege und Kumpel Kimi Räikkönen.

Update vom 4. Juli 2015: Auch beim Grand Prix am Sonntag in Silverstone sind die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg die Favoriten. Schafft es Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel dennoch, an der Vorherrschaft der Silberpfeile zu rütteln? Wie Sie das Formel-1-Rennen live mit verfolgen können, verrät Ihnen unser TV- und Live-Stream-Guide.

Sebastian Vettel hat viele Gegner bei der Jagd auf Mercedes. Die noch immer überlegenen Silberpfeile natürlich, auch Pech gehörte bei Ferrari dazu, und zuletzt klagte der viermalige Weltmeister über den „Technik-Teufel“ - immer deutlicher wird vor dem nächsten Rennen in Silverstone (Sonntag, 14 Uhr/RTL und Sky) allerdings, dass auch Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen ein Teil des Problems ist.

„Ich habe natürlich auch gesehen, dass die letzten Rennen ein stetiges Auf und Ab waren“, sagt Vettel über seinen Freund, den Ex-Weltmeister, der die Erwartungen bei den Italienern einfach nicht erfüllt: „Aber Kimi weiß, wer er ist, was er kann und was er will.“

Vettels entschiedenes Plädoyer für den Finnen zeigt, wie gut die beiden miteinander auskommen, selten lief es so harmonisch ab zwischen dem Hessen und einem Teamkollegen. Aber es zeigt eben auch, wie heftig die öffentliche Kritik und die Zweifel an Räikkönen mittlerweile sind.

Räikkönen gefährdet seine Formel-1-Zukunft

Denn der 35-Jährige kämpft offensichtlich mehr mit sich selbst, als dem Team eine Hilfe zu sein. Statt auf das erhoffte starke Duo kann Ferrari derzeit nur auf Einzelkämpfer Vettel setzen. Wenn jemand Weltmeister Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Qualifying und Rennen gefährdete, dann war es stets der Deutsche - echter Druck auf die Silberpfeile und strategische Überlegungen sind für Ferrari daher kaum möglich. Die Aufholjagd wird ausgebremst.

Räikkönen selbst gefährdet derweil seine eigene Zukunft in der Formel 1. „Eine Zusammenarbeit im nächsten Jahr hängt von seinen Ergebnissen ab“, sagte Teamchef Maurizio Arrivabene zuletzt immer wieder, der Finne hat wohl eine leistungsbezogene Vertrags-Klausel. Nur ein Podestplatz in acht Rennen und schon 48 WM-Punkte Rückstand auf Vettel reichen aber wohl nicht. Räikkönen ist noch immer sehr populär, in der aktuellen weltweiten Fan-Umfrage zur Formel 1 wurde er zum beliebtesten Fahrer im Feld gewählt. Doch die Zeit des Finnen bei der Scuderia läuft ab.

Nachfolger werden bereits gehandelt

Längst werden jüngere Nachfolgekandidaten gehandelt. Nico Hülkenberg könnte im kommenden Jahr endlich seine Chance bei einem Top-Team bekommen, italienische Medien berichten zudem über großes Interesse an Räikkönens Landsmann Valtteri Bottas. Räikkönen bleibt sich bei all der Aufregung derweil treu, gibt sich betont gleichgültig und schmallippig. „Ich weiß auch nicht mehr als Ihr“, sagt er, und wenn es bei Ferrari nichts mehr werde, dann wäre es das eben mit der Königsklasse: „Ich wäre längst nicht mehr hier, wenn die Formel 1 mir nicht gefallen würde - aber ich muss das alles nicht mehr machen.“ Auch angesichts der Entwicklung bei Ferrari hoffe er aber auf eine weitere Zusammenarbeit: „Wir haben ein sehr gutes Auto, es ist eine enorme Verbesserung im Vergleich zum letzten Jahr.“

Vettel, der am Freitag 28 Jahre alt wird, gefällt die Zusammenarbeit mit Räikkönen „grundsätzlich“ zwar, wie er sagt. Mit seinem Badminton-Partner verbinde ihn „ein tiefer gegenseitiger Respekt. Er ist offen und ehrlich, es gibt nicht die geringsten Komplikationen“.

Doch der Deutsche ist in seinem ersten Jahr bei Ferrari zu ehrgeizig, um darauf echte Rücksicht zu nehmen. Der Plan, die Scuderia zurück zu alten Erfolgen zu führen, steht über allem. Daher wird auch Vettel die Gerüchte um Hülkenberg und Bottas genau verfolgen. Denn beim Angriff auf Mercedes soll spätestens im kommenden Jahr die nächste Stufe gezündet werden.

SID

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