Formel-1-Start steht bevor

Vettel bei Ferrari: Auf Schumachers Spuren

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Sebastian Vettel tritt bei Ferrari in die Fußstapfen von Micheal Schumacher.

Melbourne - Kommenden Sonntag geht die Formel 1 in eine neue Runde. Sebastian Vettel soll dabei wie einst Micheal Schumacher Ferrari in die Erfolgsspur zurück bringen.

Sebastian Vettel hatte eben erst seinen Ferrari-Vertrag unterschrieben, da blickte der neue Hoffnungsträger auch schon auf ein ganz besonderes Straßenschild: „Piazza Michael Schumacher“. Der Platz vor dem alten Wohnhaus des großen Enzo Ferrari in Fiorano ist nach dem Rekord-Champion benannt. Und falls es Vettel irgendwie vergessen haben sollte, steht da noch geschrieben: „Weltmeister mit Ferrari 2000, 2001, 2002, 2003, 2004“. Mehr geht nicht.

Jetzt muss Vettel Ferrari retten und wie einst Schumacher die Scuderia zu neuen Höhen führen. „Ich will mit Ferrari zurück an die Spitze, wir haben beide das gleiche Ziel“, sagt der Heppenheimer vor dem Formel-1-Saisonstart in Melbourne (Sonntag, 6.00 Uhr/RTL und Sky). Vom Gelingen seiner Mission hängt das Vermächtnis des 27-Jährigen in der Königsklasse ab - vier WM-Titel mit Red Bull hin oder her.

„Es wird eine Mammut-Aufgabe, aber Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden“, sagt Vettel. In der völlig verkorksten Vorsaison blieben die stolzen Italiener erstmals seit 1993 ohne Grand-Prix-Sieg.

Doch die gigantische Herausforderung scheint Vettel nur noch mehr anzutreiben. Er paukt seit Wochen italienisch. Er besuchte die Ferrari-Fabrik. Saß stundenlang im Simulator. Saugte den Mythos der Marke auf. Aß im legendären Ristorante Montana in Maranello zu Abend. Stand andächtig im alten Büro von Enzo Ferrari.

Vettel kommt sich seit seinem Wechsel zu dem italienischen Heiligtum vor wie ein kleiner Junge in einem großen roten Spielzeugladen. „Es gibt viele Märchen über Ferrari und darüber, wie es sich anfühlt, ein rotes Auto zu fahren“, sagt Vettel: „Es handelt sich nicht bloß um eine Geschichte, da existiert eine echte Legende.“

Doch jetzt wird es ernst. Bei aller Begeisterung muss Vettel ab sofort liefern. Die Jagd auf Mercedes und Weltmeister Lewis Hamilton beginnt. Der Druck steigt. „Sebastians Aufgabe ist es, das Auto bis zum Letzten auszuquetschen und zu gewinnen“, sagt der neue Ferrari-Präsident Sergio Marchionne: „Wir schulden den Tifosi einen neuen WM-Titel.“ Vettels Kumpel und Idol Schumacher brauchte damals fünf Jahre, um seinen ersten Titel mit der „Roten Göttin“ zu feiern.

Damit es bei Vettel schneller geht, hat Ferrari für seinen neuen Heilsbringer und Nachfolger des gescheiterten Fernando Alonso, der zu McLaren zurückkehrte, kräftig ausgemistet. Mit Ausnahme von Technikdirektor James Allison wurden alle Schlüsselpositionen neu besetzt.

Hinter den Kulissen arbeitet Vettel verbissen daran, das Team hinter sich zu einen und es in die richtige Richtung zu führen. Er will alles wissen, notiert sich jede Kleinigkeit in seinem schwarzen Notizbuch. Kein Wunder, dass der neue Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene seinen Starpiloten in den höchsten Tönen lobt. Vettel erinnere ihn in seiner Arbeitsweise sogar an Schumacher.

„Sebastian ist super professionell, super konzentriert und verbeißt sich wirklich in jedes Detail - sehr beeindruckend“, sagt Arrivabene und gerät regelrecht ins Schwärmen: „Er ist großartig und erinnert mich an einen anderen Deutschen.“ Natürlich ist damit Schumacher gemeint. Und wer weiß, vielleicht gibt es in Fiorano in ein paar Jahren ja auch den „Piazza Sebastian Vettel“.

SID

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