Umfangreiche Änderungen für 2017

Breiter, schneller, aggressiver: Macho-Kur für die Formel 1

Der Ferrari der Saison 2016: Bald sollen die Formel-1-Boliden wieder mehr hermachen.
+
Der Ferrari der Saison 2016: Bald sollen die Formel-1-Boliden wieder mehr hermachen.

München - Die Formel 1 will wieder für mehr Spektakel sorgen. Um das Ziel zu erreichen, sollen die Fahrzeuge zur Saison 2017 runderneuert werden.

Breiter, schneller, aggressiver: Die Formel 1 verordnet sich in der Krise eine Macho-Kur und will dadurch wieder spektakulärer werden. Für die Saison 2017 beschloss die Königsklasse zahlreiche Regeländerungen, um die Fans mit "aufregenderen Autos" wieder mehr zu begeistern, wie der Automobil-Weltverband FIA mitteilte.

Um die Show zu verbessern, werden die Boliden von Ferrari-Star Sebastian Vettel und Co. ab dem nächsten Jahr deutlich breiter - zwei anstatt der bisherigen 1,80 Meter. Der Heckflügel soll 20, der Frontflügel 15 Zentimeter wuchtiger werden. Zudem soll Einheitslieferant Pirelli deutlich spektakulärere Reifen produzieren. Die Pneus wachsen in der Breite hinten auf 40,5 Zentimeter (bisher 32,5) und vorne auf 30,5 anstatt 24,5 Zentimeter an. Zudem wird der Heckflügel um 15 Zentimeter abgesenkt.

All das soll zu einem deutlich aggressiveren Look führen und die Autos um drei bis vier Sekunden pro Runde schneller machen, obwohl das Mindestgewicht der Rennwagen von 702 auf 722 Kilogramm steigt. Zudem tüftelt eine Arbeitsgruppe weiter daran, dass die Hybrid-Motoren deutlich lauter werden.

Ferrari-Teamchef fordert "mehr Power"

Damit hat sich offenbar Vettels Rennstall Ferrari in den zentralen Streitpunkten um die Zukunft der Formel 1 durchgesetzt. "Eine einfache Evolution ist nicht genug", hatte Teamchef Maurizio Arrivabene schon im vergangenen Jahr gefordert und mit einer entsprechenden Designstudie für Aufsehen gesorgt, "wir brauchen eine echte Revolution mit radikalen Neuerungen: mehr Power und höhere Geschwindigkeit."

Formel-1-Saison 2016: Das sind alle Teams und Fahrer

Der 58-Jährige will wieder "Autos sehen, mit denen man die Fans gewinnen kann. Autos, die eine Lautstärke produzieren, die Gänsehaut verursacht. Wie bei einer Heavy-Metal-Band." Endgültig beschlossen werden soll das sportliche und technische Reglement für 2017 von der Formel-1-Kommission bis zum 30. April, der FIA-Weltrat muss die Entscheidungen dann noch absegnen.

Hamilton hadert mit aktuellen Autos

Dass der PS-Zirkus in der Krise steckt und Veränderungen im Kampf um die Gunst der Zuschauer dringend notwendig sind, machte gerade erst Chefpromoter Bernie Ecclestone deutlich. "Die Formel 1 ist so schlecht wie nie zuvor", sagte der 85-Jährige unter der Woche und giftete weiter: "Die Formel 1 ist voraussehbar. Ich würde mein Geld nicht ausgeben, um mit meiner Familie ein Rennen anzusehen - ausgeschlossen."

Alle im Fahrerlager sind sich eigentlich einig, dass die Formel 1 Veränderungen braucht - nur bei der Umsetzung gibt es natürlich Streit. Und wie immer in der Formel 1 geht es dabei um Macht und Eitelkeiten. So monierte Weltmeister Lewis Hamilton, dass die Fahrer bei Reformen zu wenig angehört würden. "Nur wir wissen, wie es sich im Auto anfühlt, was funktioniert und was nicht", sagte der Mercedes-Star.

Er wünscht sich die guten alten Zeiten mit ordentlich Lärm, Gestank und bebendem Asphalt zurück. "Mir gefallen die aktuellen Autos nicht", sagte Hamilton laut des Fachmagazins auto, motor und sport, er "habe kürzlich ein Foto von einem alten Rennwagen gesehen, ich glaube es war ein Ferrari der 80er Jahre. Niedrige Seitenkästen, Zwölfzylinder, fette Schlappen. Das war's."

sid

auch interessant

Meistgelesen

Nowitzki und Vettel treten zu Ehren von Schumacher an
Nowitzki und Vettel treten zu Ehren von Schumacher an
Wolff: Mercedes-Fahrer müssen Autos ins Ziel bringen
Wolff: Mercedes-Fahrer müssen Autos ins Ziel bringen
Formel 1: Vettel rechnet sich Siegchancen aus
Formel 1: Vettel rechnet sich Siegchancen aus
Das Duell der Silberpfeile: Böse Erinnerungen an Monaco
Das Duell der Silberpfeile: Böse Erinnerungen an Monaco

Kommentare