Chance in Suzuka

Mercedes vor erstem Titel in der intensiven Saisonphase

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Toto Wolff ist seit 2013 Motorsportchef bei Mercedes.

Berlin - Es kann klappen: Allerdings muss Mercedes auf schwere Patzer von Red Bull hoffen und selbst alles richtig machen. Dann ist der erste WM-Titel in der Konstrukteursweltmeisterschaft der Formel 1 schon am Sonntag in Suzuka möglich.

Das Mercedes-Team ist bereit für die „intensivste Phase“ der Formel-1-Saison 2014. „Die Motivation innerhalb der Mannschaft ist jetzt stärker denn jemals zuvor in diesem Jahr“, betonte Motorsportchef Toto Wolff vor dem Großen Preis von Japan, wo sich der Rennstall rechnerisch mit dem Konstrukteurstitel krönen kann. Mindestvoraussetzung dafür: Auf dem legendären Kurs in Suzuka müssen WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und sein Titel-Widersacher Nico Rosberg am Sonntag den achten Doppelerfolg für Mercedes in diesem Jahr einfahren.

Gelingt das und die Red-Bull-Verfolger mit Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel und Dreifach-Saisonsieger Daniel Ricciardo kämen zusammen nicht über zwei Zähler hinaus, wäre Mercedes die Konstrukteursweltmeisterschaft nicht mehr zu nehmen. Der erste Team-Titel in der Geschichte von Mercedes als eigener Rennstall wäre perfekt und die vier Jahre dauernde Dominanz von Red Bull auch in der WM-Wertung endgültig gebrochen.

Mercedes käme auf 522 Punkte, Red Bull auf 307, bei 215 noch zu vergebenden Zählern wäre rechnerisch nur noch ein Gleichstand möglich. Aufgrund der höheren Zahl an Siegen wäre der deutsche Autobauer aber nicht mehr einzuholen. Bei einem neuerlichen Ausfall wie in Singapur und den Rängen zwei und drei für Vettel und Ricciardo müsste sich Mercedes indes weiter gedulden.

Das Problem der Zuverlässigkeit

„Für unser Team beginnt mit dem letzten Viertel die intensivste Phase der Saison“, betonte Wolff nach einem bereits über 14 Rennen währenden packend-hitzigen Zweikampf seiner beiden Piloten um Punkte, Siege und vor allem den Fahrertitel. „Jeder von uns möchte die Saison 2014 stilgerecht beenden“, meinte der österreichische Motorsportchef des deutschen Herstellers.

Vor allem die Probleme mit der Zuverlässigkeit - zuletzt in Singapur erwischte es Rosberg - machen den Silberpfeil-Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Selbst wenn die Titel sowohl in der Fahrer-, als auch der Konstrukteurswertung dem Rennstall nur äußerst schwer noch zu nehmen sind.

„Die Zuverlässigkeit ist ein Gebiet, auf dem wir bereits in den vergangenen zwölf Monaten intensiv gearbeitet haben und an dem wir künftig noch mal doppelt so hart arbeiten werden“, versprach der Technische Direktor Paddy Lowe. Im neuen Formel-1-Zeitalter der hoch komplizierten Antriebsstränge mit den Turbomotoren und der zusätzlichen Hybridpower soll nichts den Ruhm für den schwäbischen Autobauer trüben. Zuletzt durfte Mercedes beim Gewinn des Konstrukteurstitels 2009 von BrawnGP mitjubeln. Damals als Motorenpartner.

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Es folgte die Übernahme des Rennstalls durch Mercedes, nach drei eher durchwachsenen Jahren mit Rekordweltmeister Michael Schumacher und Rosberg wurde einiges Personal ausgetauscht. Der langjährige Motorsportchef Norbert Haug wurde durch Wolff ersetzt, als Oberaufseher wurde Niki Lauda installiert, und Lewis Hamilton kam anstelle von Schumacher. Mitte 2013 stieß auch noch Lowe dazu.

Nach Platz zwei in der Konstrukteurswertung in der vergangenen Saison hinter Red Bull übernahm Mercedes in der neuen Turbo-Ära das Kommando. In Suzuka soll das nicht anders werden. „Ich freue mich auf das Wochenende, speziell mit dem Auto, das wir im Moment haben. Die Chance auf ein großartiges Ergebnis ist gegeben“, prophezeite Rosberg, der mit einem eigenen Sieg auch wieder die Spitze in der Fahrerwertung übernehmen könnte.

dpa

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