Groteske Situation für Vettel

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Sebastian Vettel

Spa-Francorchamps - Die Situation ist ein wenig grotesk. Sebastian Vettel muss auf seine Rivalen setzen und auf Fehler seines eigenen Teamkollegen hoffen.

„Wenn man es schafft, vor dem Teamkollegen zu sein, dann kann der einem auch keine Punkte wegnehmen. Wenn man das nicht schafft, kann das am Ende unter Umständen schmerzhaft sein“, stellte Vettel vor dem Großen Preis von Belgien fest. Stallrivale Mark Webber, am Montag 36 Jahre alte geworden, liegt zwei Punkte vor Vettel und kann sich womöglich endlich den Traum vom ersten WM-Titel in der Formel 1 erfüllen.

Die Konkurrenz auf Augenhöhe im eigenen Team: Vor- oder Nachteil, Bremse oder zusätzlicher Antrieb? Die Teams gehen unterschiedlich damit um. Bei Ferrari setzt man auf die unumstrittene Nummer 1. Das tat die Scuderia zu Michael Schumachers Zeiten, das macht sie auch jetzt. Allerdings: Schumacher und auch der aktuelle WM-Spitzenreiter Fernando Alonso sorgten durch ihre Leistungen schon von vornherein für klare Verhältnisse.

Dass der Spanier vor dem zwölften von 20 Saisonrennen an diesem Sonntag in Spa-Francorchamps 162 Punkte hat und sein Kollege Felipe Massa nur 25, spricht für sich. Dass der titellose Brasilianer nichts unternehmen würde, was die WM-Mission des zweimaligen Champions Alonso gefährden könnte, versteht sich - insbesondere, weil Massa derzeit auch um einen neuen Vertrag bei der Traditionsmarke aus Maranello kämpft.

Bei McLaren wetteifern indes zwei Weltmeister in einem Team. Allerdings mit einer Tendenz für Lewis Hamilton. Der Ungarn-Sieger ist WM-Vierter mit 117 Punkten. Jensen Button rangiert auf Platz sieben und hat 41 Zähler weniger als sein britischer Landsmann. „Es könnte der Moment kommen“, meinte Martin Whitmarsh zu einer möglichen Teamorder zugunsten Hamiltons, dem Weltmeister von 2008. Allerdings betonte der McLaren-Teamchef auch, dass noch neun Rennen zu fahren seien, und 25 Punkte pro Sieg könnten vieles schnell wieder ändern. Es müsse wohlüberlegt sein, „wenn wir mit den Fahrern darüber sprechen, wann sie den anderen unterstützen“.

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Denn das Thema ist hochsensibel. „Es wäre ziemlich langweilig, wenn die einen Zwölf um den Titel fahren und die anderen Zwölf ihren Teamkollegen helfen würden“, befand Button, Champion von 2010. Rivale Hamilton will auch gar keinen Wasserträger: „Ich möchte gewinnen, weil ich der Schnellste bin - nicht, weil mir jemand dabei hilft, zu punkten.“

Wie es aber ist, wenn sich zwei Teamkollegen streiten und ein Dritter am Ende ganz oben steht, weiß Hamilton aus der gemeinsamen McLaren-Zeit mit Alonso. 2007 schnappte Kimi Räikönnen im Ferrari dem düpierten Duo den Titel weg. Hamilton und Alonso hatten damals 109 Punkte, Räikkönen nach einer famosen Aufholjagd 110.

Vettel muss bei neun ausstehenden Rennen 42 Punkte auf Alonso wettmachen. Für einen Sieg gibt es 25 Zähler, für Rang zwei 18. Allein diese Rechnung kann für Vettel also noch aufgehen, 63 Punkte kann er auf diese Weise mehr holen als Alonso. Rechnerisch! Denn neun Siege dürften beim einmaligen Saisongewinner unwahrscheinlich sein. Je mehr Fahrer sich aber zwischen den Hessen und Alonso schieben, umso besser - Webber eingeschlossen.

dpa

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