Freitagstraining in Russland

Hamilton erneut klar vor chancenlosem Rosberg

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Lewis Hamilton auf der Strecke des neuen "Autodromo Sochi".

Sotschi - WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hat das freie Training vor dem Großen Preis von Russland dominiert. Nico Rosberg will sich davon aber nicht entmutigen lassen.

Das verpatzte Training wollte Nico Rosberg zwar nicht überbewerten, doch nach dem klar verlorenen Duell mit seinem Stallrivalen Lewis Hamilton ärgerte sich der Mercedes-Pilot trotzdem. „Das ging voll in die Hose“, sagte Rosberg, nachdem er im freien Training zum Großen Preis von Russland in Sotschi (Sonntag 13 Uhr/RTL und Sky) fast eine Sekunde hinter dem WM-Führenden gelandet war.

Rosberg wurde auf dem Olympia-Gelände nur Vierter, doch das lag nicht an seiner schlechten Leistung. „Ich muss mich erstmal ein bisschen an die Strecke rantasten, und wir haben auch am Setup viel probiert“, sagte der WM-Zweite. Demnach war er mit völlig anderen Einstellungen unterwegs als Hamilton. „Wir werden das dann am Samstag wieder zurückschrauben“, sagte Rosberg: „Die Setups waren vom Team so vorgegeben, und ich dachte eigentlich, dass ich das bessere hätte.“

Doch dem war nicht so. Der Wiesbadener erlebte erneut einen Rückschlag im Titelkampf. In den kommenden Tagen sollte das nicht wieder passieren, denn Rosberg steht bei der Russland-Premiere der Königsklasse unter enormem Druck. In der Gesamtwertung liegt er vier Rennen vor Saisonende zehn Punkte (256:266) hinter seinem englischen Teamkollegen. Es ist der größte Abstand in diesem Jahr - das viel zitierte Momentum liegt klar bei Hamilton, der sich auf dem besten Weg zu seinem zweiten Titel befindet.

„Im Rennen wird es wieder eng werden“, sagte Hamilton nach dem Training trotzdem. Auch der Weltmeister von 2008 wusste, dass er seinen Vorsprung nicht auf der nagelneuen Strecke herausgefahren hat, sondern seine Performance zum größten Teil den Einstellungen am Auto geschuldet war. Zwischen Hamilton, der zuletzt dreimal in Serie gewonnen hat, und Rosberg hatten sich sogar noch McLaren-Pilot Kevin Magnussen und Vize-Weltmeister Fernando Alonso geschoben. „Es wird hoffentlich trotzdem wieder ein Temduell. Wir sind guter Dinge, dass wir wieder hier das beste Auto haben“, sagte Rosberg.

Vettel nur Neunter

Das kann Weltmeister Sebastian Vettel auf seiner Red-Bull-Abschiedstour nicht behaupten, er landete lediglich auf Platz neun. Noch ist immer nicht offiziell bekannt, in welchem Auto der viermalige Champion in der kommenden Saison sitzen wird, nachdem er in der Vorwoche das Ende der Zusammenarbeit mit seinem bisherigen Rennstall angekündigt hatte. „Es gibt keine Updates“, sagte der 27-Jährige. Mehrere Medien vermelden seinen Wechsel zu Ferrari bereits als fix, doch die Beteiligten hüllen sich weiter in Schweigen.

Ebenso verhält es sich mit offiziellen Verlautbarungen zur Verfassung von Jules Bianchi. Fünf Tage nach seinem Horror-Crash in Japan gilt der Zustand des 25 Jahre alten Franzosen weiterhin als „kritisch, aber stabil“. Sein Vater Philippe sagte der französischen Zeitung Nice Matin: „Es gibt keine nennenswerte Veränderungen. Jeder weiß, dass er in einer kritischen Phase ist. Jules kämpft, wie er immer gekämpft hat. Er ist stark.“

Im Training gedachten alle Fahrer ihres verunglückten Kollegen, der in Suzuka bei regennasser Fahrbahn unter einen Abschleppkran gerast war und anschließend operiert werden musste. Aufkleber mit dem Aufdruck „Tous avec Jules #17“ („Alle mit Jules“) hatten die Piloten an Helmen und Autos angebracht, um eine Grußbotschaft zu senden. Sein Rennstall Marussia verzichete derweil aus Respekt vor Bianchi auf den Einsatz eines zweiten Wagens. „Das Team ist der Meinung, dass es unter diesen schwierigen Umständen richtig ist, nur mit einem Auto, nämlich dem von unserem Fahrer Max Chilton, anzutreten“, hieß es in einer Mitteilung.

SID

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