Formel 1 in Singapur

Hamilton siegt vor Vettel - Rosbergs Bolide streikt

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Lewis Hamilton setzte sich mit dem Sieg in Singapur an die Spitze der Fahrerwertung.

Singapur - Sieg und WM-Führung für Lewis Hamilton, Ausfall und Frust bei Nico Rosberg und das beste Saisonergebnis für Weltmeister Sebastian Vettel - der Große Preis von Singapur hatte Einiges zu bieten. 

Während Rosberg seinen Mercedes beim Nachtrennen von Singapur wegen technischer Probleme vorzeitig abstellen musste, stürmte Teamkollege Lewis Hamilton von der Pole Position zu seinem siebten Saisonsieg und mit drei Punkten Vorsprung an dem frustrierten Rosberg vorbei an die Spitze der WM-Wertung.

Dahinter rettete der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel als Zweiter sein bestes Saisonresultat ins Ziel und konnte dabei seinen drängelnden Teamkollegen Daniel Ricciardo und Ferrari-Star Fernando Alonso auf Distanz halten.

Hülkenberg fährt in die Punkte

Derweil schob Rosberg Frust. „Das Lenkrad hat nicht funktioniert, auch nach dem Wechsel nicht. Irgendwo war wohl ein Mini-Defekt, der hat ausgelöst, dass nichts mehr außer der Gangschaltung funktionierte“, sagte er am Sky-Mikrofon: „Schon beim Einsteigen in der Startaufstellung hat der Radio Check nicht funktioniert.“

Seine zweite Nullnummer in dieser Saison nach dem Ausfall in Silverstone nahm der 29-Jährige aber gefasst. „Ich habe mich schon ziemlich aufgeregt während des Rennens, war nicht so schön, hinter einem Caterham herzufahren“, so Rosberg: „Jetzt geht's wieder."

Nico Hülkenberg (Emmerich) fuhr als Neunter im Force India zum zwölften Mal in diesem Jahr in die Punkteränge, Sauber-Pilot Adrian Sutil (Gräfelfing) fiel aus. In der WM-Wertung führt Hamilton fünf Rennen vor Saisonende mit 241 Punkten vor Rosberg (238).

Rosbergs Lenkrad funktioniert nicht

Rosbergs Drama nahm kurz vor dem Start seinen Anfang. Der Wiesbadener fuhr noch einmal in die Box, wo das 30.000 Euro teure Lenkrad gewechselt wurde. Rosberg schaffte es gerade noch rechtzeitig in die Startaufstellung, was ihm aber nichts nutzte. `Das Lenkrad funktioniert nicht, wie es sein soll. Wir haben alle Funktionen resettet, das Problem ist aber wieder aufgetaucht, wir wissen nicht, was es ist“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Als das gesamte Feld dann auf die Aufwärmrunde ging, blieb der Silberpfeil mit der Nummer sechs einfach stehen, es ließ sich kein Gang einlegen. Rosberg musste anschließend aus der Boxengasse starten und ging nach dem Ausfall von Caterham-Pilot Kamui Kobayashi als 21. gehandicapt auf die Jagd nach ein paar WM-Pünktchen. „Ich sehe nichts außer der Anzeige der Gänge“, funkte Rosberg.

Pole-Mann Hamilton behauptete beim Start seine Spitzenposition und kam vor Vettel und Alonso aus der ersten Runde. Alonso hatte sich beim Start zunächst an den beiden Red Bull von Vettel und Ricciardo vorbeigeschoben, sich dann aber verbremst und die erste Schikane erheblich abgekürzt.

Alonso ließ Vettel anschließend wieder vorbei und durfte nach der Überprüfung der Aktion durch die Stewards seinen dritten Platz behalten. Vettel konnte seinerseits Hamilton nicht wirklich gefährden und erhielt dann auch noch die Ansage von der Box, sich nicht hundertprozentig auf die Anzeige zu verlassen. Auch bei Red Bull gab es also elektronische Probleme.

Derweil blieb Rosberg am Ende des Feldes im Verkehr stecken, auch weil er nicht vernünftig schalten konnte und sich das für Überholmanöver auf dem engen Stadtkurs wichtige DRS nicht öffnen ließ.

Während die Spitzengruppe ohne Probleme ihren ersten Boxenstopp absolvierte, kam für Rosberg in der 15. Runde das endgültige Aus. Beim Versuch, Lenkrad und Reifen zu wechseln, starb der Motor ab, nach einigen Sekunden winkte Rosberg ab - das war's.

Die Regel-Änderungen der Formel 1

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Während Rosberg sichtlich angefressen die Box verließ, drehte sein großer Konkurrent an der Spitze einsam seine Runden. Vettel („Du kannst nicht an Hamilton vorbei, schon die Reifen und spar Benzin“) wurde vom vermeintlichen Jäger zum Gejagten und musste beim zweiten Boxenwechsel Alonso passieren lassen, der sich gleich einen Vorsprung auf den viermaligen Champion erarbeitete.

Die für Singapur schon obligatorische Safety-Car-Phase nach einer Berührung zwischen Sergio Perez (Force India) und Sutil, bei der dem Mexikaner der Frontflügel um die Ohren flog, führte das Feld zur Halbzeit des Rennens wieder zusammen. Nur Alonso kam zum Reifenwechsel, ein letztlich erfolgreicher Schachzug.

Hamilton ärgerte sich derweil im ersten Rennen mit den neuen Funkverboten ein wenig über die verspätete Information aus der Box. „Pass auf, es liegen Teile auf der Strecke“, hieß es, worauf der Engländer anmerkte: „Zu spät, bin schon drübergefahren.“

Aber weder die Trümmerteile des Force India noch der in der Schlussphase kurzzeitig nach dem dritten Boxenstopp vor ihm liegende Vettel konnten den 29 Jahre alten Ex-Weltmeister im Flutlicht der Millionen-Metropole stoppen.

sid

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