Keine Klärung der Sauber-Posse um Piloten

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Noch gibt es für Teamchefin Monisha Kaltenborn keine juristische Klarheit. Foto: David Ebener

Der Fall Sauber bleibt bizarr und undurchsichtig. Ex-Ersatzpilot van der Garde machte nach seinem Gerichtssieg die Sitzprobe im Auto des Formel-1-Teams. Gefahren ist er aber nicht. Die Zeit vor dem ersten Saisonrennen am Sonntag wird knapp.

Melbourne (dpa) - Der Formel-1-Rennstall Sauber hat die Gefahr von Beschlagnahmungen und Beugehaft für die Teamchefin selbst 48 Stunden vor dem ersten Saisonrennen nicht abwenden können.

Ein Gericht in Melbourne vertagte die Verhandlung zur Durchsetzung der Starterlaubnis für den ehemaligen Ersatzpiloten Giedo van der Garde auf Samstag. Teamchefin Monisha Kaltenborn verweigerte dazu offizielle Aussagen. "Das ist ein Thema, zu dem ich nichts sagen kann", entgegnete die Juristin am Freitag bei der Pressekonferenz des Weltverbands zum Großen Preis von Australien.

Sauber war mit seiner Berufung gegen das Urteil des Supreme Court Victoria gescheitert. Van der Garde und seine Anwälte wollen das Urteil notfalls per Gerichtsbeschluss durchsetzen, sie forderten sogar juristische Maßnahmen gegen Kaltenborn. Die Affäre um die Cockpit-Vergabe bei dem Schweizer Rennstall überschattet seit Wochenbeginn den Auftakt der Formel 1.

"Es ist natürlich nicht perfekt, so in die Saison zu starten, aber es gab immer Kontroversen in der Formel 1", betonte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Er verwies zudem darauf, keine Einsicht in den Fall zu haben. Fast identisch äußerte sich Eric Boullier von McLaren: "Es ist nicht die Art Nachricht, die wir mögen, aber wir wissen nichts darüber."

Fest steht, dass das Team in Felipe Nasr und Marcus Ericsson zwei andere Fahrer als Stammpiloten für diese Saison gemeldet hat. Beide kamen am Freitag auch zum Einsatz, allerdings erst in der zweiten 90-Minuten-Einheit. In der ersten waren beide Autos nicht bewegt worden. Zuvor hatte van der Garde die Sitzprobe im Wagen von Ericsson absolviert.

Unter riesigem Medieninteresse war er morgens im Fahrerlager angekommen und hatte zunächst auf eine Einlasskarte warten müssen. Danach zog er sich Ericssons Overall über und machte die Sitzprobe. Eine Dreiviertelstunde vor dem ersten Training ging er wieder in Zivil durch das Fahrerlager. Dem Vernehmen nach hat der 29 Jahre alte Pilot, der 2013 19 Rennen für Caterham absolvierte, noch immer keine Fahrerlaubnis.

Kaltenborn stellte am Freitag klar, dass sie trotz der heiklen Situation des Teams, das von den Sponsorengeldern durch Nasr und Ericsson abhängig ist, nicht an einen Rücktritt gedacht habe. Ihr gehört ein Drittel des Rennstalls, der Rest ist im Besitz von Gründer Peter Sauber.

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