Unfall-Video aufgetaucht

Schumacher-Arzt kämpft um Bianchis Leben

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Marussias Manager-Assistent Alunni Bravi (l.) empfängt Gerard Saillant (M.)

Yokkaichi - Das Bangen um das Leben von Jules Bianchi geht weiter. Ein jetzt aufgetauchtes Video von dem fürchterlichen Unfall hat die Diskussion um die Sicherheit erneut befeuert. Eine Untersuchung soll Klarheit schaffen.

Während der Arzt von Michael Schumacher in Japan um das Leben des verunglückten Jules Bianchi kämpft, kommen bei der Aufarbeitung von dessen Horror-Crash immer mehr Details ans Licht. Im Internet ist nun erstmals ein Video vom fürchterlichen Aufprall des 25-Jährigen aufgetaucht und hat für großen Wirbel gesorgt. Eine Untersuchung soll Klarheit über die Unfallhergang schaffen. „Wir müssen die Ursache herausfinden“, sagte Chefpromoter Bernie Ecclestone der Times.

Die dramatischen Bilder des Amateur-Videos zeigen, wie Bianchi in seinem Marussia mit voller Wucht gegen einen Kranwagen knallt, der mit der Bergung von Adrian Sutils Sauber beschäftigt war. Der Aufprall erfolgte etwa in Höhe von Bianchis Kopf. Auf dem Video ist zudem zu sehen, wie kurz vor dem Unfall in der entsprechenden Kurve eine grüne Flagge geschwenkt wird. Diese signalisiert den Piloten freie Fahrt. Zuvor waren noch doppelte gelbe Flaggen gezeigt worden. Unklar ist, ob sich die grüne Flagge möglicherweise auf den nächsten Streckenabschnitt bezog und ob Bianchi sie überhaupt sehen konnte. Auf YouTube wurde das Video aus rechtlichen Gründen mittlerweile gesperrt.

Gerard Saillant soll Ärzte vor Ort unterstützen

Unterdessen ist der renommierte Trauma-Chirurg Gerard Saillant (69) in der Klinik eingetroffen, in der Bianchi um sein Leben kämpft. Der Schumacher-Vertraute, der im vergangenen Winter nach dem schweren Skiunfall des Rekordweltmeisters zu dessen Ärzteteam gehörte, gilt als Spezialist für Kopf- und Rückenmarkverletzungen. Er soll die Ärzte im Krankenhaus von Yokkaichi bei der Behandlung des Franzosen unterstützen. „Wenn wir mit Saillant die Situation erörtert haben, werden wir mit Ihnen sprechen“, ließ Bianchis Vater Philippe den vor der Klinik ausharrenden Medienvertretern mitteilen. Im jüngsten Bulletin wurde Bianchis Zustand als „kritisch, aber stabil“ bezeichnet.

Jean Todt, Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, ordnete derweil bei Rennleiter Charlie Whiting eine Untersuchung des Unfalls an. Das berichtet der Telegraph. Die Ergebnisse sollen noch vor dem nächsten Rennen am Sonntag in Sotschi vorliegen. Whiting soll dafür Telemetriedaten auswerten und Streckenposten befragen. Ecclestone, der Formel-1-Autos für die „sichersten der Welt“ hält, plädierte hingegen für eine von der FIA unabhängige Kommission.

Die Kritik an der Rennleitung des Grand Prix von Japan reißt indes nicht ab. „Der Einsatz des Krans ohne das Safety Car ist total inakzeptabel“, sagte Vierfach-Weltmeister Alain Prost dem Radiosender Europa 1: „Das darf sich nicht wiederholen.“

Der ehemalige Rennfahrer Alexander Wurz, neuer Präsident der Fahrergewerkschaft GPDA, mahnte bei der Unfallbeurteilung dagegen zur Zurückhaltung. „Natürlich wollen wir alle Antworten. Aber man sollte keine Schlüsse ziehen, bevor nicht alle Informationen gesammelt und alle Beteiligten angehört wurden“, sagte Wurz dem Fachmagazin Autosport.

SID/dpa

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