Vettel auf drei

Rosberg holt sich in Spanien ersten Saisonsieg

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Nico Rosberg hat den Großen Preis von Spanien gewonnen.

Barcelona - Nico Rosberg hat sich beim Großen Preis von Spanien seinen ersten Sieg der Saison 2015 geholt. Sebastian Vettel landete auf Platz drei, Hamilton zwischen den beiden.

Nico Rosberg ist dank seines „Glücksbauchs“ zurück im Titelrennen. Der Vize-Weltmeister feierte beim Großen Preis von Spanien unter den Augen seiner im siebten Monat schwangeren Frau Vivian, die erstmals in diesem Jahr an der Strecke war, einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg und beendete damit die Erfolgsserie seines Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton.

„Das war ein perfektes Wochenende. Ich bin sehr happy“, sagte Rosberg. Hamilton war dankbar, dass „ich es noch auf Platz zwei geschafft habe. Ich hatten einen schlechten Start, Nico hat einen tollen Job gemacht.“

Der Weltmeister aus England fuhr nach einem verpatzten Start mit einer besseren Strategie aber immerhin noch auf Rang zwei vor Ferrari-Star Sebastian Vettel und liegt in der WM-Wertung weiter 20 Punkte vor Rosberg. „Nach meinem guten Start war Mercedes mit der Drei-Stopp-Strategie einfach zu schnell, mehr als der dritte Platz war nicht drin“, sagte Vettel.

Für Rosberg war es vor 86.700 Zuschauern auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona der neunte Sieg seiner Karriere und der erste Erfolg seit dem Erfolg am 9. November 2014 in Brasilien. Der Wiesbadener fuhr im fünften Saisonrennen zum fünften Mal aufs Podium und hat als WM-Zweiter nun 91 Punkte auf dem Konto. Der dreimalige Saisonsieger Hamilton führt mit 111 Punkten, Malaysia-Gewinner Vettel (80) ist Dritter. In Barcelona lag zum 19. Mal in 25 Rennen der Polesetter auch bei der Zieldurchfahrt vorn.

Rosberg, der am Samstag souverän auf die 16. Pole Position seiner Karriere gefahren war („Ein guter Tag im Büro“), erwischte einen perfekten Start. Das Team hatte dem Wiesbadener eine neue Kupplung eingebaut, nachdem es zuletzt immer wieder „Inkonstanzen“ gegeben hatte.

Dafür kam Hamilton kaum vom Fleck. Schon bei der Einführungsrunde schien es Probleme bei dem 30-Jährigen zu geben, im Sprint zur ersten Kurve blieb der Brite dann chancenlos gegen Vettel, der sich locker zwischen die Silberpfeile schob.

Während Rosberg an der Spitze souverän einen beruhigenden Abstand zwischen sich und Vettel herausfuhr, kam Hamilton einfach nicht an den Ferrari heran. „Unmöglich“ sei es, Vettel zu attackieren, ließ Hamilton sein Team via Funk wissen. Bei Mercedes reagierte man prompt und versprach dem Champion einen „Plan B“.

Allerdings erwies sich der dann kurzfristig anberaumte Boxenstopp als wenig kluge Entscheidung, der Reifenwechsel verlief alles andere als optimal und warf den Vorjahressieger wieder ein ganzes Stück zurück. Trotzdem forderte ihn seine Box auf, Vettel auf der Strecke zu attackieren.

Hamilton reagierte wenig optimistisch („Ich glaube, dass wird ziemlich unmöglich sein“), fuhr dann aber doch immer näher an Vettel heran und startete nach rund einem Drittel des Rennens die ersten Attacken auf die Rote Göttin. Ernsthaft gefährdet war der zweite Platz des Heppenheimers aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Für Lokalmatador Fernando Alonso war das Rennen schon vor Halbzeit beendet. Bei einem Boxenstopp versagten die Bremsen an seinem McLaren-Honda, nur mit Glück kam niemand zu Schaden, als der Wagen über die Haltelinie hinausschoss. „Die hinteren Bremsscheiben haben nicht mehr funktioniert, zum Glück gab es keine Verletzten“, sagte Alonso.

Hamilton setzte nach seinem zweiten Reifenwechsel eine Bestzeit nach der anderen und flog praktisch durch das Verfolgerfeld. Das reichte, um Vettel („Wir haben zu viel Zeit im Verkehr verloren“) zu überholen, als sich dieser später ebenfalls frische Pneus aufziehen ließ.

Auch Rosberg musste Hamilton kurzfristig passieren lassen, wusste aber zu diesem Zeitpunkt, dass der Weltmeister auf einer anderen Strategie unterwegs war und vermied jede „Feindberührung“. Nach Hamiltons letztem Stopp war der Weg dann endgültig frei für den werdenden Vater Nico Rosberg an diesem für ihn so speziellen Arbeitstag.

SID

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