Fahrfehler in Monza

Rosberg: "Das ist eben schiefgegangen"

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Nico Rosberg musste sich nach seinen Fahrfehlern mit dem zweiten Platz hinter Lewis Hamilton begnügen.

Monza - Der Druck war groß in Monza, und Nico Rosberg hat Fehler gemacht. Im Mercedes-Duell mit Lewis Hamilton muss der Deutsche nun zeigen, dass das nur ein Ausrutscher war.

Nur Stunden nach der Enttäuschung von Monza gönnte sich Nico Rosberg ein Eis im Cafe seiner Frau Vivian auf Ibiza. Via Twitter schickte er ein Foto davon um die Welt, und die Botschaft war deutlich: Aller Ärger, alle negativen Gedanken sollten in Italien bleiben. „Ich strenge mich an, die positiven Dinge des Rennens zu sehen“, hatte der WM-Spitzenreiter nach seinem zweiten Platz gesagt, „und die gab es.“

Denn trotz seiner Fahrfehler, trotz des Sieges von Mercedes-Rivale Lewis Hamilton: Der 29-Jährige nimmt 22 Punkte Vorsprung im WM-Klassement mit zum nächsten Rennen nach Singapur.

„Und die Strecke dort liegt mir, da lief es letztes Jahr richtig gut. Da kann ich meine Führung wieder ausbauen“, sagte Rosberg. Nur die kommende Aufgabe zählt, das ist schon seit Monaten das Motto des Deutschen auf dem Weg zu seinem ersten WM-Titel - Fragen blieben nach der ärgerlichen Niederlage von Monza dennoch.

Denn es schien, als habe Rosbergs Nervenkostüm doch ein wenig gelitten unter dem Ausnahmezustand der vergangenen zwei Wochen: Unter dem viel diskutierten Unfall mit Hamilton in Belgien, unter den öffentlichen Schuldzuweisungen durch die Teamleitung, den Pfiffen der Fans und der internationalen Kritik.

Zwei Fahrfehler wie in Monza, relativ unbedrängt und dazu an derselben Stelle, das kennt man eigentlich nicht vom Perfektionisten Rosberg. „Das war so gar nicht Nico-like“, sagt auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: „Das haben wir in diesem Jahr noch nicht von ihm gesehen.“

Hamilton kam nach seinem missglückten Start in Monza schnell nahe an Rosberg heran - bevor es jedoch zum echten Duell kam, machte der Deutsche den Weg durch seinen bereits zweiten Aussetzer des Rennens frei.

Wird aus diesem einmaligen Vorfall ein Trend, dann wäre das sechs WM-Läufe vor Schluss ein echtes Problem für Rosberg. Denn gerade die Konzentrationsfähigkeit und seine intelligente Fahrweise warf er gegen den Instinkt-Piloten Hamilton bislang erfolgreich in die Waagschale.

Doch Rosberg wiegelt ab, Sorgen um seine innere Ruhe müsse sich niemand machen. Natürlich sei das „Nervenkitzel, wenn der Teamkollege im Spiegel immer größer wird“, mehr aber auch nicht: „Ich musste schneller fahren, sonst hätte ich Probleme gekriegt, und das ist eben schiefgegangen. Das ist eine ganz simple Erklärung. `

In England haben derweil wilde Spekulationen Hochkonjunktur, und zahlreiche Zeitungen griffen diese auf. `Verschwörungstheoretiker überfluten das Internet mit Mutmaßungen, es könne sich um eine Begleichung der Schuld nach dem Spa-Unfall gehandelt haben“, schrieb etwa die Times. Die Fehler Rosbergs also auf Anweisung von Mercedes? Damit konfrontiert, musste Wolff lachen. „Nur ein paranoider Geist kann sich so etwas ausdenken“, sagte der Österreicher.

Dass es wie schon nach dem Unfall mit Hamilton in Spa erneut Pfiffe gegen Rosberg gab, verärgerte den Motorsportchef. „Dass Leute buhen, nachdem sich die Jungs die Seele aus dem Leib gefahren haben, zeigt überhaupt keinen Sportsgeist. Das müssen Menschen sein, die noch nie in ihrem Leben Sport getrieben haben. Da gibt es nur eine Antwort: ignorieren“, sagte Wolff, und wies zudem auf die noch immer recht deutliche Situation im WM-Kampf hin: „Nico kann das clever runterfahren“, sagte der 42-Jährige: „Er kann noch ein paar Mal Zweiter werden, bevor das wieder knapp wird.“

Geht es nach Rosberg, können ihm die Erfahrungen der vergangenen Wochen im Titel-Duell zudem sogar helfen. „In schwierigen Zeiten lernt man am meisten“, sagt der Wahlmonegasse. Schon in knapp zwei Wochen in Singapur will Rosberg das nutzen.

SID

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