Christian Horner unter Druck

Red-Bull-Teamchef: "Kontrolle über unsere Zukunft"

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Christian Horner und Red Bull laufen derzeit der Musik hinterher.

Budapest - Red-Bull-Teamchef Christian Horner steht im Jahr eins nach Sebastian Vettel mächtig unter Druck. Vieles müsste geändert werden, aber Horner kann nicht immer so, wie er will.

Christian Horner sitzt auf der Dachterrasse des Red-Bull-Motorhomes und lauscht dem Sound der Rennwagen auf dem Hungaroring. Doch die Idylle täuscht. Der ehemalige Teamchef von Sebastian Vettel steht ein Jahr nach dem Erfolg von Daniel Ricciardo in Ungarn gewaltig unter Druck - und hält die Fäden nicht selbst in der Hand.

„Der Plan verschiebt sich die ganze Zeit“, sagte Horner im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) leicht resigniert angesichts der Tatsache, dass Motorenlieferant Renault frühestens für das Rennen Anfang Oktober im russischen Sotschi das sehnlichst erwartet Upgrade liefert.

Nach vier Konstrukteurs- und Fahrertiteln mit dem Heppenheimer sind die Schützlinge von Milliardär Dietrich Mateschitz im Jahr eins nach Vettel noch weiter hinter Marktführer Mercedes zurückgefallen und nur noch die Nummer vier im Formel-1-Zirkus.

Kein Wunder, dass der Brausehersteller bereits ernsthaft über ein Ende seines Engagements nachgedacht hat - und zeitgleich nach Alternativen sucht. Mateschitz ist dabei das Zünglein an der Waage. „Dietrich hat das letzte Wort. Wenn wir schnell reagieren müssen, kann das mit einem Telefonanruf erledigt werden“, weiß auch Horner: „Das ist eine unser großen Stärken.“

Eine mögliche Zusammenarbeit mit Vettels neuem Arbeitgeber Ferrari sieht Horner derzeit allerdings nicht. „Sergio (Marchionne, Fiat-Boss, d.Red.) hat etwas über die Medien angeboten“, sagte der 41-Jährige: „Ich habe mit ihm nicht über Motoren gesprochen.“

Was nichts an der Tatsache ändert, dass „wir in einer konkurrenzfähigen Situation sein müssen“, soll es mit Red Bull in der Königsklasse weitergehen. „Wir müssen die Kontrolle über unsere Zukunft haben, und niemand von außerhalb“, meinte Horner.

Der Mann von Ex-Spicegirl Geri Halliwell war in der Vergangenheit immer wieder als möglicher Nachfolger des 84 Jahre alten Formel-1-Bosses Bernie Ecclestone ins Gespräch gebracht worden, doch Horner verlängerte seinen Vertrag bei Red Bull langfristig und stellte in Ungarn klar: „Die Formel 1 braucht Bernie jetzt mehr als je zuvor, um durch diese schwierige Phase zu kommen.“

Wenn er selbst die Macht hätte, das Bild der derzeitigen Formel 1 zu ändern, würde Horner vor allem die so genannten Power-Units, die hochkomplizierten Antriebseinheiten, einfacher machen, „ich bin kein großer Fan von ihnen“. Zudem „müssten die Autos schwerer zu fahren und schneller sein - eine größere Herausforderung und spektakulärer“. Horner wünscht sich „mehr Entertainment für die Fans“.

Die Frage, wo Red Bull heute stehen würde, wäre Sebastian Vettel nicht zu Ferrari gewechselt, hatte Horner bereits im Vorfeld des Ungarn-Grand-Prix sehr eindeutig beantwortet: „Wir wären ärmer.“ Zumindest darüber muss sich Christian Horner unter der sengenden Sonne Ungarns keine Sorgen machen.

sid

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