Vettel von 15 auf vier

Formel-1-Finale: Rosbergs erster Sieg-Hattrick

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Nico Rosberg gewann im Mercedes auch zum Saisonabschluss in Abu Dhabi.

Abu Dhabi - Nico Rosberg zum Dritten! Der Vizeweltmeister gewinnt auch das Finale in Abu Dhabi. Zweiter wird Champion Lewis Hamilton. Sebastian Vettel rast von Startplatz 15 auf Rang vier.

Nico Rosberg hat die Saison mit seinem ersten Sieg-Hattrick beendet und Weltmeister Lewis Hamilton mit einer klaren Kampfansage in die Winterferien geschickt.

Im Formel-1-Finale von Abu Dhabi fügte der Deutsche seinem britischen Mercedes-Teamrivalen die dritte Niederlage in Serie zu und nimmt so gewaltigen Schwung für das nächste Titelduell 2016 mit. "Großartig Jungs, danke für das Ende dieser Saison", funkte Rosberg an die Box, während ein famoses Feuerwerk den Himmel über der Strecke erleuchtete.

Hinter dem Silberpfeil-Duo, das mit zwölf Doppelerfolgen in diesem Jahr einen Rekord aufstellte, kam Kimi Räikkönen am Sonntag im Ferrari auf Rang drei. Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel raste von Startrang 15 auf Platz als Vierter im zweiten Ferrari ins Ziel. Nico Hülkenberg wurde im Force India starker Siebter.

Doch wie seit praktisch zwei Jahren stand nur das Duell Hamilton vs. Rosberg in Mittelpunkt. Wieder war der Deutsche vor dem Briten in der Qualifikation gelandet - wie schon in den fünf Grand Prix' zuvor. Und wieder herrschte großes Bangen in der Mercedes-Box vor dem Rennstart ob einer möglichen Kollision der beiden Silberpfeile.

"Ich bete darum, dass die beiden nicht zusammenfahren", meinte Teamaufsichtsratschef Niki Lauda. Als zum letzten Mal in diesem Jahr die Roten Ampeln noch bei Tageslicht ausgeschaltet und die finalen 305,355 Kilometer freigegeben wurden, bewies Rosberg erneut seine glänzende Spätform. Seine sechste Pole in Serie verteidigte der 30 Jahre alte gebürtige Wiesbadener in souveräner Manier.

Er ließ seinem britischen Stallrivalen erst gar keine Gelegenheit für ein erneutes fahrerisches Techtelmechtel und bog als klar Führender in die erste Kurve ein. Vielmehr musste Hamilton, mit dessen 50. Karriere-Pole es auch in Abu Dhabi nichts wurde, aufpassen, nicht von überholt zu werden. Gerade so konnte sich der seit dem viertletzten Saisonrennen schon als Weltmeister feststehende Brite den Mexikaner Sergio Perez im Force India und Räikkönen vom Leib halten.

Das war's zunächst mit der Action an der Spitze des Feldes im 19. Grand Prix des Jahres. Etwas dahinter machte Perez-Kollege Hülkenberg in der ersten Runde zwei Plätze gut und reihte sich vorerst als Fünfter ein. Vettel holte nach der verkorksten Qualifikation, als sich das Team verschätzt und Vettel die zweite K.o.-Runde verpasst hatte, drei Ränge auf und wurde nach der ersten von 55 Runden auf Platz zwölf geführt. Der Heppenheimer hatte die soften Reifen aufziehen lassen, um länger auf der Strecke bleiben zu können. Die Top Ten starteten allesamt mit den noch weicheren supersoften Gummis.

Und so musste Rosberg nach elf Runden die Reifen wechseln lassen, bis dahin hatte er sich einen Vorsprung von über fünf Sekunden herausgefahren auf Hamilton. Der Brite kam eine Runde später rein und fand sich anschließend auch noch hinter Vettel wieder. Dumm gelaufen für Hamilton, gut für Rosberg. Lange konnte Vettel den Briten allerdings nicht hinter sich halten. Und auch Räikkönen überholte Vettel wenig später, nach 24 Umläufen kam auch er zum Reifenwechsel rein.

Vorn aber machte Hamilton Druck auf Rosberg, dessen Motor deutlich mehr Kilometer schon abgespult hatte als der von seinem Rivalen. Das Polster von zwischenzeitig über sechseinhalb Sekunden schmolz auf unter drei. Entscheidend war allerdings, dass er auf eine Sekunde rankommen würde, um dann die Überholhilfe DRS aktivieren zu können.

Überholen musste er aber gar nicht, Rosberg kam zuerst zum zweiten Reifenwechsel an die Box. Hamilton aber blieb draußen. Es wurde zum strategischen Fernduell der beiden Mercedes-Crews. Die Idee des Briten, gar mit dem Reifensatz durchzufahren, verwarf das Team, 13 Runden vor Schluss kam auch er rein - und fuhr mit einem Rückstand von gut 13 Sekunden auf Rosberg wieder raus.

Vor einem Jahr hatte der gebürtige Wiesbadener beim Finale nach Problemen mit seinem Silberpfeil die WM-Niederlage gegen Hamilton hinnehmen müssen. Diesmal machte ihm am Ende der ältere Motor gewaltig zu schaffen. Hamilton fuhr, was das Zeug hielt und holte erneut auf. Es reichte aber nicht, Rosberg war der 14. Sieg in seiner Laufbahn nicht mehr zu nehmen.

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