Rosberg: Kein Muskelspiel mit Schumi

Nico Rosberg und Michael Schumacher sind jetzt Teamkollegen
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Nico Rosberg (l.) und Michael Schumacher sind jetzt Teamkollegen

Hamburg - Die ersten Testfahrten sollen nicht zum Muskelspiel im neuen Silberpfeil werden. Tipps für den etwas abergläubischen Michael Schumacher könnte Nico Rosberg aber schon haben.

“Teamintern definitiv nicht“, sagte Nico Rosberg vor seiner Jungfernfahrt mit dem neuen Formel-1-Rennwagen von Mercedes Grand Prix in einem Interview.

Ein Ritual hat er sich nicht zurecht gelegt, bevor er an diesem Montag in Valencia Gas gibt. Tipps für den etwas abergläubischen Teamkollegen Michael Schumacher könnte er schon haben. “Die Formel-1-Autos und das Reglement haben sich schon um einiges verändert, seit Michael Ende 2006 die Formel 1 als Aktiver verlassen hat. Da gibt es sicher auch Dinge, die er von mir erfahren kann“, sagte er. “Nach vier Jahren in der Formel 1 habe ich auch schon sehr viel Erfahrung sammeln können.“

In seinem fünften Formel-1-Jahr will der Filius von Ex-Weltmeister Keke Rosberg es wissen. Und gegen einen siebenmaligen Champion kann er doch fast nur gewinnen, oder? “In Bezug auf die Beurteilung von Außenstehenden möglicherweise. Aber persönlich, und darum geht es mir, möchte ich eine super Leistung bringen und vor meinem Teamkollegen sein. Das ist ein Teil des Reizes an dem Sport“, erklärte Rosberg. Hat er aber das Nachsehen, könnte es seine Karriere durchaus auch bremsen.

In Fahrt kommen will er aber auf jeden Fall erstmal an diesem Montag bei der Premiere des neuen Mercedes, dem ersten ganz eigenen Formel-1-Werksauto des schwäbischen Automobilbauers seit 55 Jahren. “Es ist für mich schon sehr spannend“, meinte Rosberg, der von Williams zu Mercedes Grand Prix gewechselt war.

Gemeinsam strahlten der 24-Jährige und der rund 17 Jahre ältere Schumacher am vergangenen Montag bei der Präsentation der neuen mattsilbern lackierten Rennwagen in die Kameras. Neben den Terminen mit dem Team haben die beiden Piloten, die zusammen die Konstrukteurs-WM holen wollen, noch nichts gemeinsam unternommen. “Bisher noch nicht“, sagte Rosberg. Im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart habe man “zum ersten Mal viel Gelegenheit, miteinander zu reden“ gehabt. “Zuvor hatten wir uns meist nur bei Charity- Fußballspielen privat getroffen“, erklärte Rosberg.

Bei den dreitägigen Tests in Valencia, wo am Montag Rosbergs Ex- Team Williams mit Landsmann und Vornamensvetter Nico Hülkenberg sowie Toro Rosso ebenfalls ihre Autos erstmals präsentieren, dürften die beiden weitere Gelegenheit zum gegenseitigen Beschnuppern haben. Vor allem aber gilt es, den Silberpfeil weiter auf die Piloten abzustimmen. Nachdem am Donnerstag Ferrari und am Freitag McLaren- Mercedes ihre Rennwagen präsentierten, darf man auf das erste Kräftemessen gespannt sein. Auch wenn Rosberg einschränkt: “Alle Teams werden sicherlich bei den ersten Tests nicht alles zeigen.“ Red Bull mit Vizeweltmeister Sebastian Vettel wird in Valencia zudem noch gar nicht dabei sein.

Rosberg dürfte das egal sein. Auch er wird gespannt sein, wie sich sein neuer Dienstwagen anfühlt und verhält. “Ich hoffe natürlich auch ein Sieger-Auto zu bekommen, denn es wäre fantastisch, meinen ersten Sieg einzufahren und das in einem Mercedes-Silberpfeil.“ Er kenne die Zahlen aus dem Windkanal und “ich weiß daher ungefähr wie schnell das Auto im Vergleich zum letztjährigen sein sollte. Und ich weiß, wohin das Team in den nächsten Wochen noch kommen will, bis zum ersten Rennen“. Das steigt in anderthalb Monaten am 14. März in Bahrain.

dpa

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