Ende der F1-Sommerpause: Wer macht in Spa wen nass?

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Lewis Hamilton und Co. sind wieder da. Foto: Zsolt Czegledi

Spa-Francorchamps - Lewis Hamilton & Co. sind wieder zurück. Vier Wochen nach dem Rennen in Ungarn läutet die Formel 1 die hochbrisante zweite Saisonhälfte ein. Es gibt viele spannenden Fragen.

Die Formel 1 erwacht wieder aus ihrem Sommerschlaf. Weltmeister Lewis Hamilton und seine Verfolger eröffnen nach vier Wochen Pause die zweite Saisonphase mit dem Grand Prix von Belgien an diesem Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky). Nach der Station in Monza am 6. September begibt sich der Tross nach Übersee. Nach Etappen unter anderem in Singapur, Russland und Mexiko steigt das Finale wie gewohnt Ende November in Abu Dhabi. Die derzeit drängendsten Fragen bis zum Showdown.

Wird Weltmeister Lewis Hamilton weiter dominieren?

Neun Pole Positionen, fünf Grand-Prix-Siege - der Titelverteidiger hat die Konkurrenz von Beginn an zurechtgewiesen. Und das soll nach seinem Wunsch so bleiben. Die erste Saisonhälfte verlief allerdings auch für den Briten nicht ohne Pech und Pannen. Die hartnäckigsten Konkurrenten um Mercedes-Stallrivale Nico Rosberg und Ferrari-Star Sebastian Vettel konnten in Schlagdistanz bleiben. Für den Sieg Rosbergs in Spanien fand Hamilton keine Erklärung, den schon sicheren Triumph in Monaco musste er wegen eines unfassbaren Strategie-Blackouts an der Box abhaken. Ungarn mit Rang sechs war für den 30-Jährigen schließlich ein Rennen zum Vergessen. Der Titel führt aber nur über den zweimaligen WM-Champion.

Bekommt Nico Rosberg sein Qualifikations-Tief in den Griff?

Elf Poles sammelte der gebürtige Wiesbadener noch 2014 - nun hat er gerade einmal eine eingefahren. Rosberg begründet das mit seiner geänderten Herangehensweise an diese Saison: Der 30-Jährige konzentrierte sich im Vorfeld verstärkt auf die Rennen, das hat offenkundig seine Vorstellungen an den Samstagen beeinträchtigt. Dafür stand er 2015 schon an drei Rennsonntagen ganz oben. Rosberg will in der Qualifikation zulegen - Mercedes bei den Starts. In Silverstone schossen die Williams vorbei, in Budapest die Ferraris. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bezeichnete die Situation als „nicht akzeptabel“, er sei daher „sehr besorgt“ gewesen. In Belgien hofft der Österreicher auf Fortschritte.

Kann Sebastian Vettel den Rückstand auf die Silberpfeile verkürzen?

Mercedes ist das Maß der Dinge - das steht außer Frage. Aber die Scuderia hat in diesem Jahr beachtliche Fortschritte gemacht: Der Motor ist leistungsstärker, die Rennstrategien sind reifer und nicht zuletzt Vettel wirkt für den Rennstall beflügelnd. Doch Ferrari und Teamchef Maurizio Arrivabene wahren Zurückhaltung. „Manchmal können wir zu ihnen aufschließen oder wie in Ungarn und Malaysia sogar Rennen gewinnen“, sagte der Scuderia-Boss mit Blick auf die Silberpfeile. „Manchmal ziehen sie aber einfach davon.“ Das sei eben die Dramaturgie dieser Saison und diese weise zumindest daraufhin, „dass wir uns in die richtige Richtung entwickeln.“

Wie geht Kimi Räikkönen mit den Spekulationen um seine Person um?

In der Sommerpause hatte der „Iceman“ mediale Ruhe. Der Finne konnte als zweiter Ferrari-Pilot dem unangefochtenen Vettel bislang nie richtig nahekommen. In dem Heppenheimer hat Räikkönen immerhin einen ganz klaren Fürsprecher. „Kimi ist einer der talentiertesten Fahrer“, wiederholte Vettel Mal um Mal. Williams-Mann Valtteri Bottas gilt trotz fälliger Ablöse in Millionenhöhe als Favorit für die Nachfolge. Die Leistungen von Räikkönen in diesem Jahr sind eben viel zu wechselhaft. Vettel (160 Punkte) hat 84 Zähler mehr als sein Kumpel, führt bei Siegen mit 2:0 und im Qualifying 8:2.

Gibt es ab Spa Neuerungen in der Formel 1?

Die Königsklasse des Motorsports beschränkt nach der Sommerpause die technischen Hilfen für die Fahrer. Die Piloten sollen vor allem beim Start wieder „die volle Kontrolle über ihr Auto“ übernehmen. Damit soll die Spannung und die Unberechenbarkeit der Rennen erhöht werden, wie der Internationale Automobilverband FIA schon am Rande des Rennens in Silverstone mitteilte. Hamilton & Co. sind insbesondere beim Kuppeln wieder verstärkt selbst gefordert. In Ungarn unternahmen die Teams schon mal Testläufe. Auch der Austausch mit den Ingenieuren wird eingeschränkt. Einige von ihnen wurden schon bei der FIA vorstellig, weil sie ein Startchaos befürchten. „Ich rechne mit schwer vorhersehbaren Starts“, prognostizierte Hamilton.

dpa

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