In Shanghai soll der nächste Sieg her

Vettel bereit zu neuer Attacke gegen Silber

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Nach seinem Sieg in Malaysia will Sebastian Vettel in Shanghai nachlegen.

Shanghai - Sebastian Vettel will nach seinem Überraschungssieg in Malaysia beim Großen Preis von China nachlegen. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es in Shanghai.

Auf dem Weg zu den Erfolgen seines Kindheitsidols Michael Schumacher setzt sich Sebastian Vettel keine Grenzen. „Wir wollen die Weltmeisterschaft zurück nach Maranello holen“, sagte der neue Ferrari-Star. Der erste Sieg für die Scuderia in Malaysia hat den viermaligen Formel-1-Champion im Kampf gegen Mercedes beflügelt. Und spätestens vor dem Großen Preis von China am Sonntag (8.00 Uhr/RTL und Sky) kann er sich der Vergleiche mit Rekordweltmeister Schumacher nicht mehr erwehren.

„Er hat sehr, sehr große Fußstapfen hinterlassen. Das Ziel ist es aber nicht, diese zu füllen, sondern idealerweise eigene zu hinterlassen“, sagte Vettel über Schumacher und ergänzte ehrfürchtig: „Ich spreche für das ganze Team, wenn ich sage, dass wir in einer sehr, sehr guten Situation wären, wenn wir irgendwann auch nur in die Nähe der Erfolge kämen, die er mit Ferrari hatte.“

Zunächst soll in China der Druck auf die Silberpfeile um Weltmeister Lewis Hamilton und Vize Nico Rosberg, die in Sepang nur Zweiter und Dritter wurden, hochgehalten werden. „Am wichtigsten ist es, unsere Leistung zu bestätigen und die Jungs einzufangen“, sagte Vettel. Mit einem erneuten Schwächeln von Mercedes rechnet der Heppenheimer allerdings nicht: „Ich erwarte Mercedes wieder sehr, sehr stark.“

Auf seinem Erfolg im zweiten Saisonrennen hat sich der 27-Jährige in den vergangenen Tagen deswegen auch nicht ausgeruht. Schon in der Vorwoche saß Vettel im italienischen Maranello im Simulator und feilte am richtigen Setup für die kommenden Aufgaben. In Malaysia profitierte Vettel von einer cleveren Taktik und der Hitze, in China wird zumindest letzteres als Unterstützung fehlen. „Shanghai ist eine ganz andere Strecke, zudem wird es deutlich kühler. Trotzdem werden wir so hart fahren, wie es irgendwie geht“, sagte Vettel.

2009 gewann er selbst zuletzt vor den Toren der chinesischen Millionen-Metropole, Schumacher feierte dort drei Jahre zuvor den letzten seiner 91 Grand-Prix-Siege. Mit nun 40 Erfolgen liegt der Ex-Red-Bull-Pilot zwar noch deutlich hinter seinem Idol - und doch war sein erster Ferrari-Sieg viel mehr wert als andere Erfolge zuvor.

„Das war so ein großartiger Moment“, sagte der Hesse, als er sich persönlich bei den Angestellten in der Fabrik in Italien bedankte. „Ich bin ein Teil des Teams und nie alleine auf der Strecke, weil ihr immer bei mir seid“, betonte er in einer emotionalen Ansprache: „Danke für das tolle Auto. Wir werden noch großartige Momente zusammen erleben.“

Die Siegertrophäe aus Malaysia wurde anschließend in einer Glasvitrine vor dem Ferrari-Restaurant aufgestellt. Kaum ein Mitarbeiter ließ es sich nehmen, ein Foto von dem Pokal zu machen. Immerhin hatte es seit dem Erfolg von Fernando Alonso 2013 in Spanien fast zwei Jahre gedauert, bis die stolzen Italiener endlich wieder über einen Sieg jubeln konnten.

Nach zwei Rennen mit seiner Eva, wie Vettel den roten Boliden taufte, läuft es blendend. Dank Rang drei in Australien und dem anschließenden Triumph ist Vettel als Zweiter (40 Punkte) ärgster Verfolger von Hamilton (43), direkt dahinter lauert Rosberg (30). „Es ist natürlich etwas überraschend, dass es so früh so gut läuft“, sagte Vettel. Doch nach seinem sieglosen Seuchenjahr 2014 mit Red Bull lässt er sich das gefallen: „Wir hoffen, dass es so weitergeht.“

SID

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