Noch ohne Sieg 2014

Vettel: "Mein Siegeshunger hat nicht nachgelassen"

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Sebastian Vettel ist im Jahr 2014 noch ohne Sieg in der Formel 1.

Suzuka - Sebastian Vettel reist mit guten Gefühlen nach Japan, zuletzt lief es besser für den Weltmeister. Auf seiner Lieblingsstrecke soll nun das nächste Erfolgserlebnis her - vielleicht sogar der erste Sieg 2014.

In eine japanische Karaoke-Bar dürfte es Sebastian Vettel in diesem Jahr nicht verschlagen, soviel steht wohl fest. Doch sogar in der verkorksten Saison 2014 reist der Weltmeister mit einem Lächeln zu seinem Lieblingsrennen nach Fernost, und das hat verschiedene Gründe.

„Die Kleinigkeiten passen besser zusammen“, sagt der Titelverteidiger vor dem 15. Saisonlauf am Sonntag (8.00 Uhr/RTL und Sky): „Es läuft immer mehr in unserem Sinne. Wir haben noch riesiges Potenzial, und wir sind auf dem Weg, das besser auszuschöpfen.“

Der zweite Platz beim vergangenen Rennen in Singapur hat für neuen Mut gesorgt beim Heppenheimer, „der Junge hat's endlich wieder hingekriegt„, sagte der Red-Bull-Pilot schmunzelnd in der Sport Bild. Und nach seinem größten Erfolg der bisherigen Saison wartet auf den Weltmeister - wie passend - das Land der aufgehenden Sonne, mit dem Vettel zahlreiche schöne Momente verknüpft.

2011 feierte er hier seinen zweiten WM-Triumph, ausschweifend auf der Bühne einer Karaoke-Kneipe, wie er immer wieder erzählt. Schon viermal gewann er auf dem Traditionskurs, die Fans in Suzuka lieben Vettel - und Vettel liebt die Fans. `Ich genieße den Kurs und die Atmosphäre sehr, ich würde es sehr gerne auf das Podium schaffen“, sagt der 27-Jährige, „die Zuschauer wissen die Formel 1 wirklich zu schätzen, es ist toll, das zu sehen.“

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Sorgen bereitet dem Hessen allerdings die bald drohende Strafversetzung in der Startaufstellung. Bereits fünf Verbrennungsmotoren hat Vettel in dieser Saison verwendet, das erlaubte Maximum also - muss ein neuer her, müsste der Weltmeister um zehn Plätze zurück. Laut Vettel ist die Frage hier längst nicht mehr ob dies geschieht, sondern wann: „Wir müssen schauen, wann es am cleversten wäre, die Strafe in Kauf zu nehmen.“

Dennoch bleiben Vettel fünf Rennen Zeit, um seine erste sieglose Saison seit 2007 zu verhindern. Und dass ihm das gerade in Japan gelingt, ist keineswegs unmöglich. „Der Kurs passt zu mir und zu meinem Auto, das sollte uns näher heranbringen“, sagt Vettel, denn auf gewissen Strecken ist der RB10 durchaus eine Gefahr für Mercedes, die drei Siege seines Teamkollegen Daniel Ricciardo belegen das - und die schnell fließenden Kurven von Suzuka dürften dazugehören.

Vettel sieht daher die Möglichkeiten, die diese Saison noch bietet. Von einer Rolle als Helfer Ricciardos will er nichts wissen. „Es ist das falsche Jahr, um über Stallorder zu reden“, sagt der Deutsche, „denn selbst wenn wir ein perfektes Auto hätten, wäre es in dieser Saison sehr schwer, Mercedes noch zu überholen.“

Als WM-Dritter hat Ricciardo 60 Punkte Rückstand auf den WM-Führenden Hamilton (241). Zuletzt hatte sich der Australier öffentlich die Hilfe Vettels gewünscht, Teamchef Christian Horner zieht dies jedoch vorerst nicht in Erwägung. Gemeinsam und gleichberechtigt sollen beide Piloten in der Endphase der Saison noch einmal auf die Jagd gehen.

Offene Rennen bis zum Schluss: Das ist eine Aussicht, die Vettel gefällt. Der Titelverteidiger will möglichst viel mitnehmen aus diesem Jahr, damit „ich an Weihnachten in den Spiegel schauen und sagen kann: Ich bin wieder ein besserer Fahrer geworden. Und dann will ich voll angreifen. Mein Siegeshunger hat nicht nachgelassen.“ Ein Erfolg in Suzuka würde besonders gut schmecken.

SID

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