Mit Frust nach Italien

Vettel vor Monza: "Man braucht eine dicke Haut"

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Mit neuem Chassis zurück auf die Erfolgsspur? Sebastian Vettel muss hoffen.

Monza - Sebastian Vettel droht in Monza die nächste Niederlage gegen seinen Teamkollegen Daniel Ricciardo. Abhilfe soll nun ein neues Chassis für seinen Boliden schaffen - mal wieder.

Kein Zweifel, Sebastian Vettel ist schon mit schöneren Gefühlen nach Monza gereist. Der WM-Kampf ist längst verloren, auch gegen den Teamkollegen hagelt es Niederlagen - für Vorfreude sorgen höchstens die Rahmenbedingungen. Denn immerhin, „Italien bietet eine Menge“, sagt Vettel vor dem Rennen am Sonntag, „gutes Essen, schöne Orte.“ Etwas mehr als Dolce Vita darf es für den 27-Jährigen allerdings schon sein. Und deshalb wird sein Red-Bull-Bolide mal wieder generalüberholt.

Als „unberechenbar“ hatte der Heppenheimer seinen RB10 zuletzt bezeichnet, mit einem „Holzknüppel“ werde er „an die Front“ geschickt, sagte Vettel. Der Sieg seines Stallrivalen Daniel Ricciardo in Spa nagte am Titelverteidiger, denn der Australier war im gleichen Auto einmal mehr deutlich schneller unterwegs. Vettel wurde nur Fünfter - und über die Gründe für seine Unterlegenheit konnte der Deutsche nur rätseln.

„Ich kann Sebastian verstehen, dass er frustriert ist“, sagte daher Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko bei Auto Bild Motorsport: „Besonders da der Teamkollege gewinnt. Wir müssen jetzt so schnell wie möglich ein neues Chassis für ihn bauen.“ Denn Vettels „Suzie“ soll krumm gewesen sein, das wäre ein möglicher Grund für die deutlichen Nachteile des Deutschen gegenüber Ricciardo. „Es ist nicht normal, dass Sebastian gegen Daniel so viel Zeit verliert“, sagt Marko.

Für den Weltmeister ist der Umbau allerdings nur eine zarte Hoffnung, denn es ist nicht die erste derartige Maßnahme in dieser verkorksten Saison. Schon nach dem Großen Preis von China war das Chassis gewechselt worden, geändert hat das damals wenig.

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Jungstar Ricciardo ist und bleibt in dieser Saison Red Bulls Speerspitze, wenn Vettel ihn schlägt, sind das Ausnahmen. Der 25-Jährige hat die drei einzigen Saisonsiege eingefahren, die nicht auf das Konto von Mercedes gehen, mit 156 Punkten liegt Ricciardo zudem als Einziger in Sichtweite des überlegenen Silberpfeil-Duos Nico Rosberg (220) und Lewis Hamilton (191). Vettel belegt mit 98 Zählern nur den sechsten Gesamtrang, vor dem Auftritt auf dem Vollgaskurs in Monza ist eine Saison ohne Sieg für den viermaligen Champion nicht mehr unwahrscheinlich.

All das liegt zum einen daran, dass Ricciardo eben besser zurechtkommt mit dem aktuellen Auto des Weltmeisterteams. Doch es liegt auch an einer bemerkenswerten Pannenserie, die kurioserweise fast ausschließlich Vettel betrifft. Und auch an einigen unglücklichen Taktik-Entscheidungen des Teams.

Dass also nicht selten auch die Crew die Schuld trug an den Misserfolgen, ging allerdings stets etwas unter. Die Kritik bekommt Vettel ab, der gefallene Weltmeister, und das nervt den Hessen. „Es gab zwei, drei Situationen, in denen man sich viele Diskussionen mit einer konkreten Aussage, was die Probleme anging, hätte ersparen können. Das hat man leider nicht getan“, sagt Vettel daher in Richtung seines Teams: „Da braucht man manchmal eine dicke Haut. ` Die dürfte auch im schönen Italien nicht schaden.

SID

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