Formel 1

Viel Lärm um Sauber und Van der Garde

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Monisha Kaltenborn ist die Teamchefin von Sauber. Foto: Srdjan Suki

Melbourne - Der Gerichtsfall um drei Fahrer für zwei Cockpits sorgte beim Formel-1-Auftakt tagelang für den größten Nebenschauplatz. Manche Reaktion im Fahrerlager empfand Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn als "befremdend".

Als es darauf ankam, konnte sich die einzige Teamchefin der Formel 1 wieder voll auf den Sport konzentrieren.

Nach drei Prozessen über fast eine Woche vor Melbourner Gerichten sorgte eine außergerichtliche Einigung des Sauber-Rennstalls unter der Führung von Juristin Monisha Kaltenborn mit dem niederländischen Formel-1-Piloten Giedo van der Garde noch rechtzeitig für (vorübergehende) Ruhe. Das Team konnte wie geplant seine auch als Stammpiloten gemeldeten Fahrer Felipe Nasr und Marcus Ericsson auf die Strecke im Albert Park von Melbourne schicken.

Van der Garde verzichtete auf sein gerichtlich erzwungenes Recht, am Wochenende beim Großen Preis von Australien zu fahren. Beide Seiten würden miteinander kooperieren, erklärte Teamchefin Kaltenborn am Samstag im Fahrerlager und wirkte eigentlich ganz entspannt. Dort, wo sie manche Reaktion auch als "befremdend und vielleicht auch enttäuschend" empfunden habe. Beispiele wollte die in Indien geborene Wienerin nicht preisgeben. Ebenso wenig wie Details zu der Einigung, die man offensichtlich erzielt hat. Informationen werde es kommende Woche geben, kündigte sie an.

Van der Garde schrieb bei Facebook, dass er aus Respekt vor den Interessen des Motorsports und der Formel 1 im Speziellen auf sein Recht verzichtet habe. "Da ich ein leidenschaftlicher Rennfahrer bin, war das eine sehr schwierige Entscheidung für mich", schrieb van der Garde. Allerdings fehlte dem 29 Jahre alten ehemaligen Reservepiloten des Teams dem Vernehmen nach auch weiterhin noch die notwendige Superlizenz.

Drohende Beschlagnahmungen von Material des Sauber-Teams unmittelbar vor dem Rennen am Sonntag wurden so abgewendet. Diese und sogar Beugehaft gegen Kaltenborn hatte van der Gardes Rechtsvertreter zuvor gefordert, sollte sein Mandant an einem Start beim Auftaktrennen gehindert werden. Auf die Frage, ob es die schwerste Situation des Teams seit ihrer Amtsübernahme im Oktober 2012 gewesen sei, antwortete die 43-Jährige aber mit einem klaren Nein.

Und darum ging es: Ein Gericht des australischen Bundesstaates Victoria hatte nach ersten Anhörungen am Montag zwei Tage später bestätigt, dass van der Garde einen gültigen Vertrag für diese Saison als Stammfahrer besitzt. Sauber hatte allerdings Nasr und Ericsson bereits Ende November vergangenen Jahres dem Internationalen Automobilverband gemeldet.

Nach der Entscheidung des Gerichts, das im übrigen einem Urteil eines Schweizer Schiedsgerichts folgte, ging Sauber in die Berufung. Und verlor auch diese. Danach wollte van der Garde die Umsetzung des Urteils gerichtlich erwirken, eine Sitzanpassung führte er am Freitag vor dem ersten Freien Training durch. Bevor es zu einer erneuten Entscheidung kam, führten die Gespräche beider Partien zum Rückzieher van der Gardes. Worauf man sich bereits verständigt hat oder noch verständigen wird, blieb offen. Vor dem nächsten Rennen in zwei Wochen in Malaysia sollte aber Klarheit herrschen.

Tweet Supreme Court

van der Garde bei Facebook

dpa

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