Formel 1

Vettel gegen Rosberg: Deutsches Duell um die "Mini-WM"

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Sebastian Vettel und Nico Rosberg (r.).

Mexiko-Stadt - Deutsches Duell um Platz zwei: Für Sebastian Vettel und Nico Rosberg geht es im Saisonfinale noch um viel mehr als den Vize-Titel in der WM.

Sebastian Vettel ist für Mexiko schon bestens gerüstet. Ein paar Brocken spanisch spricht der Heppenheimer natürlich. Und eine Tortilla kann der Ferrari-Star auch ohne Probleme zusammenklappen und fachmännisch hineinbeißen, wie der 28-Jährige gerade in einem ganz lustigen Internet-Video beweist.

Er macht den Spaß mit, Vettel wirkt vor dem nächsten Grand Prix auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez (Sonntag, 20.00 Uhr/RTL und Sky) richtig gelöst. Die Enttäuschung, den Formel-1-Titel Lewis Hamilton überlassen zu müssen, ist verarbeitet. „Es ist nicht toll, wenn du den Fight um die WM verlierst“, sagt Vettel. Aber: „Es gibt noch reichlich zu tun.“

Auf dem Papier geht es gegen Nico Rosberg zwar „nur“ um Platz zwei in der WM-Wertung. Aber in Wahrheit steht natürlich mehr auf dem Spiel. Der Zweite ist für die nächste Saison automatisch der erste Verfolger von Hamilton, es geht darum, sein Revier abzustecken, Selbstvertrauen zu tanken. Und Mercedes den nächsten Stich zu versetzen. „Wir kommen näher“, sagt Vettel. Und das schmeckt den Silberpfeilen gar nicht.

251 Punkte hat Vettel bisher gesammelt und damit vor dem drittletzten Saisonrennen vier Zähler mehr auf dem Konto als Rosberg. Das hätte dem Ex-Weltmeister so vor der Saison ja keiner zugetraut. Und alles andere als Platz eins und zwei in der WM wäre für die überlegenen Mercedes auch eine kleine Katastrophe - der Verlust der Unbesiegbarkeit und ein Warnschuss für 2016.

Diese Blöße will sich Rosberg nach seinem üblen K.o. im WM-Kampf gegen seinen Teamrivalen Hamilton natürlich nicht auch noch geben. „Jetzt muss ich mich von diesem harten Tag erholen“, sagt er über seinen schwarzen Sonntag in Austin: „Aber ich bin sicher, dass mir das gelingen wird.“ Noch eine Pleite gegen Vettel will er auf keinen Fall einstecken.

„Ich denke nicht eine Sekunde daran, am Ende Dritter zu sein“, sagt Rosberg und ruft in der Bild-Zeitung das deutsche Duell um Platz zwei aus: „Ich tue so, als würde es eine neue WM geben, die nur aus drei Rennen besteht. Und diese Mini-WM will ich gewinnen.“

Nach der Titelentscheidung von Austin wird Vettel nun plötzlich gejagt. Und an diese Rolle könnte sich der Ferrari-Pilot im Hinblick auf das nächste Jahr sicher gewöhnen. Mit bisher drei Saisonsiegen und dem zweiten Platz in der WM-Wertung „haben wir alle Erwartungen übertroffen“, sagt Vettel, der sich neben dem Rennen in Mexiko-Stadt mindestens genau so auf 2016 freut: „Hoffentlich können wir ihnen richtig Feuer machen.“ Er scheint jedenfalls gerüstet.

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