Am Geburtstag in der Kritik

Vettel: "Man fährt mit dem, was man hat"

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Silverstone - Vom Team gab's eine Torte, aber den größten Wunsch von Geburtstagskind Sebastian Vettel werden Red Bull und vor allem Motorenlieferant Renault dem nun 27-Jährigen wohl nicht so schnell erfüllen können: ein siegfähiges Auto.

So muss Vettel auch im Vorfeld des Großen Preises von England in Silverstone kleine Brötchen backen - ganz im Gegensatz zu WM-Spitzenreiter Nico Rosberg, der ein großes Selbstbewusstsein ausstrahlt. „Man fährt mit dem, was man hat, und versucht, das Maximale aus dem Paket herauszuholen“, sagte Vettel am Donnerstag. Der viermalige Weltmeister weiß aber ganz genau, dass der Rückstand auf die dominierenden Silberpfeile weiter sehr groß ist: „Sie sind in der Lage, jedes Rennen zu gewinnen.“ Und auch wenn Vettel den Titel nicht abschreiben will, solange er rechnerisch noch möglich ist, muss er doch zugeben, dass „es realistisch betrachtet“ für ihn in diesem Jahr nichts mehr zu holen gibt.

Ganz anders sieht es natürlich bei Rosberg aus, der in der Gesamtwertung mit 165 Punkten bereits 29 Zähler vor seinem englischen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton (136) liegt, der sich natürlich bei seinem Heimrennen das Momentum zurückholen möchte. Keine einfache Aufgabe, denn für Rosberg ist „Silverstone nicht primär als Heimrennen von Lewis“, sondern als „Heim-Grand-Prix des Rennstalls“ zu sehen. „Klar möchte ich Lewis schlagen, aber das will ich auf jeder Strecke“, so Rosberg, der Silverstone keinesfalls „als Schlüsselrennen für die WM bezeichnen“ möchte. Schließlich glaubt der Rosberg, der vergangene Woche auf Ibiza seinen 29. Geburtstag gefeiert hatte, „dass ich mich noch steigern kann in dem Auto“. Im vergangenen Jahr stand Hamilton auf der Pole Position, doch im Rennen setzte sich der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg durch.

Nach dem Ausfall in Kanada und dem Patzer beim Qualifying in Österreich steht der frühere Champion Hamilton vor den eigenen Fans entsprechend unter Druck. Immerhin muss Hamilton sich nach dem frühzeitigen Aus der englischen Mannschaft keine Gedanken mehr um die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien machen. Ganz im Gegensatz zu Vettel und Rosberg. Beide glauben an einen deutschen Sieg im Viertelfinale gegen Frankreich am Freitag (18.00 Uhr MESZ/ARD) in Rio de Janeiro. „Es wird ein sehr enges Spiel. Ich denke, es geht in die Verlängerung, und Deutschland gewinnt“, so Vettel. „Aber die müssen schon noch mal überlegen, ein paar Änderungen zu machen“, spielte Rosberg ein bisschen Bundestrainer und postete seine Wunschaufstellung im Internet - mit Khedira, Schweinsteiger und Schürrle. Während Vettel versuchen will, trotz der eigenen Termine wie dem Fahrerbriefing „irgendwo einen Fernseher zu finden“, setzt Rosberg klare Prioritäten: „Mir ist das egal - ich gucke Fußball.“ Als WM-Spitzenreiter darf er sich das wohl auch erlauben.

SID

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