Vettel und Co. ratlos:

F1-Fiesta pur in Mexiko, aber Flaute in Deutschland

Formel 1, Mexiko
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Niko Rosberg feiert seinen Sieg vor den vollen Rängen im Autodromo Hermanos Rodriguez.

Mexiko-Stadt - In Mexiko feierten die PS-Fans eine einzige große Party. Sebastian Vettel und Co. wünschen sich eine solche beeindruckende Atmosphäre auch in Deutschland.

Volle Ränge, Riesenstimmung - 134.850 Fans machten aus dem Großen Preis von Mexiko eine einzige grandiose Formel-1-Fiesta. Die Stars um Sebastian Vettel und Nico Rosberg zeigten sich von der Kulisse im Autodromo Hermanos Rodriguez tief beeindruckt. Und fragen sich nun, warum eine solche Stimmung in Deutschland offenbar nicht mehr möglich ist.

„Vielleicht sind die Fans etwas müde, vielleicht sind die Karten zu teuer“, sagte Vettel. Nach der Ära Michael Schumacher war das Interesse der PS-Fans an den Rennen in Hockenheim und am Nürburgring zuletzt stetig zurückgegangen. In diesem Jahr fiel der Große Preis von Deutschland sogar ganz aus, weil der Veranstalter auf dem Nürburgring ein finanzielles Fiasko befürchtete und das wirtschaftliche Risiko nicht eingehen wollte.

„Es war zuletzt nicht voll - ich weiß auch nicht, was da schiefläuft“, sagte Vettel. Auch für Mexiko-Sieger Nico Rosberg ist das Stimmungstief im Mercedes-Land ein Rätsel. „Ich habe keine Erklärung dafür“, sagte der Wiesbadener, der von den mexikanischen Fans mit „Nico, Nico“-Sprechchören gefeiert wurde. Dabei könnten die Voraussetzungen für den heimischen Markt mit zwei deutschen Fahrern an der Spitze und einem deutschen Rennstall als Seriensieger „eigentlich nicht besser sein“, sagte Vettel: „Es ist ein Rätsel.“

Umso mehr genossen die Fahrer in Mexiko die Partystimmung an der Strecke. „So etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagte Weltmeister Lewis Hamilton: „Das war wie beim Fußball, die Fans waren unglaublich.“ Besonders laut wurde es immer bei der spektakulären Fahrt durch ein altes Baseball-Stadion - eine kaum noch für möglich gehaltenen Stimmung rund um die Formel 1.

Genau vor dieser Kulisse fand auch die Siegerehrung statt, und die Zuschauer verwandelten die Tribünen in ein Tollhaus. „Die Kulisse war gigantisch. Ich habe mich wie ein Rockstar gefühlt“, sagte Rosberg, der im grün-weiß-roten Konfettiregen seine Siegertrophäe in den Himmel reckte: „Das hat alle Erwartungen übertroffen.“ Der 30-Jährige wünscht sich jetzt mehr davon: „Das war die beste Siegerehrung aller Zeiten. Da könnte man überlegen, ob man das woanders nicht auch so macht.“

23 Jahre mussten die Fans auf die Rückkehr der Formel 1 nach Mexiko warten. Nun entlud sich ihre ganze Sehnsucht. „Es hat ihnen richtig etwas gefehlt“, sagte Nico Hülkenberg, der von der Leidenschaft der Mexikaner schwärmte: „Wahnsinn!“ An den drei Tagen strömten insgesamt weit über 330.000 Zuschauer an die Strecke.

Lokalmatador Sergio Perez (Force India) kam zwar nicht über Rang acht hinaus, wurde aber trotzdem wie ein Weltmeister gefeiert. „Dieser Tag war etwas ganz Besonderes, und ich werde mich noch in vielen Jahren mit einem Lächeln auf den Lippen daran erinnern“, sagte der Mexikaner. Vettel und Co. können derzeit von solchen Momenten in Deutschland nur träumen.

SID

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