"Sehr beeindruckend"

Vettel vom Traumstart mit Ferrari begeistert

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Sebastian Vettel fuhr in drei Rennen den Ferrari drei Mal aufs Podest.

Shanghai - Sebastian Vettel ist mit seinem Saisonstart bei Ferrari mehr als zufrieden. Nach drei Podestplätzen in drei Rennen nimmt der viermalige Weltmeister wieder Mercedes ins Visier.

Immer wieder lächelte Sebastian Vettel zufrieden, als er nach drei Rennen sein erstes Zwischenfazit bei der Scuderia Ferrari ziehen sollte. „Die Schritte, die wir bisher gemacht haben, sind sehr beeindruckend. Wir kommen Mercedes immer näher“, sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister in Shanghai.

Es wirkte fast so, als könne er seinen nicht für möglich gehaltenen Traumstart bei den Italienern selbst noch nicht so richtig glauben. Drei Podestplätze in drei Rennen, davon ein Sieg: „Mehr hätte ich in diesem Jahr noch nicht holen können. Vor der Saison hätte uns das sicher niemand zugetraut“, sagte der 27-Jährige.

Auch in China stand Vettel wieder auf dem Podest. Vor ihm landeten wie in Australien die weiter überlegenen Silberpfeile. Vom Rest des Feldes ist dem Heppenheimer ansonsten aktuell keiner gewachsen - und das ist Balsam auf seine geschundene Seele. Das sieglose Seuchenjahr 2014 bei Red Bull hatte ihm zugesetzt, Vettel wirkte oft verbissen und frustriert, doch dank Ferrari hat der Hesse endlich wieder Spaß an seinem Job. Und das sagt er momentan auch immer und immer wieder.

„Wir haben bisher alle Erwartungen übertroffen, das freut mich sehr“, betonte Vettel und nahm dann auch gleich wieder die Silberpfeile ins Visier. Vor zwei Wochen konnte er Weltmeister Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Malaysia bezwingen. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein. „Das war ein sehr gutes Wochenende. Trotzdem ist die Motivation da, es künftig noch besser zu machen und Mercedes richtig unter Druck zu setzen“, betonte Vettel: „Wir wollen die richtig ärgern.“

Auf dem Weg dahin geht es merklich vorwärts. „Wir sind näher dran als noch vor vier Wochen in Australien“, sagte er. Wann der stolze Traditionsrennstall aber mit Mercedes auf Augenhöhe sei, könne man nicht vorhersagen. „Ich hoffe nur, dass es weiter nach vorne geht“, meinte Vettel, der in der WM-Wertung Zweiter (55 Punkte) hinter Hamilton (68) und knapp vor Rosberg (51) ist.

Trotzdem dämpft Vettel immer wieder die Erwartungen. „Realistisch bleiben“ müsse man, denn natürlich habe Mercedes noch einen Vorsprung. „Es hat sicherlich keinen Sinn, wenn ich sage, dass wir Mercedes in Bahrain angreifen wollen. Alle würden darüber lachen“, sagte Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene.

Am kommenden Sonntag steht in dem Wüstenstaat das nächste Rennen an, und auch dort wollen die Italiener zumindest die besten Verfolger sein. Die hohen Temperaturen um die 35 Grad könnten sogar dabei helfen, dass es vielleicht wieder zu einem Sieg reicht. „Höhere Temperaturen scheinen uns zu liegen“, sagte Vettel, der aber in erster Linie meinte: „Unser Ziel muss es sein, unsere Leistungen zu bestätigen.“

In China jedenfalls hielten die Ferrari mit Vettel und Kimi Räikkönen die Williams, Red Bull und Co. ohne größere Mühe auf Distanz, Räikkönen wurde wie schon in Malaysia Vierter. „Beide Autos direkt hinter den Mercedes zu haben, macht uns sehr glücklich“, versicherte Vettel.

Mit seinem finnischen Kumpel Räikkönen versteht er sich bestens, auch das ist ein Grund für die neue Harmonie im Team. „Ferrari ist wieder eine Mannschaft. Allen hier macht die Arbeit sehr viel Spaß“, sagte Arrivabene. Vettel hat daran großen Anteil.

sid

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