Vor GP von Belgien 

Ein Jahr nach "Spa-Gate": Rosberg will kühlen Kopf bewahren 

Nico Rosberg, Formel 1 
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Lewis Hamiltons größter Konkurrent: Nico Rosberg rangiert mit 181 Punkten auf Platz Zwei 

Spa - Ein Jahr nach "Spa-Gate" kehrt die Formel 1 am Wochenende nach Belgien zurück. Nico Rosberg erinnert sich ungern zurück - und will lieber mit kühlem Kopf zum Erfolg.

Ein Jahr ist der große Knall im „Krieg der Sterne“ nun her, und Nico Rosberg denkt noch immer ungern an die wohl härtesten Tage seiner Karriere zurück. „Schwierig und intensiv“ sei die Zeit nach dem Crash mit Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien gewesen. Gebrandmarkt durch die Mercedes-Führung wurde aus dem netten Herrn Rosberg plötzlich der Buhmann der Königsklasse, und im WM-Duell mit seinem Stallrivalen ging es steil bergab für den Deutschen.

Hamilton und Rosberg - zwei komplett verschiedene Typen 

Am Wochenende kehrt die Formel 1 nun erstmals zurück nach Spa, auf dem traditionsreichen Ardennenkurs endet die Sommerpause mit dem elften Saisonrennen (Sonntag, 14.00 Uhr/RTL und Sky) - geändert hat sich seit dem Skandal von 2014 wenig. Hamilton und Rosberg machen die WM unter sich aus, und die Rollen sind bei den Silberpfeilen weiter klar verteilt: Der Brite ist der impulsive Instinkt-Pilot, „Professor Rosberg“ der kühle Analytiker - mit Vorteilen für Hamilton.

Der Deutsche will seinen Weg dennoch beibehalten, rückblickend bestärkt ihn gerade der Unfall von Spa vor zwölf Monaten in diesem Plan. Der Crash sei „eine große Lehre“ gewesen, sagte Rosberg bei Auto Bild Motorsport, „ich habe Fehler gemacht, die ich nächstes Mal nicht mehr machen werde.“

Denkwürdige Kritik für "Spa-Gate" 

Denn vor allem in Spa hatte der 30-Jährige, dem oft fehlende Härte vorgeworfen wird, sich an einer kompromisslosen Fahrweise versucht - und dies letztlich bitter bereut. Im engen Duell zerstörte er Hamiltons Hinterreifen, anschließend stutzten Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und Teamaufsichtsrat Niki Lauda ihn öffentlich auf denkwürdige Weise zurecht und gaben ihm ganz offiziell die Schuld - in den Augen der Öffentlichkeit waren die internen Machtverhältnisse damit geklärt.

Heute hat sich Rosberg längst wieder auf seine Stärken besonnen, auf seine Akribie und seinen kühlen Kopf. Damit sei er schneller, sagt er, „ich bin überzeugt, dass ich dadurch mein Auto öfter perfekt hinkriege und durch die Analyse der Daten auch mein Fahren perfektionieren kann.“

"Es liegt an mir, ob ich Lewis schlage" 

Vor dem Rennen in Spa trennen den Vizeweltmeister 21 Punkte von Titelverteidiger Hamilton (181:202), und Rosberg glaubt daran, dass er seine WM-Chance noch selbst in der Hand hält. „Es liegt an mir, ob ich Lewis schlage oder nicht“, sagt der Wahlmonegasse, es komme darauf an, „über ein ganzes Wochenende mein höchstes Level abzurufen. Das ist mir zuletzt einige Male gelungen - und immer dann habe ich Lewis auch geschlagen.“

Wie verschieden die beiden Jugendfreunde indes sind, zeigt auch ein Blick auf die Sommerpause. Hamilton gab sich in den vergangenen drei Wochen seinem Hang zum Glamour voll hin. Der 30-Jährige feierte mit Popstar Rihanna Partys auf Barbados und in New York und lieferte der Klatschpresse damit jede Menge Futter für Spekulationen über eine Liaison mit der 27-Jährigen.

Rosberg und seine Ehefrau Vivian warteten derweil gespannt auf die Geburt ihrer ersten Tochter. Er freue sich „riesig“ darauf, hatte Rosberg vor dem Abschied in die Pause noch gesagt. Ob der Vater Rosberg den Rennfahrer Rosberg verändern werde, wollte er indes noch nicht beurteilen. Eine ruhige Hand am Steuer würde aber schon ganz gut passen zur neuen Rolle.

sid 

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