"Wir dürfen nicht aufhören, daran zu glauben"

Schumacher: Das wissen wir über seinen Gesundheitszustand

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Michael Schumacher wenige Monate vor seinem schweren Unfall.

Gland/Grenoble - Wie geht es Michael Schumacher? Das fragen sich regelmäßig viele seiner Fans. Wir fassen zusammen, was über den Gesundheitszustand des ehemaligen Formel-1-Stars bekannt ist.

Michael Schumacher ist Ende 2013 beim Skifahren in den französischen Alpen verunglückt. Bei einem Sturz war er mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt und hatte sich trotz eines Helmes ein schweres Schädel-Hirntrauma zugezogen.

Schumacher hatte sich tagelang in Lebensgefahr befunden, monatelang im künstlichen Koma gelegen. Seit September 2014 setzt er die Reha in seiner Schweizer Wahlheimat Gland fort. Details zu seinem Zustand gibt es kaum. Fotos natürlich auch nicht. Er wird von der Öffentlichkeit abgeschirmt.

Da viele Fans sich aber immer noch für seinen Gesundheitszustand interessieren, fassen wir hier zusammen, was wir darüber wissen. Wohlgemerkt: Hier finden Sie KEINE Spekulationen, sondern lediglich die offiziellen Äußerungen seiner Managerin Sabine Kehm und anderer Weggefährten.

Michael Schumacher: Das sagt seine Managerin Sabine Kehm über seinen Gesundheitszustand

Sabine Kehm ist seit vielen Jahren die Managerin von Michael Schumacher. Sie ist die einzige, die offizielle Verlautbarungen zu seinem Gesundheitszustand herausgibt - das allerdings auch sehr zurückhaltend. Hier ihre wichtigsten Äußerungen seit dem Unfall in der Chronologie.

Sabine Kehm im Juli 2016: "Michael soll ja nicht verschwinden. Aber momentan ist die private Situation so schwierig, dass man keinen Einblick geben kann. Und dafür sollte jeder Verständnis haben."

Sabine Kehm im März 2016 zur SZ: Man könne die Frage nach Schumachers Genesungsweg auch gut zwei Jahre nach seinem schweren Ski-Unfall "nicht in ein paar Sätzen beantworten". Man müsse viel erklären, da es „um einen ständigen Prozess“ gehe.

Sabine Kehm im Dezember 2015: "Leider werden wir durch einen aktuellen Pressebericht zu der Klarstellung gezwungen, dass die Behauptung, Michael könne gehen, nicht den Tatsachen entspricht.

Sabine Kehm im Mai 2015: "Wir sind froh, weiter sagen zu können, dass er Fortschritte macht, und ich sage das immer in Anbetracht der Schwere seiner Kopfverletzungen." (...) "Aber natürlich wird es für alle, die beteiligt sind, ein langer Kampf."

Sabine Kehm im November 2014 bei RTL: "Man muss der Sache Zeit geben. Ich glaube, man muss wirklich einfach Geduld haben."

Sabine Kehm im Juni 2014: "Michael hat das CHU Grenoble verlassen, um seine lange Phase der Rehabilitation fortzusetzen. Er ist nicht mehr im Koma." (...) "Seine Familie möchte sich ausdrücklich bei allen behandelnden Ärzten, Pflegern, Schwestern und Therapeuten in Grenoble ebenso wie bei den Ersthelfern am Unfallort bedanken, die in diesen ersten Monaten hervorragende Arbeit geleistet haben."

Sabine Kehm im April 2014: "Michael macht Fortschritte auf seinem Weg. Er zeigt Momente des Bewusstseins und des Erwachens." (...) "Wir stehen ihm bei seinem langen und schweren Kampf zur Seite, gemeinsam mit dem Team des Krankenhauses in Grenoble, und wir bleiben zuversichtlich."

Sabine Kehm im Januar 2014: "Michaels Narkosemittel werden seit kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann."

Sabine Kehm kurz nach dem Unfall im Dezember 2013: "Michael ist bei einem privaten Skitrip in den französischen Alpen auf den Kopf gestürzt. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und wird medizinisch professionell versorgt." Das behandelnde Ärzteteam ergänzte, Schumachers Zustand sei "außerordentlich ernst". Er befindet sich mit "im Gehirn weit verbreiteten Verletzungen" in Lebensgefahr und ist in ein künstliches Koma versetzt worden.

Michael Schumacher: Das sagen Freunde und Weggefährten über seinen Gesundheitszustand

Luca di Montezemolo im Februar 2016: "Leider hat ihn ein zufälliger Sturz auf Skiern kaputt gemacht", sagt di Montezemolo auf dem Podium. Die Neuigkeiten, die er von Schumacher habe, seien leider keine guten, betont der Ex-Ferrari-Chef. Weitere Details nannte er nicht.

Ex-Manager Willi Weber im Dezember 2015 zur tz: "Was wissen wir? Michael macht Fortschritte, aber die Frage ist: Fortschritte auf welchem Niveau? Michael hat es schlimm erwischt, darunter habe ich schon so gelitten und leide immer noch." (...) "Ich finde es bedenklich, dass man nichts von der Familie hört, und vermisse ein bisschen die Transparenz. Man muss doch sagen, was ist, und kann das nicht ewig verheimlichen. Michael war ein Mann, der in der Öffentlichkeit stand. Dass man da nicht endlich Aufklärung betreibt, finde ich nicht gut. Das ist ja wie ein Versteckspiel."

Jean-François Payen im Oktober 2014: "Man befindet sich auf einer Zeitskala, die von einem Jahr bis drei Jahre geht", sagte der Chef der Anästhesie und Reanimation der Uniklinik von Grenoble, in die Schumacher nach seinem Skiunfall am 29. Dezember 2013 gebracht wurde.

Michael Schumacher: So wünschen ihm Freunde und Weggefährten alles Gute

Eine kleine Auswahl von Genesungswünschen aus den vergangenen Monaten:

Sebastian Vettel hofft weiter auf eine Genesung von Rekordweltmeister Michael Schumacher. In einem gemeinsamen Interview mit Basketball-Superstar Dirk Nowitzki sagte der Formel-1-Pilot Ende Juli der "Bild am Sonntag": „Es ist ein brutales Schicksal. Aber die Hoffnung besteht immer. Wer ihn aus seiner aktiven Zeit kennt, weiß, dass Michael ein Kämpfer ist. Wenn einer es schafft, das Ruder herumzureißen, dann er." Vettel forderte: "Wir dürfen nicht aufhören, daran zu glauben.“

"Ich bitte Sie, unserem Freund von ganzem Herzen auf dem Weg der Genesung die Daumen zu drücken oder für ihn zu beten", sagte der ehemalige Mercedes-Motorsportchef und langjährige Schumacher-Wegbegleiter Norbert Haug im Mai bei seiner Laudatio auf Schumacher, der einen Preis für sein Lebenswerk bekam. "Michael war ihr sportlicher Leitstern, ist ihr Leitstern, bleibt ihr Leitstern", betonte Haug.

lin mit Material von dpa, sid und tz

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