Neuer Vertrag bis 2020

Stöger verlängert - wird er der "kölsche Wenger"?

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Peter Stöger mag Köln, Köln mag Peter Stöger.

Köln - Erst Hennes Weisweiler als Rekord-Trainer der „launischen Diva vom Rhein“ beerben, dann der „kölsche Arsene Wenger“ werden.

Peter Stöger hat seinen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln vorzeitig um drei Jahre bis 2020 verlängert und ist damit auf dem besten Wege, sich einen exponierten Platz in der Vereinshistorie zu sichern.

„Es passt alles, deshalb musste ich nicht lange nachdenken“, sagte der 49-Jährige am Donnerstag. Der bisherige Vertrag des Österreichers wäre noch bis 2017 gelaufen. Schon an dessen Ende hätte er die Bestmarke des Meistermachers Weisweiler als FC-Trainer mit der längsten Amtszeit der Vereinsgeschichte (1948 bis 1952) eingestellt. Vor Stöger hatte der selbsternannte Karnevalsklub sechs Trainer in weniger als vier Jahren „verbraucht“.

„Mit Peter Stöger haben wir den optimalen Trainer für den FC - das ist unsere tiefe Überzeugung“, sagte Geschäftsführer Jörg Schmadtke. Auch der Vertrag mit Co-Trainer Manfred Schmid wurde bis 2020 verlängert, Torwartcoach Alexander Bade hat einen Arbeitsvertrag ohne Befristung.

Mit Stöger und den Geschäftsführern Alexander Wehrle und Schmadtke kehrte beim ersten deutschen Meister endlich Ruhe ein. Vizepräsident und Ex-Nationaltorhüter Toni Schumacher hatte zuletzt den Wunsch geäußert, dass der Trainer der „kölsche Arsene Wenger“ werde. Der Franzose arbeitet bereits seit 1996 ununterbrochen beim englischen Topklub FC Arsenal.

Stöger findet Zugang zu den Kölner Herzen

Mit seinem trockenen und hintergründigen Humor und seiner dennoch unaufgeregten Art hat Stöger auch die meisten Kölner Fans schnell von sich überzeugt. Er flog zwar sehr oft in seine Heimatstadt Wien, saugte aber das kölsche Lebensgefühl auf wie kaum einer seiner Vorgänger. Er stürzte sich in den Karneval, spielte in humorvollen Videos des Klub-TV mit und zeigte sich bei kulturellen Anlässen aller Art an der Seite seiner „Trainer-Queen“, der Moderatorin und Entertainerin Ulrike Kriegler - zuletzt bei der „Hütten-Gaudi“ am Kölner Südstadion in Lederhose und mit Schlapphut. Er nahm an der TV-Pokerrunde von Stefan Raab teil und stand stets im Klub-Pulli und mit Brillen in den Vereinsfarben Rot und Weiß am Spielfeldrand. Ein Duett mit der kölschen Rock-Band Brings lehnte er aber kürzlich ab, weil er „so unmusikalisch“ sei, dass er „nicht mal ein Gedicht aufsagen“ könnte.

Sportlich war Stöger deutlich erfolgreicher. Er hatte den FC im Sommer 2013 als Zweitligist übernommen, auf Anhieb in die Bundesliga geführt, im Vorjahr souverän den Klassenerhalt geschafft und die Hinrunde dieser Saison als Neunter beendet. Auf einen Europacup-Platz hat der FC nur drei Punkte Rückstand.

Auf den ersten vier Plätzen der FC-Trainer mit der längsten Amtszeit liegen übrigens nur zwei Trainer: Weisweiler (1460 und 1384 Tage) und Christoph Daum (1374 und 946). Ewald Lienen (941) wird Stöger am 28. Januar ablösen, Daums erste Amtszeit wird er fünf Tage später überflügeln.

sid

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