Sieg über Paris St. Germain

1. FFC Frankfurt gewinnt Champions League

1. FFC Frankfurt
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Die Frauen des 1. FFC Frankfurt bejubeln ihren Champions-League-Sieg.

Berlin - Mandy Islacker hat den 1. FFC Frankfurt zum vierten Mal auf Europas Frauenfußball-Thron geschossen. Im Finale der Champions League besiegte die Mannschaft Paris St. Germain.

Als Kerstin Garefrekes den Champions-League-Pokal um 20.06 Uhr in den Berliner Abendhimmel reckte, jubelte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel inmitten des glitzernden Konfettiregens und spendete Applaus. Mit einem hochverdienten Last-Minute-Sieg haben sich die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt Europas Krone zurückerobert.

Im Finale der Königsklasse erkämpfte sich der FFC ein 2:1 (1:1) gegen den französischen Vizemeister Paris St. Germain - und wusste den ersten Europapokal-Triumph seit dem UEFA-Cup-Sieg 2008 gebührend zu feiern. „We are the champions“ dröhnte es aus den Stadionlautsprechern, als Kapitänin Garefrekes und Co. die große Party einläuteten.

Mandy Islacker wird von ihren Mitspielerinnen für das Sieg-Tor gefeiert. 

Auf dem Rasen des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks stürzten sich die Spielerinnen vor allem auf die eingewechselte Matchwinnerin Mandy Islacker, die mit einem Kunstschuss kurz vor Spielende den Triumph besiegelt hatte (90.+2). „Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Es ist unfassbar. Ich habe den Ball auf mich zukommen sehen und einfach draufgehauen. Das ist der größte Moment meiner Karriere“, sagte Islacker im ZDF.

Auch Top-Torjägerin Celia Sasic, die in ihrem wohl letzten Spiel für den FFC die Führung erzielt hatte (32.), war überwältigt: „Es kurz vor Schluss so zu schaffen, ist der Wahnsinn. Wir sind einfach stolz.“ Die Nationalspielerin kostete den Moment aus, der Frage nach ihrer Zukunft wich sie aus. „Ich weiß es nicht, ich will das hier einfach genießen und mich freuen“, sagte sie.

Drei Tage vor dem wichtigsten Spiel des Jahres für den FFC war bekannt geworden, dass Sasic ihren Vertrag beim siebenmaligen Meister überraschend zum Saisonende gekündigt hat, um nach der WM über ihre weitere Zukunft zu entscheiden. Frankfurt hofft aber trotzdem auf einen Verbleib der 26-Jährigen, allerdings wird bei der Tochter einer Französin auch über einen Wechsel nach Paris spekuliert.

Den feierlichen Empfang am Freitag in der Main-Metropole dürfte der Gesundheitszustand von Simone Laudehr etwas trüben. Die Nationalspielerin musste kurz vor Spielende nach einem Zweikampf mit Nationalmannschaftskollegin Annike Krahn verletzt ausgewechselt werden, womöglich ist auch die Teilnahme an der WM in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) in Gefahr.

Der FFC belohnte sich mit dem Sieg mit einer Prämie in Höhe von 250.000 Euro Prämie, als Titelverteidiger darf er zudem auch in der nächsten Spielzeit in der Königsklasse mitmischen. Als Dritter der Bundesliga hatte der Klub die Qualifikation zunächst verspielt. Für das Starensemble aus Paris mit fünf deutschen Spielerinnen, für das Marie-Laure Delie (40.) zum Ausgleich getroffen hatte, bleibt der erstmalige Finaleinzug der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

17.147 Zuschauer, darunter neben Merkel auch UEFA-Präsident Michel Platini, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Bundestrainerin Silvia Neid, sahen eine zähe Anfangsphase. Frankfurt bestimmte allerdings gegen defensive Pariserinnen das Geschehen, die Führung durch Sasic' Kopfballtreffer, ihrem 14. Tor in der laufenden Champions-League-Saison, war verdient.

Der Ausgleich für PSG mit den DFB-Spielerinnen Fatmire Alushi und Krahn in der Startformation fiel überraschend. Im zweiten Durchgang blieben Strafraumszenen Mangelware, auch weil Frankfurt zunehmend den Zugriff verlor. Die vor der Partie leicht angeschlagene Ex-Frankfurterin Alushi ging nach knapp einer Stunde vom Feld, weniger später durfte Josephine Henning bei Paris mitwirken. Kurz vor dem Abpfiff sorgte Islacker mit einem Kunstschuss für großen Jubel beim FFC.

Bereits vor dem sechsten Europapokal-Finale des FFC durfte das Frankfurter Party-Komitee um die Schweizerin Ana-Maria Crnogorcevic unabhängig vom Ausgang des Spiels eine Feier im Anschluss an den offizielle Empfang im Park-Inn Hotel am Alexanderplatz planen. „Das haben sich die Mädels verdient“, sagte Colin Bell. Die Feier dürfte mit dem Pokalgewinn noch größer ausfallen.

SID/dpa

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