Kellerduell in Bremen

Europa bestaunt die Bundesliga - BVB unter Zugzwang

+
Borussia Dortmund will gegen Borussia Mönchengladbach den Schalter in der Bundesliga endlich umlegen.

Düsseldorf - Die Bundesliga setzt ihren internationalen Höhenflug fort. Fünf der sechs deutschen Europacup-Teilnehmer stimmten sich mit Siegen in Europa auf den 11. Spieltag ein. So schöpfte der kriselnde BVB neuen Mut für den Kampf im Tabellenkeller.

Die Bundesliga wird mehr und mehr zum Premiumprodukt des europäischen Fußballs. Dank einer erneut imposanten Wochen-Bilanz in der Champions League und Europa League führen die deutschen Clubs in der UEFA-Fünfjahreswertung die Saison-Rangliste weiter an. Das ist nach Meinung von Philipp Lahm ein Indiz für gewachsene Qualität: „Da hat die Bundesliga sicher ein bisschen aufgeholt in den letzten Jahren“, sagte der Bayern-Kapitän nach dem durch das 2:0 über den AS Rom sichergestellten Turbo-Gruppensieg der Münchner.

Bis auf den FC Schalke stimmten sich alle weiteren deutschen Europacup-Teilnehmer mit Siegen auf den 11. Spieltag ein. Vor allem dem kriselnden BVB tat das Erfolgserlebnis gegen Galatasaray Istanbul (4:1) gut. Denn die Borussia hat sich zwar - wie der FC Bayern und vier weitere Teams - in der europäischen Königsklasse vorzeitig für die Runde der besten 16 Mannschaften qualifiziert, rangiert in der heimischen Liga jedoch nur auf Platz 17. „Die Tabelle gibt ein schreckliches Bild ab“, bekannte Trainer Jürgen Klopp.

Dortmunds Abschlussschwäche in der Liga gibt Rätsel auf

Mit einem Erfolg am Sonntag im 85. Borussen-Derby gegen Mönchengladbach will der Revierclub einen ersten Schritt aus der Abstiegszone tun. Die Diskrepanz zwischen der Abschlussstärke seiner Profis in Europa und der schwachen Chancenverwertung in der Bundesliga gibt Klopp jedoch Rätsel auf: „Das ist die am schwierigsten zu erklärende Tatsache der Welt“, klagte der BVB-Coach, gelobte aber Besserung: „Wir planen, den Unterschied nicht mehr so deutlich ausfallen zu lassen.“ Einfach wird die Aufgabe am Sonntag nicht: Immerhin blieb der Bundesliga-Dritte vom Niederrhein in der Europa League bei Apollon Limassol (2:0) auch im 18. Saison-Pflichtspiel ungeschlagen.

Die anderen deutschen Europacup-Teams stehen vor vermeintlich leichteren Aufgaben. Der FC Bayern kann mit einem Sieg bei den zuletzt schwächelnden Frankfurtern die Tabellenführung festigen. Nach dem Gruppensieg in der Champions League gilt die ganze Konzentration der Bundesliga. Von Langeweile im Titelkampf mochte Trainer Pep Guardiola nichts hören: „Unsere Gegner sind nur vier Punkte hinten.“

Leverkusen geht nach dem Sieg bei Zenit St. Petersburg (2:1) mit Rückenwind in die Heimpartie gegen Mainz. Und der Tabellenzweite aus Wolfsburg bestreitet drei Tage nach dem 5:1 über Krasnodar ein weiteres Heimspiel gegen Hamburg. Den Schalkern bietet sich die Chance, mit einem Sieg beim Drittletzten aus Freiburg Wiedergutmachung für die 2:4-Schlappe in Lissabon zu betreiben. Vom Tabellenstand des Gegners will sich der neue Trainer Roberto Di Matteo nicht blenden lassen: „Freiburg hat eine gute Mannschaft mit jungen und dynamischen Spielern.“

Kellerduell in Bremen

Zu einem der Schlüsselspiele des Wochenendes könnte das Keller-Duell zwischen Bremen und Stuttgart werden. Mit bereits 24 und 23 Gegentoren stellen beide Teams die schlechtesten Abwehrreihen. Immerhin gelang Werder am vorigen Samstag beim 2:1 in Mainz der ersehnte Befreiungsschlag - und dem neuen Coach Viktor Skripnik ein perfekter Bundesliga-Einstand.

„Sie haben zwei Spiele seit dem Trainerwechsel gewonnen und gehen mit einem anderen Selbstvertrauen ins Spiel“, warnte VfB-Coach Armin Veh sein Team. Viel wird davon abhängen, wie die Schwaben die 0:4-Heimschlappe gegen Wolfsburg verarbeitet haben. Veh hofft auf eine Trotzreaktion: „Wenn wir nur daran denken, was wir schlecht machen, werden wir nichts gut machen.“

Trotz des Bahnstreiks ist bei den Besucherzahlen kein Einbruch zu erwarten. „Fußballfans sind sehr erfinderisch. Das organisieren die intern“, sagte Sig Zelt, Sprecher des Bündnisses „Pro Fans“. Um die Arenen zu erreichen, würden sie Fahrgemeinschaften bilden oder größere Autos mieten. Weil viele Anhänger ihre Anreise auf die Straße verlagern, ist allerdings mit Verkehrsproblemen zu rechnen. So wurde diskutiert, ob die Partie der Frankfurter gegen den FC Bayern wegen des zu befürchtenden Verkehrschaos abgesagt werden sollte.

Zumindest zu den Sonntagsspielen in Wolfsburg und Dortmund könnten die Fans wieder mit der Bahn anreisen. Die Lokführergewerkschaft GDL wird ihren Streik am Samstag um 18.00 Uhr beenden. Das erklärte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Freitag in Frankfurt.

dpa

auch interessant

Meistgelesen

Transferticker: Wolfsburg holt Real-Talent
Transferticker: Wolfsburg holt Real-Talent
Heidel: Sané will im Sommer wechseln - aber wohin?
Heidel: Sané will im Sommer wechseln - aber wohin?
Horror-Verletzung bei Ex-Bundesliga-Spieler: Karriere-Aus droht
Horror-Verletzung bei Ex-Bundesliga-Spieler: Karriere-Aus droht
Beckenbauer für Hoeneß-Comeback als Bayern-Präsident
Beckenbauer für Hoeneß-Comeback als Bayern-Präsident

Kommentare