Löwen trotz Zweitliga-Rettung im Chaos

1860-Machtkampf immer wüster - jetzt spricht Ismaik

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1860-Investor Hasan Ismaik meldet sich erstmals seit langer Zeit zu Wort.

München - Löwen-Investor Ismaik meldet sich erstmals nach dem Klassenverbleib zu Wort. Die Zukunft von Trainer Fröhling, Sportdirektor Poschner und Präsident Mayrhofer ist offen. Chaos pur bei 1860!

Präsidium gegen Investor, Geschäftsführer in der Schwebe und knapp eine Woche vor dem Trainingsstart noch keine Entscheidung in der Trainerfrage: Beim TSV 1860 München wird die Lage nach dem in letzter Minute geglückten Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga und wenige Tage vor dem Trainings-Neustart der Mannschaft immer unübersichtlicher.

Nun hat sich Investor Hasan Ismaik zu Wort gemeldet. Der Jordanier ergriff dabei für den angeschlagenen Sportdirektor Gerhard Poschner Partei. "Wir müssen Poschner bis 2017 bezahlen. Jetzt wollen sie ihn feuern. Wo ist da die Logik? Wir müssen ihm 500.000 Euro bezahlen", sagte Ismaik der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag): "Wir haben zu viel verloren in den letzten drei Jahren!"

Das Präsidium der "Löwen" um Gerhard Mayrhofer hatte einen Rückzug angekündigt, sollte Ismaik einer Entlassung Poschners nicht zustimmen. Erst am Sonntag teilte der Verein mit, man befinde sich "in sehr ernsthaften und produktivenGesprächen" mit dem Investor. Ziel sei es, zeitnah eine langfristig tragfähige Lösung der Zusammenarbeit zu finden.

Verkauf von Ismaiks 1860-Anteilen nicht mehr ausgeschlossen

Ismaik selbst schließt dagegen auch einen Verkauf seiner Anteile inzwischen nicht mehr kategorisch aus. "Ich kann darüber nicht reden", sagte er ausweichend. Der Jordanier soll laut "SZ" inzwischen rund 50 Millionen Euro in den Verein investiert haben.

Offen ist neben dem Posten des Sportdirektors auch die Trainerfrage. Poschner erklärte, er würde gerne mit dem bisherigen Coach Torsten Fröhling verlängern, doch ihm seien die Hände gebunden. "Ich kann nichts tun. Ich brauche die Zustimmung der Gesellschafter. Und so lange ich die nicht habe, kann ich nichts unterschreiben", sagte Poschner dem "Münchner Merkur".

Fröhlings Vertrag läuft Ende des Monats aus. Der 48-Jährige war im Februar zum Chefcoach befördert worden. Er hatte nach dem Klassenverbleib signalisiert, weitermachen zu wollen. Auch Führungsspieler wie Kapitän Christopher Schindler hatten sich nach der Rettung gegen Kiel klar für Fröhling ausgesprochen.

Am kommenden Sonntag (21. Juni) findet die Mitgliederversammlung der Sechziger statt, einen Tag später ist Trainingsstart der Profis. Auch die Kaderplanung stockt wegen der ungeklärten Entscheidungen auf der Führungsebene. Wie das geplante schlagkräftige Team in der Ende Juli beginnenden Zweitligasaison aussehen wird, ist unklar.

dpa

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