Sonntagsspiele 2. Bundesliga

KSC schießt FCN ab - Union stoppt Leipzig

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Karlsruhe war den Nürnbergern in jeder Hinsicht überlegen.

München - Karlsruhe verschlimmert die Krise beim 1. FC Nürnberg, Union Berlin holt gegen Leipzig seinen ersten Saisonsieg und Düsseldorf beweist gegen Heidenheim Moral - die Zweitliga-Zusammenfassung:

Karlsruher SC - 1. FC Nürnberg 3:0

Der 1. FC Nürnberg steckt in der Krise. Der Bundesliga-Absteiger verlor am Sonntag nach einer desolaten Vorstellung beim Karlsruher SC mit 0:3 (0:3). Für die Franken war es im sechsten Saisonspiel die vierte Niederlage. Dagegen feierte der noch ungeschlagene KSC dank der Tore von Hiroki Yamada (9.) und zweimal Reinhold Yabo (20., 40.) vor 19 994 Zuschauern den ersten Heimsieg und rückte nahe an die Tabellenspitze heran. Karlsruhes Koen van der Biezen verschoss zudem einen Handelfmeter (89.).

Eine Woche nach dem 0:2 gegen Fortuna Düsseldorf wirkten die im Sommer neu zusammengestellten Nürnberger von Beginn an unsicher und nervös, die Defensive zeigte sich gegen die spielfreudigen Gastgeber enorm anfällig. Der KSC nutzte die Fehler konsequent aus und setzte die Gäste ein ums andere Mal unter Druck. Sportvorstand Martin Bader musste die aufgebrachten „Club“-Fans schon zur Halbzeit beruhigen. Mit der Führung im Rücken schaltete Karlsruhe nach der Pause einen Gang zurück, doch der FCN konnte selbst daraus keinen Nutzen ziehen.

Fortuna Düsseldorf - 1. FC Heidenheim 3:2

Mit dem ersten Heimsieg der Saison hat Fortuna Düsseldorf die Spitzengruppe in der 2. Bundesliga ins Visier genommen. Die Mannschaft von Trainer Oliver Reck bezwang den Aufsteiger 1. FC Heidenheim mit 3:2 (2:1) und verbesserte sich nach dem dritten Dreier in Folge mit elf Punkten auf den fünften Platz.

Charlison Benschop legte mit seinen Saisontoren Nummer drei und vier (23. und 42.) die Basis für den ersten Erfolg im dritten Anlauf in der heimischen Esprit Arena. Das Siegtor erzielte vor 27. 681 Zuschauern der eingewechselte Joel Pohjanpalo (82.). Für den Zweitliga-Neuling, der nach drei Spielen erstmals wieder als Verlierer vom Platz ging, traf Florian Niederlechner doppelt (37. und 68.). Bei den Gastgebern fehlte der Brasilianer Bruno Soares, gegen den wegen häuslicher Gewalt ermittelt wird.

Benschop hätte schon vor dem überraschenden Ausgleich der Gäste für die Vorentscheidung sorgen können. Der Niederländer, der beim 1: 0 Axel Bellinghausens Pass in die Mitte verwertete, scheiterte allein vor Torwart Jan Zimmermann (29.). Niederlechners sehenswerter Direktabnahme zum 1:1 ging eine weite Flanke von Robert Strauß voraus.

Nach dem 2:1 der Fortuna, zu dem Michael Liendl die Vorarbeit leistete, hatte Erwin Hoffer den dritten Treffer auf dem Fuß. Doch auch der Österreicher scheiterte an Zimmermann. Ein Konter nach einem Düsseldorfer Eckball brachte den erneuten Ausgleich. Doch dann traf Pohjanpalo per Kopf.

Union Berlin - RB Leipzig 2:1

Erst der heftige Fan-Protest gegen das „Kunstprodukt“ RB Leipzig, dann der Triumph auf dem Rasen: Union Berlin erlebte am sechsten Spieltag ein wahres Freudenfest. Die „Eisernen“ erkämpften gegen den hochambitionierten Gast aus Sachsen durch zwei Treffer von Sebastian Polter (70./83.) einen verdienten 2:1 (0:0)-Sieg und feierten den ersten Dreier der Saison. Yussuf Poulsen (77.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.

Der von Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz finanzierte RB Leipzig erwischte einen rabenschwarzen Tag. Die Sachsen kassierten ihre erste Niederlage und verpassten gleichzeitig den Sprung an die Tabellenspitze.

Union bot vor 21.366 Zuschauern einen großen Kampf und verbesserte sich durch den ersten Saisonsieg auf den 14. Platz.

Trotz der vielen Rückschläge in den letzten Wochen gingen die Berliner die Aufgabe mutig an. Vor allem der 19-Jährige Eroll Zejnullahu ließ bei seinem zweiten Einsatz von Beginn an sein Können aufblitzen. In der 37. Minute war es Polter, der Leipzigs Schlussmann Benjamin Bellot mit einem Weitschuss auf die Probe stellte.

Leipzig besaß die bessere Spielaufteilung, die Körpersprache verriet deutlich mehr Selbstbewusstsein als beim Gegner. Allerdings fehlte im Abspiel oft die Präzision. In der 22. Minute zog sich RB-Kapitan Daniel Frahn den Unmut der Zuschauer zu, als er mit einer Schwalbe im Strafraum einen Elfmeter erzwingen wollte. Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) zeigte ihm Gelb.

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Brenzlig wurde es immer für Union, wenn Leipzigs Poulsen in den gegnerischen Strafraum eindrang. Zweimal wurde der RB-Stürmer strafstoßverdächtig gelegt, doch jedes Mal ließ Stieler weiterspielen. In der 76. Minute war Poulsen zur Stelle und markierte das 1:1, nachdem zuvor Polter zum 1:0 getroffen hatte.

Zuvor hatten Unions Fans ihrer Wut gegen den angeblichen „Kunstverein“ aus Leipzig Luft gemacht. In den ersten 15 Minuten verzichteten sie auf Sprechchöre. Eine seltene Stille breitete sich im Stadion An der Alten Försterei aus. Die 20.000 schwarzen Regenjacken, die zuvor verteilt wurden und den Tod der Fankultur in Leipzig symbolisieren sollten, blieben jedoch weitgehend unbenutzt.

Zudem bekundeten die Anhänger der „Eisernen“ ihre Vorbehalte gegen den vermeintlichen Retortenklub mit Plakaten. „In Leipzig stirbt die Fußballkultur“ und „Fußball braucht Mitbestimmung, Treue, Stehplätze, Emotionen, Financial Fair Play, Tradition, Transparenz, Leidenschaft, Geschichte, Unabhängigkeit“, war in großen weißen Lettern auf schwarzen Transparenten zu lesen. Nach Ende des Schweigeglübdes ging es auch verbal zur Sache. „Alle Bullen sind Schweine“, hieß es aus dem Union-Block.

sid/dpa

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