40.000 Zuschauer erwartet

Abschiedsspiel: "Das Ailton" verlässt das Feld

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Vor über 40.000 Zuschauern wird Ailton am Samstag im Bremer Weserstadion sein Abschiedsspiel bestreiten.

Bremen - „Das Ailton“ nimmt Abschied - und 40.000 Bremer weinen mit ihm. Der Kugelblitz aus Brasilien versammelt seine ehemaligen Mitstreiter am Samstag im Weserstadion um sich.

Er weiß schon jetzt, dass er am Ende seines Abschiedsspiels weinen muss. „Ich bin eben Brasilianer und sehr sentimental. Ich werde mein Herz auf die Tribüne werfen und dann nach Hause laufen“, verspricht Ailton voller kindlicher Vorfreude. Am Samstag (16.00 Uhr/N3) wird der mittlerweile 41-Jährige Adios sagen - vor 40.000 Zuschauern im seit Wochen nahezu ausverkauften Weserstadion und bestimmt auch mit dem verbalen Stakkato, das sein Image in Deutschland prägte: „Ein Schuss. Ein Tor. Das Ailton!“

Die Saison seines Lebens war auch die größte Saison in der 115-jährigen Vereinsgeschichte von Werder Bremen. Was der Kugelblitz aus Südamerika und der hanseatische Traditionsklub in der Spielzeit 2003/2004 auch anstellten, es gelang nahezu alles. Werder holte am Ende Meisterschaft und Pokal, Ailton wurde Torschützenkönig und - als erster Ausländer überhaupt - Fußballer des Jahres in Deutschland.

Ailtons manchmal entwaffnende Naivität, sein deutsches Kauderwelsch und auch seine Eskapaden - die Hansestadt liebte ihn nicht nur wegen seiner oft spektakulären Tore. Wirklich erklären kann der einstige Topstürmer seine immense Popularität auch zehn Jahre danach noch nicht. „Vielleicht, weil ich ein einfacher, fröhlicher Mensch bin, immer lache und Spaß mache. Das kann man nicht vorspielen, das ist mein Charakter“, sagte Ailton der Kreiszeitung Syke.

Beliebt war und ist er auch bei seinen einstigen Mitstreitern, mit denen er am Wochenende ein großes Fest feiern will. Johan Micoud, Valerien Ismael, Claudio Pizarro und Torsten Frings haben zugesagt, auch viele seiner Landsleute wie der Ex-Bremer Diego kommen an die Weser. Und natürlich wird Meistertrainer Thomas Schaaf auf der Bank sitzen.

„Mein deutscher Papa“ nennt Ailton seinen großen Förderer, der es nicht immer leicht hatte mit dem exzentrischen Kindskopf im Werder-Trikot: „Toni kam damals aus einer anderen Welt und kannte diese besondere Konzentration auf Fußball in Deutschland nicht. Wir haben ihm es dann erklärt.“

Unberechenbar blieb Ailton aber bis zum Ende seiner sechs Jahre in Bremen. Legendär dabei seine Taxifahrt von Bremen auf die Nordseeinsel Norderney, wo seine Teamkollegen bereits mit der Saisonvorbereitung begonnen hatten. Ohne die enge „Manndeckung“ beim eher familiär geprägten SV Werder allerdings konnte er nach 2004 nie wieder an seine Glanzzeiten anknüpfen und verschliss binnen neun Jahren 14 verschiedene Klubs.

Und wenn zwischen diesen Kurzzeit-Engagements Zeit blieb, war sich Ailton auch für das Dschungelcamp, die Wok-WM oder die Autoball-WM nicht zu schade, denn Geld konnte er immer gebrauchen. Sicher ist nur, dass er irgendwie mit dem Fußball verbunden bleiben will - und am liebsten auch mit Werder Bremen: „Mein Herz und meine Tür sind offen dafür.“

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SID

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