Bundesliga am Mittwoch

Abstiegskampf: BVB verliert gegen Augsburg

Borussia Dortmund FC Augsburg
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Der Augsburger Raul Bobadilla trifft gegen BVB-Keeper Roman Weidenfaller.

Dortmund - Nächste Pleite für Borussia Dortmund im Abstiegskampf: Der BVB verliert gegen den in Unterzahl spielenden FC Augsburg. Der HSV und Werder Bremen holen dagegen Punkte.

Tiefschlag für Borussia Dortmund im Abstiegskampf, die Stimmung kippt: Selbst in Überzahl hat der Vizemeister der Fußball-Bundesliga im Heimspiel gegen den FC Augsburg nicht die Wende geschafft und bleibt Tabellenletzter.

Der BVB unterlag dem FCA nach einer desolaten zweiten Halbzeit mit 0:1 (0:0) und musste sich anschließend ein gellendes Pfeifkonzert anhören. Die Schwaben unterstrichen dagegen ihre Europacup-Ambitionen mit dem zweiten Sieg im neuen Jahr eindrucksvoll.

Raul Bobadilla schockierte den BVB und den Großteil der 80.667 Fans in der ausverkauften Dortmunder Arena mit seinem sechsten Saisontreffer in der 50. Minute. Dortmund konnte auch seine Überzahl nach einer Roten Karte gegen Christoph Janker (64.) wegen einer Notbremse nicht nutzen. Folglich warten die Westfalen seit dem 5. Dezember vergangenen Jahres auf (1:0 gegen Hoffenheim) auf einen Sieg.

Mit dem genesenen Ilkay Gündogan sowie Pierre-Emerick Aubameyang, aber ohne den angeschlagenen Lukasz Piszczek begann der BVB und versuchte, mit aggressiven Angriffen gleich nach dem Anpfiff Zeichen zu setzen. Augsburg indes setzte auf eine geschlossene Defensive und Ballkontrolle, um das Tempo aus dem Spiel der Borussen zu nehmen.

Nach zehn Minuten nahm die Begegnung Fahrt auf, als der Ex-Dortmunder Dong Won Ji (14.) den Ball bei einem der wenigen Angriffsversuche der Gäste über das Tor von Roman Weidenfeller lupfte. Auf der Gegenseite hatten Winterzugang Kevin Kampl bei seinem Heimdebüt sowie Reus und Aubameyang innerhalb einer Minute (15.) den Führungstreffer auf dem Fuß.

Im Vergleich zum 0:0 am vergangenen Samstag bei Bayer Leverkusen präsentierte sich der BVB fußballerisch verbessert, ließ aber allzu oft die Genauigkeit im Abschluss vermissen. Dennoch lag der Führungstreffer des BVB vor dem Halbzeitpfiff in der Luft.

Unmittelbar nach dem Wechsel präsentierten sich auch die Gäste wesentlich angriffslustiger. Bobadilla nutzte einen Abpraller nach einem Abwehrversuch der Borussen freistehend zum 1:0. Der Treffer zeigte Wirkung, es folgten wütende, aber unüberlegte Angriffe mit steigender Fehlpassquote. Augsburg agierte hingegen mit breiter Brust gegen den verunsicherten Champions-League-Achtelfinalisten.

Dortmund hatte in Gündogan und Kapitän Mats Hummels seine besten Akteure. Aufseiten der Augsburger gefielen besonders Ragnar Klavan und Daniel Baier.

Siege für HSV und Werder

Mit 16 Punkten haben die erneut verunsichert agierenden Dortmunder noch zwei Zähler weniger als Hertha BSC und der VfB Stuttgart, die beide ebenso einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpassten. Die Berliner mussten sich Bayer Leverkusen mit 0:1 (0:0) geschlagen geben und rutschten auf Platz 17. Die Schwaben kamen trotz schwacher Leistung beim 1. FC Köln zu einem 0:0 und kletterten auf Rang 16. Der SC Freiburg hat auf dem von BVB-Coach Jürgen Klopp als Paradies bezeichneten Rang 15 ebenso 18 Punkte.

Der Hamburger SV konnte sich durch das 3:0 (1:0) beim SC Paderborn ein wenig Luft verschaffen und überholte den nun seit neun Spielen sieglosen Konkurrenten in der Tabelle auf Platz 13. Ein großer Sieger des Spieltages war Werder Bremen. Durch ein 2:1 (1:1) bei 1899 Hoffenheim schoben sich die Hanseaten mit dem zweiten Sieg im zweiten Rückrundenspiel auf Rang elf und haben schon fünf Punkte Vorsprung auf die akute Gefahrenzone.

Dortmund merkte man die Angst an. Gegen das Überraschungsteam aus Schwaben fehlte Selbstvertrauen und somit die Fähigkeit für kreative Momente. Vor dem Gegentor durch Raul Bobadilla konnte Halil Altintop ungehindert durch die Westfalen-Abwehr marschieren. Auch nach der Roten Karte für Christoph Janker (64.) nach Notbremse gegen Pierre-Emerick Aubameyang konnte der BVB keine entscheidenden Akzente mehr setzen - oder ließ wie Ciro Immobile (90.+1) die wenigen Chancen ungenutzt. Augsburg kletterte auf Platz vier und kann von der Champions League träumen.

Beim BVB und in Köln wurde mit Gedenkminuten an den verstorbenen Ex-Trainer und -Sportdirektor Udo Lattek erinnert. Während in Dortmund noch die Profis vereint am Mittelkreis standen, wurde in Paderborn schon gespielt. Und wie: Patrick Ziegler foulte den in den Strafraum stürmenden Hamburger Ex-Nationalspieler Marcell Jansen nach wenigen Sekunden. Rafael van der Vaart (2.) verwandelte den Strafstoß - laut TV-Sender Sky der schnellste Elfmeter seit Einführung der Datenerfassung. Der HSV konnte nicht glänzen, stand aber zumindest besser als zuletzt in der Defensive. Jansen (72.) und Zoltan Stieber (90.+1) machten den zweiten Auswärtssieg der Saison perfekt.

Einen guten Start erwischte Bremen bei 1899 Hoffenheim. Nach Vorarbeit von Davie Selke traf Franco di Santo (8.) - schon Werders Doppeltorschütze gegen Berlin - aus 20 Metern zur Führung. Doch die Hanseaten setzten zu verhalten nach. Die Gastgeber kamen besser ins Spiel und durch einen Kopfballtreffer von Ermin Bicakcic (34.) nach einer Ecke zum Ausgleich. Werder fand wie zu Beginn auch in der zweiten Hälfte schneller ins Spiel. Philipp Bargfrede (52.) nutzte eine Lücke in der 1899-Abwehr zum Siegtreffer.

Hertha BSC ließ eine frühe Chance ungenutzt. Hajime Hosogai (8.) köpfte bestens postiert den Ball an den Pfosten. Anschließend sahen die Fans im Olympiastadion nur noch wenige Offensivaktionen. Die Berliner waren zunächst bemüht, gut geordnet dem Gegner wenig Raum zu lassen. Den hatte dann aber Stefan Kießling (49.) kurz nach der Pause. Aus kurzer Distanz konnte der Stürmer im Fallen den Siegtreffer markieren. In der Schlussminute sah Hertha-Verteidiger Sebastian Langkamp Gelb-Rot. In Berlin stehen nach dem Absturz auf einen Abstiegsrang besonders für Trainer Jos Luhukay unruhige Tage an.

Die unattraktive Seite des Abstiegskampfes boten Köln und Stuttgart. Nur keine Fehler machen war die kollektive Devise. Die Nullnummer war eine fast zwangsläufige Konsequenz eines schwachen Spiels.

sid/dpa

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