Absturz gestoppt: Wolfsburg siegt 2:0 gegen Ingolstadt

Robin Knoche stand beim 2:0 goldrichtig vor dem Tor der Augsburger und schob ein. Foto: Peter Steffen
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Robin Knoche stand beim 2:0 goldrichtig vor dem Tor der Augsburger und schob ein. Foto: Peter Steffen

Schon vor dem erlösenden 2:0 gegen harmlose Ingolstädter gelang dem VfL Wolfsburg der Schulterschluss mit den erbosten Fans. Vier Tage vor dem Champions-League-Spiel in Gent hat der Vizemeister die Krise vorerst gestoppt. Dennoch bleibt noch Luft nach oben.

Wolfsburg (dpa) - Unter der Woche musste der Mannschaftsrat vom VfL Wolfsburg zum Rapport bei den Fans, am Samstag beim 2:0 (2:0) gegen Aufbaugegner FC Ingolstadt gelang der Krisen-Stopp.

"Die Fans haben um ein Gespräch gebeten. Das war gut und in sehr sachlicher Atmosphäre", offenbarte VfL-Routinier Marcel Schäfer nach dem ersten Sieg des Vizemeister seit dem 21. November 2015 (6:0 gegen Bremen). Die Aussprache nach den Lustlos-Auftritten der letzten Wochen und sieben sieglosen Bundesligaspielen in Serie gelang. "Die Einstellung war heute besser", meinte Schäfer zufrieden.

Weil der biedere Aufsteiger Ingolstadt erschreckend schwach war und in der Offensive überhaupt nichts gelang, kam der VfL dank der beiden Tore von Julian Draxler (29. Minute) und Robin Knoche (39.) zu einem recht einfachen Sieg. "Das war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung", meinte Schäfer und selbst Gäste-Coach Ralph Hasenhüttl lobte: "Man hat gesehen, dass sie heute etwas gerade rücken wollten." Mit seinem Team ging er zu Recht härter ins Gericht: "Außer Standards haben wir heute nichts zustande gebracht."

Mit 26 Punkten bleiben die Schanzer im Tabellen-Mittelfeld. Der VfL hat nach dem ersten Sieg im Jahr 2016 mit nun 30 Zählern wieder Anschluss an die Europapokalplätze. Vier Tage vor dem Champions-League-Duell bei KAA Gent war dies besonders wichtig. "Dieses positive Gefühl, diesen Spaß müssen wir jetzt mit in die Woche nehmen", meinte Torschütze Knoche.

Bereits vor dem Spiel gab es einige deutliche Zeichen. VfL-Coach Hecking, dem vom Stadionsprecher demonstrativ der Rücken gestärkt wurde, verzichtete angesichts der indiskutablen Leistung von Nicklas Bendtner beim 0:3 in der Vorwoche auf Schalke auf den Angreifer. Trotz der aktuellen Notsituation im Sturm stand der dänische Problemprofi gar nicht erst im Kader. "Ich werde das nicht begründen", meinte Hecking hernach.

Der "Vorsänger" in der VfL-Kurve forderte die Wolfsburger Fans nach dem Schulterschluss mit den Profis vor dem Spiel auf, auf Pfiffe zu verzichten. Dennoch wurden die Spieler mit einem ebenso derben wie eindeutigen Slogan empfangen: "Reißt euch endlich den Arsch auf", hing als Transparent im Stadion. "Natürlich haben die Fans auch irgendwo Recht nach den Spielen der letzten Woche", sagte Knoche.

In der Tat bemühten sich die Niedersachsen gegen biedere Gäste deutlich, auch wenn spielerisch noch deutlich Luft nach oben ist. Ingolstadt spielte solide, machte es den vermeintlich verunsicherten Gastgebern durch ständige Fehler im Aufbau aber zu leicht. Nach einem solchen vollendete Draxler mit seinem dritten Saisontor einen Konter, ehe Knoche nach einer Ecke zu seinem ersten Saisontor im erst zweiten Spiel in dieser Spielzeit abstaubte.

Schon zur Halbzeit war das Spiel gelaufen. VfL-Keeper Koen Casteels, der den verletzten Diego Benaglio (Blockade im Rippenbereich) vertrat, wurde erst nach 67 Minuten erstmals geprüft, als der Belgier einen Kopfball von Marvin Matip erstklassig parierte. Aus dem Spiel heraus blieb Ingolstadt aber vollkommen harmlos. Da auch Wolfsburg nicht mehr als nötig tat und einige vielversprechende Angriffe nicht konsequent zu Ende spielte, erlebten die gut 26 000 Zuschauer eine öde zweite Hälfte.

Die Spieldaten:

Ballbesitz in %: 49,8 - 50,2

Torschüsse: 8 - 11 gew.

Zweikämpfe in %: 53,4 - 46,6

Fouls: 19 - 17

Ecken: 6 - 7

Quelle: optasports.com

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