Andere Experten und ein Aquarium

Das ändert sich bei Sky zur neuen Bundesliga-Saison

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Die neue Kulisse von Sky90.

München - Am Freitag startet auch für Sky die „Liga der Weltmeister“. Für sein Premiumprodukt hat sich der Pay-TV-Sender aufgehübscht.

Christoph Metzelder will es genau so machen wie einst auf dem Platz. „Ich werde meine Ellbogen ausfahren“, sagt der frühere Weltklasse-Verteidiger über künftige Duelle mit dem Expertenkollegen Lothar Matthäus. Der Rekordnationalspieler durfte seinen Platz in der Viererrunde mit Moderator Sebastian Hellmann beim Bundesliga-Topspiel auf Sky am Samstagabend als einziger der drei Experten behalten. Und die personelle Rochade ist bei weitem nicht die einzige Neuerung, mit der der Pay-TV-Sender am Freitag in die „Liga der Weltmeister“ startet.

Didi, Metze - und James Bond: Auf diesen Nenner könnte man die Umwälzungen bei den Münchnern bringen. Dazu kommt ein Hauch „Krimi“, eine neue, imposante Hymne und noch mehr Journalismus. Wozu das alles? „Ich hoffe, dass die Zuschauer nicht nur ins Stadion gehen, sondern auch das ein oder andere Abo abschließen“, sagt Sky-Sportchef Burkhard Weber. Etwas mehr als 3,8 Millionen Menschen haben derzeit ein solches Abo. Das ist eine stolze Zahl. Doch dem Umsatz von über 1,7 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von fast 30 Millionen stand im Geschäftsjahr 2013/14 ein Verlust von rund 150 Millionen Euro gegenüber.

Weber und die anderen rund 2500 Mitarbeiter wollen in der neuen Saison die Marke von vier Millionen Abos knacken und damit den positiven Weg der jüngeren Vergangenheit fortsetzen. Helfen soll das gar nicht so kleine Aufhübsch-Programm rechtzeitig vor dem Bundesliga-Start. „Neue Impulse“ etwa erhofft sich Weber von Metzelder und dessen früherem Nationalmannschaftskollegen Dietmar („Didi“) Hamann. Das Duo ersetzt Jan Åge Fjørtoft und Markus Merk, Letzterer soll aber künftig bei strittigen Szenen sein Wissen als ehemaliger Schiedsrichter per Live-Schalte einbringen. Zudem soll der frühere Bayern-Profi Owen Hargreaves die Spiele der Bundesliga und Champions League analysieren.

Ein komplett neues Gesicht bekommt das Studio in Unterföhring bei München, aus dem am Sonntagabend „Sky 90“ gesendet wird. Er sehe „ein bisschen verrückt aus“, sagt Weber über den Raum, dessen Optik an den Look der 1960er Jahre und somit an James-Bond-Filme mit Sean Connery erinnern soll. Weil die Kameras hinter Glas stehen, könnten sich die Gäste dort „ein bisschen wie bei der Kriminalpolizei“ fühlen, meint Weber. Hinter ihnen wird ein „crazy Aquarium“ (Weber) stehen. Die Idee, dort Haie einzusetzen, wurde verworfen. Echte Fische sollen es aber schon sein.

Den verborgenen Dingen im „Haifischbecken“ Bundesliga will Sky mit noch mehr Journalismus auf den Grund gehen. Weber kündigte am Montag in München acht bis zehn neue Dokumentationen pro Jahr im Geiste der früheren Formate Sportspiegel (ZDF) oder Sport unter der Lupe (SWR) an. Dazu gibt es die im deutschen TV einmalige Doku über Zweitligist 1860 München. Ein neues Interviewmagazin (EinsEins) mit Moderator Stefan Hempel soll den Zuschauern zudem am Montagabend in 18 Folgen die Entscheider der Bundesliga-Klubs näherbringen. Die Show Samstag live wurde dagegen nach vier Jahren eingestellt. „Der Samstagabend ist für uns nicht zu bespielen“, sagt Weber.

Apropos spielen: Die Erkennungsmelodie „Fortius“ (dt.: stärker), die ab Freitag alle Live-Sendungen im Sport einläuten wird, soll beitragen zu einer neuen, „sehr jungen Farbe“ des Senders, wie Weber es nennt. Vorbild ist, klar, das US-Fernsehen. Das deutsche Filmorchester Babelsberg hat das bombastische Stück eingespielt, Komponist Thomas Berlin verspricht „eine stilistische Bandbreite, die den Sport in seinem Facettenreichtum widerspiegelt“. Alles in allem, verkündet Dortmunds Trainer Joachim Klopp in einem Spot, soll Sky künftig rüberkommen „wie aus einer anderen Liga“.

SID

 

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