Herzinfarkt kurz nach Geburtstag

Fußball-Legende Alfredo di Stefano ist tot

Alfredo Di Stefano mit Lionel Messi und Diego Maradona
+
Alfredo Di Stefano gemeinsam mit Lionel Messi und Diego Maradona.

Madrid - Der größte Fußball-Star der 50er-Jahre ist tot: Die Fußball-Welt trauert um den argentinisch-spanischen Kicker Alfredo Di Stefano.

Die Fußball-Welt trauert: Die argentinisch-spanische Legende Alfredo Di Stéfano ist am Montag im Alter von 88 Jahren gestorben. Das meldete die spanische staatliche Nachrichtenagentur EFE unter Berufung auf Familienkreise. Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque stellte fest: „Ich bedauere seinen Tod zutiefst. Ich hatte ihn gegen Ende meiner aktiven Zeit als Trainer gehabt und kannte ihn gut.“

Wie Di Stéfanos Verein Real Madrid bestätigte, sei der Ehrenpräsident um 17.15 Uhr im Madrider Universitätskrankenhaus „Gregorio Marañón“ gestorben. „Der Vereinspräsident von Real Madrid, Florentino Pérez, und der Vorstand möchten den Kindern, den Angehörigen und den Freunden des Verstorbenen ihr tiefstes Beileid aussprechen. Die Beileidsbekundung richtet sich auch an die Real-Anhänger in der gesamten Welt, die den Verlust des besten Spielers aller Zeiten betrauern“, hieß es in der Mitteilung des Champions-League-Siegers.

Aus Brasilien twitterte die argentinische WM-Auswahl: „Adieu Maestro Alfredo di Stéfano. Die argentinische Nationalelf und der gesamte Weltfußball nehmen Abschied von ihm mit Ehren und Dankbarkeit.“

Di Stéfano hatte nach spanischen Medienberichten am Samstag in einem Lokal unweit des Bernabéu-Stadions mit Freunden und Angehörigen zu Mittag gegessen, um seinen Geburtstag zu feiern. Notärzten war es zunächst noch gelungen, ihn wiederzubeleben. Im Krankenhaus war er in ein künstliches Koma versetzt worden. Di Stéfano hatte bereits 2005 einen schweren Herzinfarkt erlitten. Seither trug er einen Herzschrittmacher und hatte einen vierfachen Bypass.

Di Stéfano galt neben Pelé, Franz Beckenbauer, Johan Cruyff, Eusébio und Maradona als einer der größten Fußballer der Welt. Der gebürtige Argentinier, der später auch die spanische Staatsangehörigkeit annahm, war der unumstrittene Chef des legendären Teams von Real Madrid. Mit ihm an der Spitze dominierte Real den europäischen Fußball und gewann von 1956 bis 1960 fünfmal in Serie den Europapokal der Landesmeister. Seit 2000 war Di Stéfano Ehrenpräsident des Clubs, seit 2008 auch von der UEFA.

Der Stürmer wurde 1957 und 1959 als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet und belegte bei der FIFA-Wahl zum „Weltfußballer des Jahrhunderts“ hinter Pelé, Cruyff und Beckenbauer den vierten Platz. Wegen seiner blonden Haare und seiner enormen Schnelligkeit bekam er den Spitznamen „Der blonde Pfeil“ (La Saeta Rubia). In über 600 Spielen für Madrid erzielte er über 400 Tore. In insgesamt 41 Länderspielen für Argentinien, Kolumbien und Spanien traf er 29 Mal.

Alfredo di Stefano spielte für Real Madrid (hier auf einer Aufnahme vom 15. April 1962 zu sehen).

Seine Karriere begann 1943 bei River Plate in Buenos Aires. Über Bogotá in Kolumbien gelangte er nach Spanien. Im Laufe seiner Karriere gewann Di Stéfano insgesamt 14 nationale Meisterschaften und wurde zehnmal in verschiedenen Ligen und Wettbewerben Torschützenkönig. Für Real spielte er von 1953 bis 1964, wurde mit den „Königlichen“ spanischer Meister. Für Spanien schoss er in 31 Länderspielen 23 Tore. Er ist aber einer der wenigen Fußball-Größen, die nie an einer WM teil. 1958 verpasste Spanien die Qualifikation, 1962 war der Star verletzt.

Als Trainer feierte er einige Erfolge, wurde mit Boca Juniors und River Plate argentinischer Meister, holte mit dem FC Valencia 1971 den Titel in Spanien und gewann 1980 den Europacup der Pokalsieger. Aber er erlebte auch bittere Reinfälle. Sein autoritärer Stil kam bei den Spielern häufig nicht gut an. Auf seiner ersten Trainerstation beim FC Elche erlitt er kläglich Schiffbruch. Bei Sporting Lissabon wurde er nach nur 40 Tagen entlassen.

dpa

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

EM 2016: Gruppen, Spielplan und Termine im Überblick
EM 2016: Gruppen, Spielplan und Termine im Überblick
Spaniens Nolito blamiert sich mit Brexit-Aussage
Spaniens Nolito blamiert sich mit Brexit-Aussage
EM 2016: Diese Spiele laufen heute live im TV und im Live-Stream
EM 2016: Diese Spiele laufen heute live im TV und im Live-Stream
Ronaldo in Strumpfhose: Scholl spottet
Ronaldo in Strumpfhose: Scholl spottet

Kommentare