Rückrundenauftakt

Dortmund setzt auf das Prinzip Hoffnung

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Borussia Dortmund steht mit 15 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz der Bundesliga.

Dortmund - Alles soll und muss besser werden: Der tief gestürzte Ex-Meister Borussia Dortmund nimmt die Rückrunde ins Visier.

Am Montagmorgen den Kicker aufzuschlagen, ist in der Fußball-Szene ein Ritual mit langer Tradition. Wie wurde die eigene Leistung bewertet? Wie jene des Gegenspielers? Hat der Schiedsrichter das Spiel verpfiffen? Alle Fragen werden von fachlicher Hand beantwortet.

Am Montagmorgen, den 5. Januar 2015, war es für Spieler, Trainer und Verantwortliche von Borussia Dortmund nicht empfehlenswert, das Magazin in die Hand zu nehmen - denn darin gab es 24 Stunden vor dem Trainingsauftakt am Dreikönigstag noch einmal Ohrfeigen rechts und links: Die Quittung für eine miserable Hinrunde in Zahlen und Listen.

Borussia Dortmund die "negative Überraschung" der Hinrunde

Was Trainer Jürgen Klopp als „beschissenste Vorrunde unseres Lebens“ bezeichnete, in der die Borussia-Spieler dastanden „wie die Vollidioten“, liest sich folgendermaßen: 240 Bundesliga-Profis wählten die auf den 17. Tabellenplatz abgestürzte Borussia mit meilenweitem Abstand zur „negativen Überraschung“ der Hinrunde. Für jeden Vierten war Klopp der Absteiger unter den Trainern, Torhüter Roman Weidenfeller ist der Absteiger der Spieler vor Kevin Großkreutz. In der Rangliste der besten Mittelfeldspieler der Liga taucht irgendwann mal Sebastian Kehl auf, als Zehnter im defensiven Bereich. Das war's.

Immerhin, es lässt sich Ansporn daraus ziehen. Denn ab Dienstag, soll, ja muss in Dortmund alles besser werden. „Sollten wir alle durch die Vorbereitung bekommen und Ende Januar mit den stärksten Spielern antreten können, werden wir ein anderes Gesicht zeigen“, sagt Kapitän Mats Hummels.

Die Spieler nahmen ihre Sorgen mit um die Welt in den Weihnachtsurlaub und machten sich Gedanken um ihren angeschlagenen Anführer Klopp, der nicht nur durch seine kräftige Wortwahl einen angeschlagenen Eindruck hinterlassen hatte.

„Es macht mich traurig, ihn so zu sehen“, sagte Henrich Mchitarjan. „Der Trainer versucht mit aller Macht, in die Erfolgsspur zurückzufinden, aber es ist nicht einfach. Er ist immer für uns da, und es ist umso frustrierender, dass wir nicht in der Lage sind, ihn durch Siege wieder glücklicher zu machen.“

Hoffnungen liegen auf den Rückkehren

Das waren überraschend offene Worte. Ob Klopp sie gerne gehört hat? Mit Selbstmitleid hält sich der Trainer jedenfalls nicht auf. Die Ankündigung, der BVB werde in der Rückrunde „ein erbitterter Jäger“ sein, basiert allerdings größtenteils auf Hoffnung - die verletzten Stars Marco Reus, Sven Bender und Nuri Sahin werden zurückkehren. Ilkay Gündogan und die fünf Weltmeister im Kader bekommen wieder eine vernünftige Vorbereitung.

„Viele meiner Spieler konnten lange nicht mehr so trainieren, wie es nötig gewesen wäre. Das wird sich nach Stand der Dinge jetzt ändern. Dann wird es deutlich schwerer, uns zu schlagen“, sagt Klopp. Dazu soll der offensive Mittelfeldspieler Kevin Kampl beitragen, der für zwölf Millionen Euro von Red Bull Salzburg kam.

Allerdings wird die Vorbereitung in Spanien (La Manga/10. bis 18. Januar) durch die Abwesenheit von Shinji Kagawa, der neuen Nummer eins Mitch Langerak (beide beim Asien-Pokal) und Pierre-Emerick Aubameyang (beim Afrika-Cup) erschwert werden.

Klopp hätte gerne „eine bessere Startposition“ gehabt. Im Januar 2014 hat er nach einer recht unbefriedigenden Hinrunde noch gesagt, er habe „schon Schlimmeres gesehen als 32 Punkte bis zur Winterpause“. Das klingt ein Jahr später wie ein Luxusproblem - diesmal sind es 15. 15!

Der BVB müsse schleunigst zusehen, sich aus „dieser gefährlichen Zone“ im Tabellenkeller zu befreien, sagte Mchitarjan: „Sonst wird es immer düsterer.“

SID

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