Schwuler Fußballer outet sich

Göteborg - Ein Outing als Homosexueller gilt im Fußball immer noch als riesiges Tabu. Jetzt hat ein Kicker dieses gebrochen - und will damit ein Zeichen setzen. Folgt jetzt eine Welle?

Anton Hysén will ein Zeichen setzen. Ungeachtet möglicher Folgen für seine sportliche Karriere hat sich der 20-jährige Schwede als schwul geoutet. Er nutzte dafür das Magazin Offside, dem er sagte: "Ich bin Fußballer - und ich bin homosexuell. Wenn ich meine Leistung bringe, spielt es doch gar keine Rolle, ob ich auf Frauen oder auf Männer stehe."

Glenn Hysén (r., Archivfoto von 1990)

Wer ist dieser Anton Hysén, der mit seinem mutigen Outing vorangeht? Er spielt derzeit in der vierten schwedischen Liga bei Utsikens BK, durfte aber auch schon Profi-Luft schnuppern: Bis vor kurzem schnürte der linke Außenbahnspieler noch für den schwedischen Erstligisten BK Häcken seine Kickstiefel. Sein Vater Glenn Hysen, ehemaliger Top-Spieler vom FC Liverpool, ist sein aktueller Trainer. Sein Bruder Tobias Hysén ist schwedischer Nationalspieler.

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YouTube: Anton Hysén in einem Interview

Anton Hysén fürchtet zwar, dass ihm sein Outing möglicherweise die Karriere verbaut - doch er schert sich nicht darum. "Es kann sein, dass ein Verein an mir interessiert ist, der Trainer dann hört, dass ich homosexuell bin und der Verein seine Meinung ändert. Aber das ist dann deren Problem, nicht meines."

Hysén wäre gerne ein Vorbild für andere schwule Fußballer. "Wo zum Teufel sind die anderen?", fragt er.

Möglicherweise ist Hyséns mutiges Outing tatsächlich der Beginn einer Welle. Bayern-Stürmer Mario Gomez hat im November via Bunte schwule Fußballer zum Bekenntnis ermutigt. "Sie würden dann wie befreit aufspielen", sagte er. Kollegen sind da anderer Meinung. Tim Wiese sagte zur Bunte: "Der würde von den Fans niedergemacht. Fußball ist trotz der vielen Frauen im Stadion ein Macho-Sport."

Der DFB befürwortet hingegen den mutigen Schritt. Präsident Theo Zwanziger: "Der DFB hat signalisiert, dass er das Coming out mit allen Mitteln begleitet und, soweit es nötig ist, unterstützen wird", Er weiß aber: "Auch ein DFB-Präsident kann so ein Coming out nicht herbeiführen, er kann nur ein Signal aussenden." Nun hat Hysén ein weiteres Signal ausgesendet.

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Rubriklistenbild: © dpa

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