Nach Schwalbe gegen Mexiko

Robben: "Manchmal wird man für Ehrlichkeit bestraft"

Arjen Robben
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Arjen Robben ist enttäuscht über die Schwalben-Diskussion.

Fortaleza - Arjen Robben findet die aufgekommenen Diskussionen um seine Schwalbe im WM-Achtelfinale gegen Mexiko "schade".

Arjen Robben muss nach seiner zugegebenen „Schwalbe“ beim 2:1 (0:0)-Zittersieg der Niederländer im WM-Achtelfinale gegen Mexiko keine Sanktionen durch den Weltverband FIFA befürchten. FIFA-Sprecherin Delia Fischer erklärte am Montag, nachträgliche Strafen würden nur bei „ernsthaften Verstößen“ erfolgen, die die Schiedsrichtern im Spiel nicht mitbekommen.

Zuvor hatte sich Robben für eine „Schwalbe“ entschuldigt - beim entscheidenden Elfmeter soll aber alles mit rechten Dingen zugegangen sein. „Ich muss zugeben, dass ich mich in der ersten Halbzeit habe fallen lassen, das hätte ich wirklich nicht tun sollen“, sagte der Bayern-Star: „Das war dumm.“ Diese Aussagen wurden wiederum von niederländischen Verband KNVB in einer offiziellen Stellungnahme am Montag dementiert. Die Statements seien falsch interpretiert worden, so der KNVB.

Auf einer Pressekonferenz am niederländischen Trainingsgelände in Rio de Janeiro am Montagnachmittag ergänzte Robben, die Diskussionen um die Szene seien „schade“: „Ich war ehrlich und manchmal wird man für Ehrlichkeit bestraft. Ich dachte immer, Ehrlichkeit währt am längsten. Aber das scheint nicht der Fall zu sein. Es ist eine Schande“, kommentierte der Star der Niederländer. Der Linksfuß wiederholte aber auch, dass die Aktion „nichts mit dem Ausgang des Spiels zu tun hatte“.

Beim Foul von Mexiko-Kapitän Rafael Marquez in der Nachspielzeit, der zum 2:1-Siegtreffer durch Elfmeterschütze Klaas-Jan Huntelaar (90.+4) führte, sei er aber definitiv am Fuß getroffen worden, betonte Robben.

Seiner guten Stimmung konnten die sich mehrfach wiederholenden Fragen jedoch nichts anhaben. Bestens gelaunt präsentierte sich Robben zusammen mit Wesley Sneijder bei der Pressekonferenz im Medienraum unterhalb der Tribüne des Jugendkomplexes von Flamengo. „Wir haben eine Chance, wir sind unter den letzten Acht. Wir sind sehr selbstbewusst“, beantworte er die Frage nach den Titelchancen des Vize-Weltmeisters von 2010.

Böser Spott für Robben im Internet

Das sahen die Mexikaner ganz anders, allen voran der impulsive Trainer Miguel Herrera. „Der Strafstoß war erfunden“, wetterte der 46-Jährige und kritisierte Schiedsrichter Pedro Proenca: „Der entscheidende Faktor war der Mann mit der Pfeife. Er hat uns aus der WM geworfen.“ Herrera kritisierte zudem den Weltverband FIFA. Ein Portugiese hätte ein solches Spiel zwischen einer europäischen und einer lateinamerikanischen Mannschaft nicht pfeifen dürfen.

„El Piojo“, die Laus, knöpfte sich auch Robben vor. „Dreimal“ habe sich Robben „auf die gleiche Art und Weise“ im Strafraum hingeworfen, um einen Elfmeter zu schinden. „Und er“, sagte Herrera mit Bezug auf den Schiedsrichter, „hat nichts gemacht“.

sid/dpa

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