Ex-Augsburger vor Pokal-Derby

Veh im tz-Interview: „Bayern ist verwundbar“

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Armin Vehs Karriere begann in Augsburg, noch heute fühlt er sich tief mit dem FCA verbunden. 

München - Der Augsburger Armin Veh spricht im Interview über die kommenden beiden Spiele gegen den FC Bayern und warum es beim FCA besser läuft als beim HSV. 

Update vom 25. Oktober 2016: In der zweiten Runde der aktuellen DFB-Pokal-Saison empfängt der FC Bayern den FC Augsburg. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das DFB-Pokal-Spiel FC Bayern München gegen den FC Augsburg heute live im TV und Live-Stream sehen können.

Seine Spielerkarriere startete Armin Veh in Augsburg, auch die erste Trainerstation des 55-Jährigen war der FCA. Bis heute ist Veh, der 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister wurde, seinem Heimatverein tief verbunden. Im tz-Interview spricht der Experte von Sport1 über das doppelte Duell mit dem FCB.

Herr Veh, schafft der FCA am Mittwoch die Sensation? Oder wenn, dann eher in der Liga am Samstag?

Armin Veh: Von einer Sensation möchte ich da gar nicht sprechen, schließlich treffen zwei Mannschaften aus der gleichen Liga aufeinander. Die Bayern sind natürlich der große Favorit. Ich bin dem FCA seit meinem sechsten Lebensjahr verbunden, daher kann ich Ihnen sagen: Allein die Tatsache, so regelmäßig gegen den FC Bayern und nicht mehr seine Amateure zu spielen, ist schon ein Riesenerfolg für den Verein. Darüber hinaus hat der FCA aber ja schon bewiesen, dass er die Bayern schlagen kann. Wenn die Augsburger jetzt etwas holen können, dann allerdings wohl doch eher am Samstag vor heimischer Kulisse.

Understatement in Augsburg bringt Ruhe

Was läuft beim FCA besser als zum Beispiel beim HSV?

Veh: Ich kenne ja beide Vereine. Es ist ein großer Unterschied, ob man in Augsburg oder Hamburg tätig ist. Das Understatement, das auch eine gewisse Ruhe in den Klub und in das Umfeld bringt, kann man in Augsburg natürlich viel besser betreiben. Im Hamburg ist das nicht möglich, in Frankfurt zum Beispiel auch nicht. So einen Vorteil muss man ausnutzen, und das tun die Verantwortlichen auch. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass die Arbeit von Stefan Reuter sehr gut ist. Was in Augsburg aufgebaut wurde, war vor zehn Jahren noch undenkbar.

Der Zoff zwischen Reuter und Ex-Trainer Markus Weinzierl und der Fanärger um Georg Teigl sind in Augsburg ja fast schon Skandale…

Veh: Ja, aber das sind Dinge, aus denen man auch lernen kann. Es gibt immer mal Probleme, die man kaum für möglich gehalten hätte. Trotzdem kann man an solchen Situationen wachsen, wenn man sich mit den Dingen vernünftig auseinandersetzt und seine Lehren daraus zieht.

Was hat sich beim FCA in dieser Saison außer dem Trainer geändert?

Veh: Wahnsinnig große Veränderungen sind mir nicht aufgefallen, die Mannschaft spielt vielleicht einen Tick defensiver als zuvor.

„Die Bayern sind nicht in der Form vergangener Jahre“

Also kann sie dem FCB wie schon in den Vorjahren heute größere Probleme bereiten?

Veh: Das haben ja andere Vereine schon vorgemacht. Die Bayern sind noch nicht in der Form der vergangenen Jahre. Zurzeit sind sie verwundbar. Das hat aber mehrere Gründe.

Welche?

Veh: Die Mannschaft ist viermal in Folge Deutscher Meister geworden, das ist historisch. Da ist es völlig verständlich, dass dann mal ein paar Prozente fehlen. Dazu waren viele Spieler im Sommer bei der EM im Einsatz, und seit Saisonbeginn plagen den FCB immer wieder Verletzungsprobleme. Da kommen viele Kleinigkeiten zusammen. Auch das Spiel hat sich verändert. Ich sehe noch keine klare Linie unter Carlo Ancelotti. Mal ziehen sie sich zurück, mal pressen sie. Vorher wusste man immer, was die Bayern wollen, welchen Plan sie verfolgen. Das ist momentan noch nicht zu erkennen. Für die Bayern ist die Form aber erst in der entscheidenden Phase der Saison wichtig, die geht in München ja erst im April los. Und dann sind sie da, da bin ich mir sicher. 

sw

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