Attentäter wollten Sprengsätze im Stadion zünden

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Die französische Fahne eines Fans ist im geräumten Stadion zurückgeblieben. Foto: Uwe Anspach

Paris - Es wäre das schlimmstmögliche Horrorszenario im Stade de France gewesen. Berichten zufolgen wollten mindestens zwei der Attentäter ihre Bombe direkt im Stadion zünden.

Die Attentäter beim Stade de France hatten laut Medienberichten ein Blutbad vor laufenden Kameras während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland geplant. Mindestens einer der insgesamt drei Terroristen wollte seine Bombe im Stadion während des Fußball-Testspiels zünden.

Wie die französische Sportzeitung "L'Équipe" am Sonntag ohne Verweis auf Quellen berichtete, sollen sogar zwei Attentäter kurz nach Spielbeginn versucht haben, noch in das Stadion zu gelangen. Insgesamt waren drei Selbstmord-Attentäter in der Nähe des Stadions. Bei den Detonationen starb auch ein Passant.

"Sie hatten geplant zu sterben. Aber nicht alleine, und auch nicht außerhalb des Stade de France", schrieb die französische Sportzeitung über die Motive der Attentäter. Den Informationen des Blattes zufolge sollen die beiden allerdings keine Tickets gehabt haben und deswegen auch nicht in das umzäunte Stade de France gekommen sein. Das Stadion war mit knapp 80 000 Zuschauern besetzt.

Das "Wall Street Journal" hatte am Samstag berichtet, dass mindestens ein Attentäter ein Ticket für das Spiel gehabt haben sollte. Er sei aber von einem Ordner beim Sicherheitscheck aufgehalten worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen anderen Ordner und einen Polizisten. Bei dem Attentäter sei etwa eine Viertelstunde nach Spielbeginn, was gegen 21.15 Uhr gewesen wäre, am Stadioneingang eine Sprengstoff-Weste entdeckt worden. Beim Versuch zu entkommen, habe der Mann den Sprengstoff zur Explosion gebracht.

Laut "L'Équipe" sollen die beiden Attentäter bereits gegen 21.05 Uhr vergeblich versucht haben, in den Stadionbereich zu gelangen. Der erste habe es im Sektor Ost des Stadions probiert, der zweite im Sektor Nord. Beide hätten sich aber abweisen lassen, weil sie keine Eintrittskarte hatten, schrieb "L'Équipe".

Die Zeitung "Le Parisien" zitierte einen Augenzeugen, der die beiden Attentäter kurz vor der ersten Explosion gesehen haben will. Demnach sei der Sprengstoff unter deren großer Kleidung und einem Dreiviertel-Mantel aber nicht zu erkennen gewesen.

Das eigentliche Ziel der Attentäter soll laut "L'Équipe" gewesen sein, "ein Blutbad auf den Tribünen anzurichten und ein Horrorszenarium zu schaffen für die mehreren Millionen Fernsehzuschauer", schrieb die Sportzeitung. Als die Attentäter nicht ins Stadion kamen, sprengten sie sich in unmittelbarer Nähe, praktisch vor den Eingängen D und J, in die Luft. Die erste Bombe explodierte um 21.17 Uhr, die zweite kurz danach. Eine dritte folgte in der Nähe. Ein Passant wurde getötet, 31 Personen verletzt, 15 weitere schwer, berichtete die "L'Equipe". Insgesamt kostete die beispiellose Terrorwelle am Freitag im Vorort Sant-Denis und in Frankreichs Hautstadt Paris 129 unschuldige Menschen das Leben, 352 wurden verletzt.

Auch am Sonntag blieben die Tatorte unmittelbar am Stadion noch abgesperrt. Polizisten kontrollierten den Bereich in der Avenue Jules Rimet.

dpa

WSJ-Bericht, Englisch

Bericht Le Parisien

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