Aubameyang erlöst wankenden BVB: 2:0 über Ingolstadt

Pierre-Emerick Aubameyang erzielte einen Doppelpack. Foto: Bernd Thissen
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Pierre-Emerick Aubameyang erzielte einen Doppelpack. Foto: Bernd Thissen

Die Dortmunder feierten Matchwinner Aubameyang, die Ingolstädter kritisierten Schiedsrichter Winkmann: Nach dem 2:0-Arbeitssieg des BVB über den Aufsteiger gab es lebhafte Diskussion über gleich drei umstrittene Entscheidungen des Referees.

Dortmund (dpa) - Vor dem Spiel gab es Blumen, nach dem Schlusspfiff tosenden Applaus. Dank Pierre-Emerick Aubameyang hat Borussia Dortmund die Geduldsprobe gegen den frechen Aufsteiger FC Ingolstadt mit 2:0 (0:0) bestanden - allerdings nur mit Mühe und Not.

Afrikas Fußballer des Jahres, der wenige Minuten vor dem Anpfiff von der Vereinsführung auf dem Rasen geehrt worden war, bewahrte sein Team mit seinen Saisontreffern 19 und 20 (77./86. Minute) vor einem unerwarteten Rückschlag in der Fußball-Bundesliga.

"Wir sind sehr glücklich über die beiden Tore von Auba", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel, sprach aber bei aller Freude von einem "dreckigen Sieg". Seine Dortmunder verkürzten den Rückstand auf den Tabellenführer FC Bayern zumindest für eine Nacht auf fünf Zähler. "Wir haben lange gebraucht, den Rhythmus zu finden. Es ist sehr gut, dass aus der Unzufriedenheit kein Frust wurde", sagte Tuchel.

Neben Aubameyang schlüpfte Guido Winkmann unfreiwillig in die Rolle eines Hauptdarstellers. Gleich drei strittige Entscheidungen des Schiedsrichters aus Kerken sorgten für lebhafte Diskussionen. Bei einer Abwehraktion von Mats Hummels in höchster Not gegen Dario Lezcano in der 26. Minute verzichtete er auf einen von den Ingolstädtern geforderten Elfmeterpfiff. Zudem pfiff er ein Eigentor von Hummels (66.) wegen eines angeblichen Foulspiels von Lezcano zurück. Zu guter Letzt übersah er beim Kopfball von Aubameyang zum 1:0 eine Abseitsstellung des Torschützen.

Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl machte aus einem Unmut keinen Hehl: "Wenn wir einen Spielleiter gehabt hätten, der nur halb so gut gewesen wäre wie wir, dann hätten wir garantiert etwas mitnehmen können. So gehen wir hier als sehr, sehr unglücklicher Verlierer vom Platz". Ähnlich frustriert reagierte Abwehrspieler Marvin Matip in einem Interview des TV-Senders Sky: "Ich will keinen beschuldigen, aber wir wurden um den verdienten Ertrag gebracht." Hasenhüttl klagte gar über einen Bonus für den BVB: "Ich stelle mir die Situation bei dem Eigentor von Hummels umgekehrt vor. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Tor dann auch zurückgenommen worden wäre."

Der strittige Entscheidungen des Referees passten ins Bild von einem schwer erkämpften BVB-Sieg. Diese Einschätzung teilte selbst Tuchel: "Ich finde, dass das Abseitstor von Aubameyang unstrittig ist und wir dabei absolut Glück haben. Bei den anderen beiden Situationen hatten wir ebenfalls Glück, aber es waren keine Fehlentscheidungen. Sie können auch anders ausgelegt werden."

Wieder einmal wurde deutlich, dass die Dortmunder zwar über eine enorm starke erste Elf verfügen, Ausfälle von Stammkräften aber nur schwer kompensieren können. Das Fehlen der an einem Virusinfekt erkrankten Nationalspieler Marco Reus und Ilkay Gündogan kostete den Tabellenzweiten viel Kreativität. Die in das Startteam gerückten Matthias Ginter und Adrian Ramos konnten die beiden Leistungsträger nicht adäquat ersetzen. Die über weite Strecken ungewohnt hohe Fehlpassquote kam deshalb nicht von ungefähr.

Erst Aubameyang brach den Bann. Der momentan beste Bundesliga-Schütze erwies sich vor heimischer Kulisse erneut als Erfolgsgarant. Damit brachte der pfeilschnelle Angreifer das Kunststück fertig, in bisher jedem Heimspiel der Saison zu treffen. 14 Tore in neun Partien sprechen für sich.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 66,7 - 33,3

Torschüsse: 11 - 5

gew. Zweikämpfe in %: 56,3 - 43,7

Fouls: 15 - 18

Ecken: 4 - 1

Quelle: optasports.com

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