Erzgebirge hat kein Interesse

Aue: Verurteilter Vergewaltiger angeboten

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Chad Evans, hier im Trikot von Manchester City.

Aue - Der verurteilte Vergewaltiger Ched Evans ist dem Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue angeboten worden.

 „Uns wurde sein Profil zugeschickt, aber es gibt von unserer Seite aus kein Interesse, ihn zu verpflichten“, sagte Aue-Geschäftsführer Michael Voigt dem SID: „Er hat zwei Jahre nicht gespielt, man gar nicht einschätzen, in welchem Zustand er sich befindet.“

Bei der Entscheidung dürfte aber auch der zu erwartende Protest in der Öffentlichkeit eine Rolle gespielt haben. Zuletzt hatte Oldham Athletic in letzter Minute von einer Verpflichtung des 26-Jährigen Evans Abstand genommen, nachdem es Bedrohungen gegen die Mitarbeiter des englischen Drittligisten gegeben hatte.

Wegen einer öffentlichen Protestwelle hatte der Stürmer schon Ende November nicht bei seinem Ex-Klub Sheffield United mittrainieren dürfen.

Evans war im April 2012 wegen der Vergewaltigung einer 19-Jährigen in einem Hotel im walisischen Rhyl zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Stürmer hatte die Vorwürfe stets bestritten und von einvernehmlichem Sex gesprochen. Am 17. Oktober 2014 war Evans vorzeitig aus der Haft entlassen worden.

Evans mögliche Rückkehr in den Fußball wurde danach zum Politikum. Selbst Premierminister David Cameron schaltete sich ein und ließ zuletzt über seinen Sprecher ausrichten, dass potenzielle „Arbeitgeber ihre Entscheidung sorgfältig abwägen“ mögen. Zudem sammelte eine 26-jährige Frau über eine Internet-Petition mehr als 60.000 Unterschriften, um Evans Comeback zu verhindern.

Vor seiner Haft spielte Evans bei Sheffield United, ausgebildet wurde er in der Jugendabteilung des Spitzenklubs Manchester City.

sid

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