Aus der Traum für Bayer - Eichin: "in der Liga bleiben"

Leverkusens Trainer Roger Schmidt (2.v.l.) nimmt seine Spieler nach der Niederlage in Schutz: "Die Mannschaft war motiviert." Foto: Guido Kirchner
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Leverkusens Trainer Roger Schmidt (2.v.l.) nimmt seine Spieler nach der Niederlage in Schutz: "Die Mannschaft war motiviert." Foto: Guido Kirchner

Werder Bremen bleibt der Pokal-Schreck für Bayer Leverkusen. Nach dem 1:3 musste der Werksclub die Hoffnung begraben, nach 1993 wieder den DFB-Pokal zu gewinnen. Die Bremer sind stolz auf den Halbfinaleinzug, haben aber andere Sorgen: nicht aus der Bundesliga abzusteigen.

Leverkusen (dpa) - Es ist immer das Gleiche. Wenn es um Alles oder Nichts geht, versagt Bayer Leverkusen.

"Wir hatten große Ziele, wollten über den Pokal ins Rampenlicht und nach Berlin", sagte Bayer-Vereinschef Michael Schade nach dem 1:3 im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den abstiegsbedrohten Bundesliga-16. Werder Bremen. "Wir haben es einfach schlecht gemacht", befand Sportdirektor Rudi Völler nach der überraschenden Pleite.

Einmal mehr ist der um mehr Anerkennung bemühte Werksclub nicht mit dem Erfolgsdruck klargekommen, der durch das allseits gelobte 0:0 gegen Bayern München noch gestiegen war. "Wir hatten uns zu viel vorgenommen, wollten ins Finale", meinte Stürmer Stefan Kießling nach einem "beschissenen Auftritt". "Man hatte das Gefühl, dass jeder einen Rucksack mit 50 Kilo hinten dran gehabt hat, weil gar nichts zustande gekommen ist."

Dabei war der viermalige Vizemeister durch den von Javier Hernández verwandelten Foulelfmeter (22. Minute) in Führung gegangen, die Santiago Garcia (31.) und Claudio Pizarro (42./Foulelfmeter) zum 2:1 für den SV Werder wendete. Zudem sah Wendell für die Notbremse an Fin Bartels die Rote Karte. Das 3:1 erzielte Florian Grillitsch (82.).

"Man hat in der ersten Halbzeit gesehen, dass die Bremer Gefahr ausstrahlen, haben sie aber nicht erkannt und nach dem 1:0 zu fahrlässig gespielt", kritisierte Bayer-Trainer Roger Schmidt. Er nahm seine Spieler nach dem sechsten Aus im sechsten Pokal-Spiel gegen die Hanseaten zugleich in Schutz: "Die Mannschaft war motiviert. Es war ja keine Katastrophe."

Nachdem der Traum vom zweiten Pokal-Triumph nach 1993 geplatzt ist, strebt Bayer nun Erfolge in der Bundesliga und in der Europa League an. "In beiden Wettbewerben haben wir die Chance, Außergewöhnliches zu leisten", meinte Schmidt. "Mit noch mehr Akribie", so Schade, wolle man versuchen, einen Champions-League-Platz zu ergattern und im Europacup in der Zwischenrunde Sporting Lissabon auszuschalten.

Fehlen wird dabei zunächst Stürmerstar Javier "Chicharito" Hernández. Er zog sich gegen Bremen einen kleinen Faserriss im linken Gesäßmuskel zu und fällt am Samstag bei Darmstadt 98 aus, teilte Bayer mit. Ob der Mexikaner, der 22 Tore in 26 Pflichtspielen erzielte, auch für Lissabon absagen muss, ist noch offen.

Der sechsmalige Cup-Gewinner aus Bremen war nach dem 21. Einzug ins Halbfinale zwar stolz und glücklich, aber nicht euphorisch. "Wir sind froh, wieder das Gefühl zu haben, etwas erreichen zu können und hoffen, dass es so weitergeht", sagte Werder-Coach Viktor Skripnik mit Blick auf das Abstiegsduell am Samstag gegen den Liga-17. 1899 Hoffenheim.

"Jetzt zählt nur, dass wir in der Liga bleiben", meinte Bremens Manager Thomas Eichin. Nach der 1:5-Klatsche in Gladbach ist bei ihm die Zuversicht auf den Klassenverbleib gestärkt worden: "Die Konstanz fehlt, aber ansonsten konnte man sehen, was wir für ein talentiertes Team haben, das jeden in der Bundesliga schlagen kann." Dafür müsse man sich jedoch in der Liga genauso reinhauen, mahnte Kapitän Clemens Fritz: "Es bringt nichts, nur im Pokal zu rennen. Wir müssen den Schwung ins Wochenende mitnehmen."

Das Pokal-Halbfinale am 19./20. April sei laut Eichin erstmal Zukunftsmusik. "Bis dahin müssen wir die nötigen Punkte in der Liga holen", forderte er.

Spielbericht auf der Bayer-Homepage

Reaktionen auf der Werder-Homepage

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