Barça auf Titelkurs - Real zerlegt Espanyol

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Schiedsrichter Undiano Mallenco zeigt Verteidiger Filipe Luis (3.v.l.) von Atletico Madrid rot. Foto: Marta Perez

Mit einem 2:1-Sieg über seinen Verfolger Atlético Madrid gelingt Barça ein Schritt Richtung Meisterschaft. Beim Spitzenspiel bietet sich dem Publikum im Camp-Nou-Stadion allerdings ein ungewohntes Bild: Die Gäste spielen besser, dezimieren sich aber selbst.

Barcelona (dpa) - Als Lionel Messi mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen des Camp Nou lag, stockte den Fans des FC Barcelona der Atem.

Verteidiger Filipe Luis von Atlético Madrid hatte mit gestrecktem Bein seine Stollen auf das Knie des Weltfußballers gedrückt. Die Szene war so etwas wie die Vorentscheidung beim 2:1-Sieg des spanischen Meisters gegen seinen direkten Verfolger.

Der Brasilianer erhielt die Rote Karte für das brutale Foul kurz vor der Pause. "Das tat uns allen weh", beklagte das Sportblatt "Olé" in Messis argentinischer Heimat. Der Superstar konnte jedoch mit einem leicht geröteten Knie weiterspielen. Kurz zuvor hatten Messi (30. Minute) und Luis Suárez (38.) den Champions-League-Sieger nach einem frühen Atlético-Treffer durch Koke (10.) in Führung geschossen.

Barça gelang mit dem Sieg im Spitzenspiel ein großer Schritt in Richtung Titelverteidigung. Die Katalanen sind in 26 Pflichtspielen in Serie ungeschlagen, rangieren in der Primera División drei Punkte vor Atlético und können diesen Vorsprung in einem Nachholspiel noch auf sechs Zähler ausbauen. "Die Saison dauert noch lange, aber der FC Barcelona ist stark und macht wenig Fehler", räumte Atlético-Trainer Diego Simeone ein.

Auch Real Madrid ist schon vier Punkte zurück und hat ein Spiel mehr absolviert: Allerdings sind die Königlichen unter ihrem neuen Trainer Zinédine Zidane noch ungeschlagen. Gegen Espanyol Barcelona gab es am Sonntag einen 6:0-Heimsieg. Cristiano Ronaldo mit einem Dreier-Pack (12./41./82.), Karim Benzema (7.), James (16.) und Oscar Duarte (86./Eigentor) trafen.

Dabei überwanden die Madrilenen den Schock des Platzverweises von Filipe Luis nach dem Wechsel überraschend gut. Sie setzten die Blau-Roten unter Druck und drängten sogar in Unterzahl auf den Ausgleich. Aber dann folgte der nächste Rückschlag: Der bereits verwarnte Abwehrchef Diego Godín foulte seinen uruguayischen Landsmann Súarez und sah dafür Gelb-Rot. "Atlético richtet sich selbst hin und macht Barça den Weg frei", meinte das Sportblatt "As".

Aber auch gegen neun Mann war das - insgesamt enttäuschende - Team um Messi nicht in der Lage, mit weiteren Treffern das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Im Gegenteil: Atléticos Schrumpf-Team hielt sich wacker und hatte in den Schlussminuten sogar noch die Chance zum Ausgleich.

"Barça gewinnt, ist Tabellenführer und erster Titelanwärter, aber spielerisch hinterließ Atlético den besseren Eindruck", konstatierte die Zeitung "El País". Das frühere Atlético-Idol Kiko Narváez meinte: "Simeone hatte seine Elf hervorragend eingestellt, aber dann schoss Atlético sich mit den Herausstellungen selbst in den Fuß."

Spielbericht auf Barça-Homepage - Englisch

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