Ende der Karriere in der Nationalelf

Schweinsteigers Emotionen: Tränen aus dem Herzen

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Tränen zum Abschied: Bastian Schweinsteiger kann seine Emotionen vor seinem letzten Länderspiel nicht unterdrücken.

Mönchengladbach - Rund um das letzte Länderspiel von Bastian Schweinsteiger wurde der WM-Held von 2014 emotional. Nach Anpfiff neckt er sich mit Kumpel Thomas Müller.

Tränen, Tore und ein kleiner Diebstahl - so lässt sich Bastian Schweinsteigers Abschied von der Nationalelf wohl am besten beschreiben. Als der 32-Jährige am Mittwoch den Borussia-Park in Gladbach nach dem 2:0-Sieg gegen Finnland verließ, hatte der ehemalige Kapitän neben seinem Kulturbeutel und einem Erinnerungsfoto noch etwas anderes im Gepäck: die Binde. Seine Binde, die er nach 121 Länderspielen und 24 Toren im Dress des DFB-Teams in Gladbach zum letzen Mal getragen hatte. "Ich habe sie dem Thomas (Müller, Anm. d . Red.) gegeben, Thomas hat sie mir dann aber wieder zurückgegeben", so Schweinsteiger zu seiner Auswechslung in der 67. Minute. "Ich werde sie nun höchstwahrscheinlich mit nach Hause nehmen, dort bekommt sie dann einen Sonderplatz."

Schweinsteiger lebt hoch.

Zuhause, dort wird der bei Manchester United aussortierte WM-Held am Sonntag auch das erste WM-Quali-Spiel der Deutschen in Norwegen verfolgen. Auf der Couch. Am Mittwochabend zählte das aber noch nicht. Dem Ex-Bayern sollte der Abschied bereitet werden, den er nach unzähligen Schlachten im DFB-Dress verdient hatte. "Und dann kam das", wie er sichtlich berührt über die Reaktion der gut 30.000 in Gladbach sagte, die jede seiner Ballberührungen frenetisch gefeiert und ihn mit Fußballgott-Rufen verabschiedet hatten. "Eigentlich bin ich nicht so ein Mensch, der die Gefühle nach außen trägt. Aber in dem Moment hat es mich erwischt. Es ist aus dem Herzen gekommen."

Schweinsteiger: So tränenreich war sein Abschied

Müller und Neuer lassen Schweinsteiger hochheben

Doch auf die Tränen vor Anpfiff folgte die Gaudi nach Abpfiff. Kaum hatte der Unparteiische den müden Kick beendet, schnappten sich Thomas Müller und Manuel Neuer ihren Ex-Teamkollegen und ließen ihn vor den Fans hochleben. "Hut ab vor der ganzen Karriere beim DFB. Ein bisschen traurig bin ich schon, dass ich jetzt nicht mehr mit ihm auf dem Platz stehen kann." Schweinsteigers Konter ließ aber nicht allzu lange auf sich warten: "Höchstwahrscheinlich vermisst mich Thomas Müller nicht so sehr auf dem Fußballplatz, sondern auf dem Golfplatz."

Auf dem Platz dürfte er vielmehr Joachim Löw fehlen. "Ich habe Basti enorm viel zu verdanken. Die durchgängigen Erfolge der letzten zwölf Jahre wären ohne ihn nicht möglich gewesen, er hat die Mannschaft sehr geprägt", so Löw. "Was mich neben seinen Leistungen, allen voran im wichtigsten Spiel der letzten Jahre im Maracana, beeindruckt hat, war seine Menschlichkeit, Ehrlichkeit und Fairness. Er war ein großer Spieler und ein großer Mensch." Der zum Abschied weinte. Wie 2014 in Rio, dem Höhepunkt seiner Karriere, an den er sich im Moment seines Abschieds ebenfalls erinnerte: "Zwei Minuten vor Schlusspfiff hatte ich schon Tränen in den Augen. Ich habe gespürt: Das könnte es sein." Und das war's.

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