"Wirklich schwere Spiele kommen jetzt"

Nur Bayern gut drauf: Löw als Psychologe gefragt

Joachim Löw
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Jetzt gilt es für den Weltmeister: Bundestrainer Joachim Löw gibt die Richtung vor.

München - Nur die Bayern sind gut drauf: Bundestrainer Joachim Löw ist vor den Spielen gegen Polen und Irland als Psychologe gefordert.

Als Joachim Löw nach dem Londoner Derby in der britischen Hauptstadt in den Flieger stieg, dürfte er ein mulmiges Gefühl gehabt haben. „Die wirklich schweren Spiele kommen jetzt, im Oktober“, hatte der Bundestrainer mit Blick auf die beiden EM-Qualifikationsspiele am Samstag in Warschau gegen Polen und drei Tage darauf in Gelsenkirchen gegen Irland (beide 20.45 Uhr/RTL) gewarnt. Doch ausgerechnet jetzt muss er sich um zahlreiche Stars sorgen. Der halbe Kader reist mit frischen Negativerlebnissen im Kopf an, vor allem im Umgang mit den Dortmunder Weltmeister ist Löw als Psychologe gefordert.

Sicher: Polen und Irland sind trotz eines Weltklassestürmers wie Robert Lewandowski hier und nimmermüder Einsatzbereitschaft da keine unüberwindbaren Hindernisse für den Weltmeister. Doch der DFB sieht gerade den WM-Triumph als Hypothek. „Wir werden als Weltmeister noch mehr gejagt“, sagte Torwarttrainer Andreas Köpke im kicker, „jeder Gegner kann sich gegen uns profilieren.“ Daher hatte Löw seine Mannschaft bei der Bekanntgabe des 20-köpfigen Aufgebots am vergangenen Donnerstag auch ermahnt, die Quali werde „kein Selbstläufer. Umso wichtiger ist es, von Beginn an überzeugend und voll konzentriert aufzutreten.“

Doch das taten zuletzt nur die Münchner. Die aufgrund der anhaltenden Verletzung des neuen Kapitäns Bastian Schweinsteiger auf vier Mann geschrumpfte Bayern-Fraktion kommt als ungefährdeter Tabellenführer mit breiter Brust. Torhüter Manuel Neuer, der Schweinsteiger erneut als Spielführer ersetzen wird, hält nach wie vor in WM-Form. Seit dem 2:1 zum Quali-Auftakt gegen Schottland hat er in sieben Pflichtspielen (630 Minuten) keinen Gegentreffer kassiert. Auch das Duell mit Teamkamerad Lewandowski, den Löw „zu den besten drei Stürmern der Welt“ zählt, schreckt Neuer deshalb nicht. „Uns wird schon etwas einfallen“, sagte er lässig über Polens Kapitän.

Wie Neuer bringen auch dessen Bayer-Kollegen - der rechtzeitig genesene Jerome Boateng, Mario Götze und Thomas Müller - einiges an Festtagsstimmung von der Münchner Wiesn mit zum Treffpunkt am Dienstag in Frankfur/Main. Zumal sich das Feldspieler-Trio zur Freude Löws beim 4:0 gegen Hannover 96 90 Minuten auf der Bank ausruhen durfte. Doch Boateng weiß um den Ernst der Lage. „Es sind zwei wichtige Spiele. Besonders in Polen wird es schwer“, sagte er: „Aber wir wollen sechs Punkte!“

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Der rosaroten Bayern-Welt steht das Stimmungstief in Dortmund gegenüber. Das Borussen-Quartett um Rückkehrer Mats Hummels ist nach dem Fehlstart in der Liga am Boden. „Man sieht, es ist nicht einfach, in so eine Saison reinzukommen nach einer WM“, sagte Hummels im kicker, und beschrieb damit ein Problem, mit dem viele Weltmeister zu kämpfen haben. Dass Löw bis Samstag nur vier Trainingseinheiten zur Verfügung stehen, dürfte kaum zur Stabilisierung beitragen. Bei seinem Besuch in London beim Duell zwischen dem FC Chelsea mit Andre Schürrle und dem FC Arsenal hat er sich am Sonntag zwei weitere Problemfälle angesehen. Mesut Özil kommt einfach nicht konstant in Form, und Lukas Podolski, der wieder erst kurz vor Schluss kam, fehlt die Praxis.

Doch es gibt auch Lichtblicke. Shkodran Mustafi hat beim FC Valencia Fuß gefasst. Der einzige Neuling Karim Bellarabi („Für mich erfüllt sich ein Traum“) brennt auf einen Einsatz und ist „eine hervorragende Alternative“ (Löw) für die Offensive. Und Max Kruse sprüht vor seiner Rückkehr vor Tatendrang. „Auf diese Chance habe ich lange hingearbeitet“, sagte er nach seinem Tor am Sonntag bei Gladbachs 1:1 gegen Mainz. Es war neben dem Treffer von Bellarabi gegen Paderborn der einzige eines Nationalspielers am Wochenende ...

SID

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