Befreiungsschlag für Hertha unter Dardai: 2:0 in Mainz

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Neuer Trainer, neues Glück: Die Berliner jubeln über den Auswärtssieg in Mainz. Foto: Frank Rumpenhorst

Mainz (dpa) - Einen besseren Start hätte sich Pal Dardai nicht wünschen können. Zwei Tage nach der Amtsübernahme vom entlassenen Jos Luhukay führte er den Tabellenvorletzten Hertha BSC zum verdienten 2:0 (2:0) beim FSV Mainz 05.

"Kompliment an die Mannschaft. Sie hat als Team gearbeitet mit großer Laufbereitschaft", sagte der 38-jährige Ungar. Vor 26 756 Zuschauern sorgten Jens Hegeler (35. Minute/Foulelfmeter) und Roy Beerens (42.) für den überraschenden Erfolg nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg und Tor. "Ich bin kein Zauberer. Ich war selbst überrascht, dass die Jungs besser in Schuss waren als gedacht", erklärte Dardai.

Mit dem ersten Sieg im Jahr 2015 verschafften sich die Berliner ein wenig Luft im Abstiegskampf. Die Hertha verließ den 17. Tabellenplatz und liegt nur noch einen Punkt hinter dem FSV Mainz 05. Der Sieg machte die Gelb-Rote Karte gegen Kapitän Fabian Lustenberger (58.), der wegen wiederholten Foulspiels vom Feld musste, leichter verschmerzbar. "Jetzt sind wir alle glücklich. Aber es kommen noch viele Spiele", meinte Torschütze Hegeler.

Die Mainzer ließen die Köpfe hängen. Nach vier Punkten aus den ersten zwei Spielen der englischen Woche waren das 0:2 gegen Berlin und die Rote Karte für Torhüter Loris Karius nicht eingeplante Rückschläge. "Wir sind selbst schuld. Wir haben uns kaum eine Torchance herausgespielt", ärgerte sich Stefan Bell. "Gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten ist das doppelt bitter. Wir müssen bis zum Spiel am Freitag in Dortmund die Köpfe wieder klar kriegen", meinte Johannes Geis. Trainer Kasper Hjulmand vermisste Druck und Tempo im Spiel und rügte die fehlende Konsequenz in der Abwehr. "Ein Sieg hätte große Bedeutung gehabt. Aber es ist einfach zu wenig."

Gute Laune und eine positive Körpersprache hatte Herthas neuer Coach von seiner Elf verlangt. Fünf Neue beorderte Dardai in die Startelf und die hatten zusammen mit dem Rest ihren Spaß. Die Anfangsphase gehörte noch den Mainzern, die in der Besetzung vom 5:0 gegen Paderborn antraten. Mit Macht drängten die Rheinhessen auf die Führung. Pierre Bengtsson brachte Herthas Torhüter Thomas Kraft mit einem Freistoß in Verlegenheit (3.). Ein Schuss von Geis (14.) war dann aber schon das letzte offensive Lebenszeichen der 05er.

Mit jedem gewonnenen Duell wuchs das Selbstvertrauen der zuletzt arg gebeutelten Kicker aus der Hauptstadt. Karius vertändelte das Spielgerät, Stocker bedrängte den Schlussmann, der den Herthaner foulte. Aytekin zeigte auf den Punkt. Der Mann aus Oberasbach wertete den Einsatz von Karius als Notbremse. Der Grieche Stefanos Kapino kam zu seinem Bundesliga-Debüt, gegen den Strafstoß von Hegeler hatte er keine Chance.

Ein Billardtor war dann der zweite Nackenschlag und das Ende der Mainzer Hoffnungen. Ein Fehlpass von Gonzalo Jara eröffnete Stocker die Chance. Der Schweizer wurde von Schieber geschickt und scheiterte aus spitzem Winkel am Pfosten. Der Abpraller landete bei Beerens, der zum 0:2 ins leere Tor abstaubte.

In Überzahl wollten die Berliner den Vorsprung verwalten, doch nach einer knappen Stunde war der personelle Gleichstand wiederhergestellt. Lustenberger sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Mainz drängte die Berliner in deren Hälfte, doch Ideen für das Knacken des dichten Abwehrriegels gab es bei allen Bemühungen nicht. Die beste Chance vergab der eingewechselte Niko Bungert (88.).

Die Spieldaten:

Ballbesitz in %: 62,7 - 37,3

Torschüsse: 12 - 11

gew. Zweikämpfe in %: 50 - 50

Fouls: 15 - 15

Ecken: 4 - 2

Quelle: optasports.com

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