Geschenk für kleinen Jungen

Für krebskranken Fan: Ben-Hatira als "Spiderman"

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Dass sich Änis Ben-Hatira nach seinem Treffer gegen den FC Schalke 04 eine Spiderman-Maske vor das Gesicht zog, war ein eingelöstes Versprechen für seinen kleinen Freund Jannik.

Berlin - Der Herthaner Änis Ben-Hatira feierte bei der Partie gegen Schalke 04 mit einer Spiderman-Maske sein Tor und erfüllte damit sein Versprechen an einen krebskranken Jungen.

Es sah aus wie eine billige Replik auf den „Batman und Robin“-Jubel der Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus, doch es steckte viel mehr dahinter. Als sich der Herthaner Änis Ben-Hatira nach seinem 1:0-Führungstreffer gegen Schalke 04 (2: 2) an der Seitenlinie eine Spiderman-Maske aufsetzte und mit dem Finger auf die Tribüne zeigte, machte er einen krebskranken Jungen überglücklich.

„Ich wollte Aubameyang nicht nachmachen. Ich haben mein Versprechen eingelöst“, sagte der Deutsch-Tunesier und erklärte bei Sport1: „Es ging um meinen kleinen Freund Jannik, der an Krebs erkrankt ist. Ich habe ihm versprochen, dass er, wenn er die erste Etappe seiner Chemotherapie schafft, mit mir aufläuft und ich die Spiderman-Maske aufsetze, wenn ich treffe.“

Ben-Hatira machte dem Achtjährigen damit ein großes Geschenk. „Kinderaugen lügen nicht, und seine haben gestrahlt bis zum Geht-nicht-mehr“, verriet der Offensivspieler, der mit seinem größten Fan auch noch auf Ehrenrunde durch das Olympiastadion ging. „Es war ein bisschen viel für den kleinen Jungen“, sagte Ben-Hatira: „Er braucht ein paar Tage, um das alles sacken zu lassen.“

Jannik leidet an einer Krebsart (Burkitt-Lymphom), die durch die Chemotherapie vorerst gestoppt ist. Ben-Hatira hat den Jungen aus Spandau in der Vergangenheit öfters besucht, im Krankenhaus und auch zu Hause. Es gibt auch ein Bild, auf dem der Fußballprofi mit einer Spiderman-Maske und der Junge mit einem Darth-Vader-Helm zu sehen sind.

Ben-Hatira hat allergrößten Respekt vor seinem kleinen Freund. „Auch wenn Jannik ein kleiner Mensch ist, kämpft er gegen diese verdammte Krankheit wie ein Riese!“, schrieb der tunesische Nationalspieler auf seiner Facebook-Seite.

Dass er für seinen außergewöhnlichen Jubel die Gelbe Karte von Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) sah, ärgerte Ben-Hatira nicht: „Das habe ich in Kauf genommen.“ Auch die teaminterne Strafe dürfte der 26-Jährige gerne zahlen. „Da freut sich die Mannschaftskasse“, sagte Trainer Pal Dardai: „Wir wollen am Ende der Saison ja schön essen gehen.“

Die Chancen, dass Hertha dann den Klassenerhalt feiert, ist mit einem wieder fitten Ben-Hatira deutlich größer. Gegen Schalke bewies der gebürtige Berliner bei seinem ersten Startelf-Einsatz nach langer Verletzungspause, wie wertvoll er mit seiner Spielfreude und Explosivität ist. Und was für ein großes Herz er hat.

sid

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